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NACHHALTIGKEITSBERICHT 2014

Verpackung und Abfall: Weniger ist mehr

Verpa­ckungen sind unerlässlich, denn sie schützen unsere Produkte bei Transport und Lagerung und gewähr­leisten, dass unsere Kunden ihre Ware in einwand­freiem Zustand erhalten. Darüber hinaus dienen Verkaufs­ver­pa­ckungen dazu, über wichtige Produkt­merkmale zu infor­mieren. Wir verwenden jedoch so wenig Verpa­ckung wie möglich und setzen uns dafür ein, dass bei ihrer Herstellung natür­liche Ressourcen geschont werden. Darüber hinaus vermeiden wir Verpa­ckungs­ab­fälle und sorgen dafür, dass unsere Verpa­ckungen nach Gebrauch in den Rohstoff­kreislauf zurück­ge­führt werden können.

Für die Gestaltung sämtlicher Tchibo Produkt­ver­pa­ckungen gilt die auch für unsere Liefe­ranten verbind­liche Verpa­ckungs­richt­linie von Tchibo. Sie definiert unsere Qualitäts- und Umweltan­for­de­rungen und erläutert die gesetz­lichen Kennzeich­nungs­pflichten, die wir als Anbieter zu erfüllen haben. Beispiels­weise müssen sämtliche Kunst­stoffe gekenn­zeichnet werden, um ihre umwelt­ge­rechte Wieder­ver­wertung sicher­zu­stellen. Generell müssen alle Bestand­teile recycling­fähig sein, auch Klebe­bänder und Etiketten. PVC kommt bei Tchibo als Verpa­ckungs­ma­terial grund­sätzlich nicht infrage. Außerdem dürfen ausschließlich schwer­me­tallarme und lösemit­tel­freie Druck­farben verwendet werden.

Anfang 2015 haben wir begonnen, eine noch weiter­ge­hende Verpa­ckungs­stra­tegie zu entwi­ckeln. Mit ihr verfolgen wir die folgenden vier einander ergän­zenden Ansätze von der Vermeidung über Vermin­derung, Verwertung bis zur Verbes­serung.

  • Vermeidung: möglichst auf Umver­pa­ckungen verzichten
  • Vermin­derung: Verpa­ckungs­ge­wicht weiter reduzieren
  • Verwertung: vermehrt sekundäre Rohstoffe einsetzen und Recycling­fä­higkeit nach den Prinzipien des Eco-Designs erhöhen
  • Verbes­serung: Anteil zerti­fi­zierter Karto­nagen weiter steigern und Biokunst­stoffe der nächsten Generation erproben

Bis zum Jahr 2020 wollen wir auf diese Weise den Papier- und Karto­na­gen­ver­brauch gegenüber 2013 um 30% pro Sendung senken.

Umwelt­ver­träg­li­chere und wirtschaft­li­chere Verpa­ckungen

Die von Tchibo verwen­deten Verpa­ckungen bestehen zu einem großen Anteil aus Papier oder Karton. Unser Ziel ist es, den Papier- und Karton­ver­brauch bei der Verpa­ckung unserer Gebrauchs­ar­tikel zum einen deutlich zu reduzieren und zum anderen künftig nur noch umwelt­ver­träg­liche Materialien einzu­setzen. Konti­nu­ierlich suchen wir deshalb nach Möglich­keiten zur Einsparung von Papier und Karton und erhöhen den Anteil des darin verar­bei­teten Recycling- und FSC®-Papiers. Für Versand­ver­pa­ckungen verwenden wir seit 2013 nur noch FSC®-zerti­fi­zierte Karto­nagen. Dies lohnt sich für uns auch wirtschaftlich: Durch konti­nu­ier­liche Verbes­serung bei Versand- und Umver­pa­ckungen sparen wir den Einsatz von Papier und reduzieren damit gleich­zeitig unsere Kosten.

Bei unseren Kaffee­ver­pa­ckungen ist das Potenzial für Materi­al­ein­spa­rungen geringer. Sie schützen die Kaffee­bohnen oder den gemah­lenen Kaffee vor Licht und Sauer­stoff, die sonst das Aroma unseres Kaffees beein­träch­tigen würden. Auch der technische Abfüll­prozess und der Transport stellen besondere Anfor­de­rungen an die Verpa­ckungen. Dennoch sind wir bestrebt, Lösungen für die ressour­cen­scho­nendere Gestaltung unserer Kaffee­ver­pa­ckungen zu finden und führen regel­mäßige Verpa­ckungs­re­views durch. Daraus resul­tiert beispiels­weise die Umstellung der Umver­pa­ckung der Cafissimo Kapseln auf Recycling­ma­terial.

Effizi­entere Nutzung von Kartons im Online­versand geplant

Durch die syste­ma­ti­schere Befüllung von Verpa­ckungen beim Versand der Tchibo Online­be­stel­lungen lassen sich bis zu 15% an Material einsparen. Dies belegt die Abschluss­arbeit einer Studentin der Kühne Logistics University Hamburg. Anhand von 200.000 anony­mi­sierten Bestel­lungen hat sie errechnet, welche Staffelung vorge­ge­bener Paket­größen sich am besten eignet, um die Kartons optimal mit Ware zu befüllen. Tchibo hat daraufhin beschlossen, bei der Beschaffung der Versand­ver­pa­ckungen die Größen ab Mitte 2015 schritt­weise an die Ergeb­nisse der Studie anzupassen.

Cafissimo: Kapseln besser verwerten

Kaffee­kap­sel­systeme wie Cafissimo stehen wegen des „Müllpro­blems“ in der öffent­lichen Kritik. Auch wenn die Ökobilanz wegen der in der Regel bedarfs­ge­rechter zuberei­teten Mengen im Vergleich zu Filter­kaffee besser ausfällt – aufgrund der Portio­nierung wird weniger Kaffee wegge­schüttet – haben wir es uns zum Ziel gesetzt, die Kapseln umwelt­scho­nender zu gestalten. Wir arbeiten intensiv daran, die Kapseln so weiter­zu­ent­wi­ckeln, dass sie besser recycelt werden können. Wir sind zuver­sichtlich, dieses Ziel 2016 erreicht zu haben.

To-go-Einweg­becher

To-go-Einweg­becher sind insbe­sondere wegen des sogenannten Litte­rings – damit bezeichnet man das „wilde“ Entsorgen in Innen­städten und auf Grünflächen – umstritten. In den Kaffee Bars unserer Filialen schenken wir Getränke in Mehrweg­ge­schirr aus Porzellan aus. Nur auf ausdrück­lichen Wunsch des Kunden werden Getränke in sogenannten To-go-Bechern ausge­geben. Dabei legen wir jedoch großen Wert darauf, dass diese nach Gebrauch umwelt­freundlich entsorgt werden. Hierzu betei­ligen wir uns in Karlsruhe an einem Pilot­projekt von Wirtschaft und Politik. Dieses hat sich zum Ziel gesetzt, unter Einbe­ziehung der Bürger das Bewusstsein für ordnungs­gemäße Entsorgung von Einweg­be­chern zu erhöhen.

Sauber­keit­s­part­ner­schaft mit der Stadt Karlsruhe

Gemeinsam mit Unter­nehmen aus der System­ga­stro­nomie, Betreibern von Kaffee-Shops und der Stadt Karlsruhe haben wir 2014 eine Sauber­keit­s­part­ner­schaft gestartet. Ihr Ziel ist es sicher­zu­stellen, dass Verpa­ckungen und Einmal­becher aus Kaffee-Shops ordnungs­gemäß entsorgt und in den Verwer­tungs­kreislauf zurück­ge­führt werden. Tchibo beteiligt sich mit seinen sechs Filialen in Karlsruhe an der Partner­schaft und unter­stützt eine Plaka­ti­ni­tiative, die Verbraucher zum Mitmachen ermuntern soll.


Darüber hinaus arbeiten wir aktuell an weiteren Maßnahmen zur Reduktion des Anteils von Einweg­be­chern. Hierzu gehört auch die Möglichkeit, die von Kunden mitge­brachten Becher wieder zu befüllen.


Schritt­weise Umstellung auf kosten­pflichtige Mehrweg­ta­schen

Anstelle kosten­loser Einweg­tra­ge­ta­schen, die aus fossilen Rohstoffen erzeugt werden, wollen wir unseren Kunden künftig alter­native Lösungen anbieten. Tchibo/Eduscho Öster­reich hat 2015 hierfür ein Pilot­projekt gestartet. Bis Ende 2015 soll die Verwendung von Einweg­tra­ge­ta­schen um 50% verringert und 2016 komplett auf null reduziert werden. Seit dem ersten Juli 2015 sind Einweg-Plastik­tüten in den Filialen kosten­pflichtig. Als Alter­native bieten wir den Kunden zusätzlich Mehrweg­ta­schen an.

Das gibt es nur bei Tchibo