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NACHHALTIGKEITSBERICHT 2014

Logistik: effiziente Lösungen ausbauen, Klima schützen

Ein großer Teil unserer CO₂e-Emissionen entsteht beim Transport und der Lagerung unserer Produkte. Daher ist es für uns besonders wichtig, die Klima­aus­wir­kungen unserer Logistik syste­ma­tisch zu verringern. Mit dem Programm LOTOS (Logistics towards Sustaina­bility) verfolgen wir einen umfas­senden Ansatz zur Steuerung unseres Klima­schutz­pro­gramms in der Logistik. Unsere Kernmaß­nahmen umfassen die passgenaue Auswahl der Trans­port­mittel: So setzen wir, wo immer es geht, CO₂e-emissi­onsarme Verkehrs­träger wie Schiff oder Bahn ein. Zudem stellen wir die optimale Auslastung und Beladung von Container und Lkw sicher und sorgen für eine intel­li­gente Steuerung der Waren­be­we­gungen. Mit diesen Maßnahmen erhöhen wir gleich­zeitig konti­nu­ierlich die Effizienz unserer Logis­tik­pro­zesse. Für die kommenden Jahre haben wir uns neue Ziele gesetzt, um weitere Einspa­rungen zu reali­sieren.

LOTOS: unser Klima­schutz­pro­gramm im Überblick

Das Programm LOTOS wurde 2006 in Koope­ration mit dem deutschen Bundesum­welt­mi­nis­terium und der Techni­schen Hochschule Hamburg-Harburg ins Leben gerufen. 2013 erhielten wir dafür den Nachhal­tig­keits­preis der beiden Verbände Bundes­ver­ei­nigung Logistik (BVL) Öster­reich und Deutschland. Mit LOTOS erfassen, bilan­zieren und analy­sieren wir alle trans­port­be­dingten CO₂e-Emissionen und suchen gezielt nach weiteren Reduk­ti­ons­po­ten­zialen. Bereits 2011 haben wir das für 2015 angestrebte Ziel erreicht, unsere trans­port­be­dingten CO₂e-Emissionen um 30% absolut gegenüber 2006 zu senken. 2014 haben wir eine Reduktion von 30% relativ (g CO₂e/Tonnen­ki­lo­meter) gegenüber 2006 erreicht. Dabei haben wir unsere Bilan­zie­rungs­me­thode weiter verbessert: Für 2013 und 2014 haben wir die Bilan­zierung erstmals nach der neuen CEN- (Comité-Européen-de-Norma­li­sation-)Norm DIN EN 16258 durch­ge­führt und durch externe Experten überprüfen lassen. Durch diese Änderung beziehen wir neben den CO₂e-Emissionen auch die Emissionen der weiteren relevanten Treib­h­ausgase wie zum Beispiel Methan mit ein. Gleich­zeitig verfügen wir über eine verbes­serte Daten­basis: Als Mitglied der Clean Cargo Working Group erhalten wir genauere Daten für die jeweils von uns genutzten Seeschiff­ver­bin­dungen. Zusätzlich konnten wir nun auch die Vorketten der jewei­ligen Treib­stoffe in die Bilan­zierung integrieren.

Der Klima­schutz wird für uns auch in Zukunft eine Heraus­for­derung bleiben. Deshalb haben wir uns 2014 für die kommenden Jahre neue, noch anspruchs­vollere Ziele gesetzt: Bis 2020 werden wir die relativen Emissionen (Tonnen CO₂e pro Tonnen­ki­lo­meter) im Transport gegenüber 2006 um weitere 10% senken. Für die von uns betrie­benen Distri­bu­ti­ons­zentren haben wir uns vorge­nommen, die Emissionen bis 2020 gegenüber 2013 um weitere 15% zu reduzieren.

Vorfahrt für CO2e-effiziente Trans­port­mittel und Trans­portwege

Tchibo bevorzugt auf vielen Routen CO₂e-effiziente Trans­port­mittel wie See- oder Binnen­schiffe. Außerdem setzen wir im Hinblick auf die Trans­portwege auf sogenannte inter­modale Lösungen, bei denen zum Beispiel Lkw-Trailer per Schiff oder Bahn befördert werden.

95% unserer Waren­be­we­gungen wickeln wir mit Seeschiffen ab. Die CO₂e-Emissionen pro Tonnen­ki­lo­meter lassen sich durch eine exakte Planung deutlich reduzieren, da die Schiffe dann auch mit gedros­selter Maschi­nen­leistung recht­zeitig zum Zielhafen gelangen und so weniger Kraft­stoff verbrauchen. Deshalb arbeiten wir mit Fracht­dienst­leistern zusammen, die ein effizi­entes Routen­ma­na­gement gewähr­leisten. Wir sorgen außerdem dafür, dass die in China und Bangla­desch einge­schifften Container mit Gebrauchs­ar­tikeln voll beladen und die Fracht­ka­pa­zi­täten daher gut ausge­lastet sind. Unsere Inspection Centers überprüfen hierzu vor Ort die Verpa­ckungen und die Beladung der Container. Für den Weiter­transport der aus Übersee angelie­ferten Non Food-Konsum­güter setzen wir ab Bremer­haven Binnen­schiffe anstelle von Lkw ein. Auf längeren Strecken über Land nutzen wir zudem Güterzüge für die Beför­derung unserer Produkte. Im Jahr 2014 haben wir die Langstreck­en­trans­porte zwischen dem Schweizer Distri­bu­ti­ons­zentrum Rümlang und unseren Umschlag­punkten von der Straße auf den Bahngü­ter­verkehr umgestellt.

Mit diesen Maßnahmen konnten wir die Emissionen unserer Trans­porte bis Ende 2014 konti­nu­ierlich reduzieren. Die absolute Menge der CO₂e-Emissionen ging gegenüber 2006 um über 50% zurück. Auf Tonnen­ki­lo­meter bezogen fielen die trans­port­be­dingten CO₂e-Emissionen um rund 30%. Für die kommenden Jahre bis 2020 haben wir uns vorge­nommen, diese relativen Emissionen gegenüber dem Basisjahr 2006 um weitere 10% zu reduzieren.






Effiziente Prozess­steuerung

Bei der Gestaltung unserer Logis­tik­pro­zesse achten wir darauf, dass unnötige Trans­porte vermieden werden und die Warenwege möglichst kurz sind. Bei der Distri­bution konzen­trieren wir unsere Maßnahmen auf die gezielte Steuerung der Waren­mengen für die einzelnen Verkaufspunkte. Innerhalb unserer Lager haben wir die Waren­be­we­gungen straff organi­siert: Unser Bremer Haupt­lager und Distri­bu­ti­ons­zentrum, das die Bremer Lagerhaus Gesell­schaft (BLG) für uns betreibt, ist auf dem neuesten Stand der Technik. Allein die neue Lagerungs- und Abruf­einheit, ein innova­tives Fließ­band­system, spart gegenüber dem Vorgän­ger­system 400 MWh Strom pro Jahr. Dies entspricht dem Durch­schnitts­ver­brauch von mehr als 100 Haushalten. Die Einheit wird nur aktiviert, wenn tatsächlich eine Waren­be­wegung erfor­derlich ist. Auch die Beleuchtung mit der „Smart Lighting“-Technik wird nur bei Bedarf einge­schaltet. Hierdurch reduziert sich der Energie­ver­brauch um weitere 100 MWh pro Jahr. In unseren Distri­bu­ti­ons­zentren Gallin und Neumarkt planen wir ähnliche Lösungen zu einer effizi­en­teren Gestaltung der Distri­bu­ti­ons­pro­zesse. Bis 2020 wollen wir unsere CO₂-Emissionen pro m³ Lager­fläche an diesen Stand­orten gegenüber 2015 um 15% reduzieren.

Intel­li­gente Steuerung der Waren­be­we­gungen spart CO₂

Eine effizi­entere Steuerung unseres Distri­bu­ti­ons­netzes ist ein weiterer Hebel, um CO₂-Emissionen in der Logistik zu verringern. Seit 2006 haben wir zunehmend direkte Lieferwege zwischen unseren Röste­reien und Distri­bu­ti­ons­zentren aufgebaut. So konnten wir auf Vorrats­lager zur Zwischen­la­gerung verzichten und unnötige Trans­porte vermeiden. Entspre­chend gingen die CO₂-Emissionen unserer Distri­bution zurück.

Emissionen aus dem Versand werden ausge­glichen

Neben der Reduktion von CO₂-Emissionen setzen wir in der Logistik auch auf die Kompen­sation unver­meid­licher CO₂-Emissionen, wie sie beispiels­weise beim Versand unserer Produkte an Kunden entstehen. Seit 2012 versenden wir alle Post- und Paketsen­dungen ausschließlich mit dem Programm GoGreen der Deutschen Post DHL. Das Geld dient der Finan­zierung von anerkannten Klima­schutz­pro­jekten in Entwick­lungs- und Schwel­len­ländern. Unsere Zahlungen tragen so dazu bei, dass CO₂-Emissionen an einem anderen Ort vermieden werden. Die im Versand entste­henden CO₂-Emissionen werden somit ausge­glichen. Finan­ziert werden ausschließlich Projekte, die nach dem unter anderem von der Umwelt­stiftung WWF entwi­ckelten Gold Standard zerti­fi­ziert sind. Der Standard stellt sicher, dass das jeweilige Projekt ohne die Einkünfte aus dem Zerti­fi­kat­verkauf nicht zustande gekommen wäre, es also das Prinzip der „Zusätz­lichkeit“ erfüllt. Zudem wird gewähr­leistet, dass das Vorhaben die lokale Wirtschaft im Projek­tumfeld stärkt.

Eines dieser Klima­pro­jekte ist ein Biomasse-Kraftwerk im indischen Bundes­staat Karnataka, das Tchibo bereits seit 2012 unter­stützt. Über den Aufpreis finan­zieren wir außerdem die Errichtung eines Deponiegas-Kraft­werks im türki­schen Mamak, eines Windparks im chine­si­schen Liuao und eines Windparks in Nicaragua.

Das gibt es nur bei Tchibo