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NACHHALTIGKEITSBERICHT 2014

Beste Tchibo Kaffees – heute und in Zukunft

Seit mehr als 60 Jahren bietet Tchibo seinen Kunden beste Kaffee­qua­lität. Wir legen dabei großen Wert auf Aroma und Geschmack. Diesen Anspruch wollen wir auch in Zukunft erfüllen. Deshalb setzen wir uns dafür ein, die Voraus­set­zungen für den Anbau hochwer­tiger Kaffees zu erhalten und stetig weiter zu verbessern. Wir arbeiten mit Kaffee­farmern und Standard­or­ga­ni­sa­tionen zusammen, um nachhaltige und ertrags­stei­gernde Anbau­me­thoden zu fördern. Zudem engagieren wir uns in übergrei­fenden Koope­ra­tionen – denn auf viele struk­tu­relle Heraus­for­de­rungen in der Kaffee­branche können wir nur gemeinsam Antworten finden.

Tchibo ist auf dem Weg zu einer 100% nachhal­tigen Geschäftstä­tigkeit. Mittel­fristig wollen wir deshalb ausschließlich Kaffee­qua­li­täten anbieten, deren Anbau gleicher­maßen ökono­mische, ökolo­gische und soziale Anfor­de­rungen erfüllt. Nur so können wir einen Beitrag zur Existenz­si­cherung der Kaffee­farmer und ihrer Familien leisten. Deshalb setzen wir uns mit einem umfas­senden Konzept für die nachhaltige Entwicklung der Kaffee­lie­fer­kette und der gesamten Kaffee­branche ein.

Höchste Qualität sichern – Produ­zenten vor Ort unter­stützen

Tchibo Kaffee zeichnet sich durch höchste Qualität und Frische aus. Für unsere Kaffees verwenden wir die besten Bohnen der hochwer­tigen Arabica-Kaffee­pflanzen. Für unsere Produkte aus dem Espres­so­sor­timent verar­beiten wir auch Robusta-Kaffee und erreichen so den typischen Espres­so­ge­schmack. Angebaut werden die Bohnen im sogenannten Kaffee­gürtel entlang des Äquators in Süd- und Mittelamerika, Afrika und Asien – zumeist in Entwick­lungs- und Schwel­len­länden. Um unseren Kunden eine stets gleich­bleibend hohe Kaffee­qua­lität anbieten zu können, pflegen wir gute und langjährige Liefe­ran­ten­be­zie­hungen zu Expor­teuren und Händlern aus den Anbau­ländern. Unsere Kaffee-Experten sind regel­mäßig vor Ort, um sich von der Qualität der Rohkaffees zu überzeugen und sich über die Anbau­be­din­gungen zu infor­mieren.

Eine Beson­derheit des Kaffee­sektors ist der hohe Anteil von Klein­farmern unter den Produ­zenten. Vier Fünftel der 25 Millionen Kaffee­farmer weltweit bewirt­schaften in der Regel weniger als zwei Hektar Land. Um ihre Existenz zu sichern, bauen sie neben Kaffee zumeist noch weitere Agrar­pro­dukte an oder verpachten ihre Anbau­flächen und gehen einer anderen Beschäf­tigung nach. Ihre Ressourcen sind ebenso begrenzt wie ihr Zugang zu Wissen, Techno­logien oder finan­zi­ellen Mitteln. Vielen fehlen Fachkennt­nisse über schonende Anbau­me­thoden, die verhindern, dass die Böden langfristig unfruchtbar werden. Die Folge: Ihre Erträge sinken und die Qualität des Rohkaffees leidet. Auf Dauer gefährdet dies die Lebens­grundlage der Kaffee­farmer. Vor allem jungen Menschen fehlen unter diesen Bedin­gungen die Anreize, den Kaffee­anbau fortzu­führen. Für eine nachhaltige Entwicklung des Kaffee­sektors ist es deshalb von entschei­dender Bedeutung, die Situation der Klein­farmer in den Anbau­re­gionen zu verbessern.

Schritt für Schritt zum nachhal­tigen Kaffee­anbau

Unser Konzept zur nachhal­tigen Entwicklung des Kaffee­sektors setzt deshalb bei den Klein­farmern an. Wir unter­stützen sie insbe­sondere dabei, die Qualität der Rohkaffees zu sichern und ihre Erträge zu erhöhen. Nur so werden sie mittel­fristig in der Lage sein, ihre Betriebe auf zukunfts­fä­higere Anbau­me­thoden umzustellen. Diese Entwicklung der Kaffee­farmer verstehen wir als einen schritt­weisen Prozess, dessen Ziel ein nachhal­tiger Kaffee­anbau im Sinne des Tchibo Nachhal­tig­keits­kon­zepts ist. Konkret bedeutet das:

  • Die Einnahmen aus dem Kaffee­anbau ermög­lichen den heutigen wie den künftigen Farmer­ge­ne­ra­tionen, ihren Lebens­un­terhalt zu erwirt­schaften und ihren Familien gute Lebens­be­din­gungen zu bieten (ökono­mische Nachhal­tigkeit).
  • Die Kaffee­farmer sichern die ökolo­gi­schen Grund­lagen des Anbaus, wie fruchtbare Böden und die Versorgung mit Wasser. Sie verfügen zudem über das erfor­der­liche Wissen, um sich an die Folgen des Klima­wandels anzupassen (ökolo­gische Nachhal­tigkeit).
  • Die Einbindung in Produk­tions- und Vermark­tungs­ge­mein­schaften erleichtert den Kaffee­farmern den Markt­zugang und den Transfer von Wissen, beispiels­weise über Anbau­me­thoden (soziale Nachhal­tigkeit). Gleich­zeitig unter­stützen wir die Entwicklung und Erprobung von Modellen, die zum Beispiel durch Bildungs­an­gebote für Frauen und Kinder zu stabi­leren gesell­schaft­lichen Struk­turen vor Ort beitragen.

Unsere strate­gi­schen Ansatz­punkte

Wir wollen dazu beitragen, dass immer mehr Kaffee­farmen diese Voraus­set­zungen erfüllen und mittel­fristig alle Tchibo Kaffees in unser Nachhal­tig­keits­konzept einbe­ziehen. Um dies zu erreichen, engagieren wir uns durch

  • Schulungen von Klein­farmern im Rahmen unseres Quali­fi­zie­rungs­pro­gramms Tchibo Joint Forces!®,
  • die zuneh­mende Beschaffung von validierten und zerti­fi­zierten Rohkaffees nach anerkannten Standards sowie
  • branchen­über­grei­fende Koope­ra­tionen zur Lösung struk­tu­reller Heraus­for­de­rungen.

Tchibo Joint Forces!®: Quali­fi­zierung mit vereinten Kräften

Den meisten Klein­farmern fehlt es an dem nötigen Know-how, um ihren Betrieb nachhal­tiger zu gestalten. Deshalb bieten wir Kaffee­farmern seit 2012 mit dem Quali­fi­zie­rungs­pro­gramm Tchibo Joint Forces!® (TJF) gemeinsam mit Partnern vor Ort spezielle Trainings­ein­heiten an. In fünf aufein­ander aufbau­enden Modulen vermitteln wir ihnen, wie sie ihre Produk­ti­vität, Profi­ta­bi­lität und Produkt­qua­lität steigern können. Alle Kaffee­farmer, die das Programm erfolg­reich durch­laufen, erhalten zusätzlich eine Validierung bezie­hungs­weise Zerti­fi­zierung nach den Vorgaben der jewei­ligen inter­na­tional anerkannten Standard­or­ga­ni­sation Rainforest Alliance, Fairtrade, UTZ Certified oder der 4C Association. Sie erfüllen damit wesent­liche ökolo­gische und soziale Anfor­de­rungen und verbessern ihre Vermark­tungs­mög­lich­keiten.

Rund 30.000 Kaffee­farmer aus Honduras, Kenia, Kolumbien, Papua-Neuguinea, Tansania und Vietnam haben bis Ende 2014 bereits am Programm Tchibo Joint Forces® teilge­nommen und eine Zerti­fi­zierung bezie­hungs­weise Validierung erzielt. Auch Tchibo profi­tiert: Wir bieten den Projekt­teil­nehmern eine langfristige Zusam­men­arbeit an, die auch die Abnahme des nachhal­tigen Rohkaffees zu fairen Kondi­tionen beinhaltet. Derzeit planen wir zwei weitere Projekte im Rahmen von Tchibo Joint Forces!® in Brasilien und Guatemala (Quali­fi­zie­rungs­pro­gramm Tchibo Joint Forces!®).

Inter­na­tional anerkannte Standards für einen nachhal­ti­geren Kaffee­anbau

Über unseren Einkauf können wir die Ausweitung nachhal­tiger Anbau­me­thoden positiv beein­flussen. Hierzu erwerben wir Rohkaffees von Farmen, die durch inter­na­tional anerkannte Standard­or­ga­ni­sa­tionen validiert bezie­hungs­weise zerti­fi­ziert wurden. Bei der Auswahl der Standard­or­ga­ni­sa­tionen achten wir darauf, dass sie ihre Anfor­de­rungen im Dialog mit allen relevanten Stake­holdern abgestimmt haben und sie konti­nu­ierlich weiter­ent­wi­ckeln. Bedingung ist außerdem, dass sie die Farmer vor Ort bei der Umsetzung ihrer Standards aktiv unter­stützen. Derzeit beziehen wir Rohkaffees, die nach den Kriterien von Rainforest Alliance, Fairtrade, UTZ Certified und den hinter dem EU-Bio-Siegel stehenden Organi­sa­tionen zerti­fi­ziert oder nach dem Basis­standard der 4C Association validiert sind. Den Anteil unseres verar­bei­teten validierten und zerti­fi­zierten Rohkaffees haben wir seit 2008 von 8% auf rund 35% im Jahr 2014 gesteigert. Unser Ziel für 2015 ist eine weitere Erhöhung auf 40% (Einkauf nachhal­tiger Rohkaf­fee­qua­li­täten).

Allianzen für bessere Rahmen­be­din­gungen

Wir arbeiten eng mit regio­nalen, natio­nalen und inter­na­tio­nalen Akteuren der Kaffee­branche zusammen, um auch auf struk­tu­reller Ebene die Voraus­set­zungen für eine nachhal­tigere Kaffee­pro­duktion zu schaffen. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, die Infra­struktur in den Anbau­ländern zu verbessern, den Kaffee­farmen den Zugang zu Krediten sowie Absatz­märkten zu erleichtern und ihnen Wissen zum Umgang mit dem Klima­wandel zu vermitteln. In unserem sektor­über­grei­fenden Ansatz verfolgen wir drei Schwer­punkte, um die Situation für die Kaffee­farmer zu verbessern:

  • Koope­ra­tionen zur Förderung nachhal­tiger Anbau­weisen
  • Initia­tiven für den Umwelt- und Klima­schutz
  • Bildungs­pro­jekte in den Ursprungs­re­gionen

Unter anderem betei­ligen wir uns an dem Sustainable Coffee Program (SCP), einer Allianz wichtiger Akteure aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tionen. Sie basiert auf einer Initiative der nieder­län­di­schen Regierung (Initiatief Duurzame Handel – IDH) und entwi­ckelt regio­nal­s­pe­zi­fische Lösungs­an­sätze für struk­tu­relle Heraus­for­de­rungen in den Anbau­ländern, wie den Zugang von Klein­farmern zu Wissen über eine gute Agrar­praxis oder Markt­ver­hält­nisse. Tchibo ist Gründungs­mit­glied des SCP und mit weiteren Unter­nehmen des Kaffee­sektors im Lenkungs­aus­schuss vertreten. Ziel des SCP ist es, die unter­schied­lichen Bündnisse und Programme im Kaffee­sektor weiter zu vernetzen (Koope­ra­tionen zur Förderung nachhal­tiger Anbau­weisen).

Die struk­tu­rellen Heraus­for­de­rungen des Kaffee­sektors werden durch den Klima­wandel noch verschärft: Um auch langfristig gute Erträge von Rohkaffees hoher Qualität zu erzielen, müssen die Kaffee­farmer ihre Anbau­me­thoden an die Folgen der Erder­wärmung anpassen. Tempe­ra­tur­er­hö­hungen führen nicht nur zu Erosion, Erdrut­schen und Wasser­knappheit, sondern auch zu einem vermehrten Befall der Pflanzen mit Schäd­lingen und Krank­heiten. Deshalb werden beispiels­weise resis­tentere Kaffee­pflanzen und optimierte Anbau­me­thoden benötigt. Mit anderen Unter­nehmen der Kaffee­branche, Standard­or­ga­ni­sa­tionen und bereits geschulten Klein­farmern arbeiten wir daran, das erfor­der­liche Wissen an weitere Kaffee­pro­du­zenten weiter­zu­geben. Dazu betei­ligen wir uns seit ihrer Gründung im Jahr 2010 an der Entwick­lungs­part­ner­schaft Coffee & Climate (Umwelt & Klima).

Bildung trägt ganz wesentlich dazu bei, die Lebens­be­din­gungen der Kaffee­farmer und ihrer Familien zu verbessern. Tchibo hat deshalb im Rahmen seines gesell­schaft­lichen Engage­ments mit ausge­wählten Partnern Bildungs­pro­jekte in den Anbau­ländern Guatemala und Kenia nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbst­hilfe“ ins Leben gerufen. Die Angebote richten sich an die Kaffee­farmer und ihre Familien (Bildungs­pro­jekte im Ursprung).

Fortschritte 2014 & Ziele 2015

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