Home

NACHHALTIGKEITSBERICHT 2014

Werte schaffen und Werte bewahren

Eine werte­ori­en­tierte Unter­neh­mens­führung hat für das Famili­en­un­ter­nehmen Tchibo einen hohen Stellenwert und bildet die Basis für nachhal­tiges Wachstum. Corporate Gover­nance steht in unserem Unter­nehmen für eine gewis­sen­hafte, trans­pa­rente und auf langfristige Wertstei­gerung ausge­richtete Unter­neh­mens­leitung und -kontrolle. Dazu gehören faires Handeln und kompro­misslose Rechts­kon­for­mität, die Überwa­chung und Steuerung möglicher Risiken sowie der sorgfältige Umgang mit den uns anver­trauten Infor­ma­tionen von Mitar­beitern und Kunden.

Eine langfristige Wertschöpfung lässt sich nur erreichen, wenn wir wirtschaft­liche mit ethischen Kompe­tenzen verbinden und uns dafür einsetzen, dass weder Mensch noch Umwelt Schaden nehmen. Gesell­schafter und Geschäfts­führung von Tchibo stehen zu dieser Verant­wortung. Mit effizi­enten Struk­turen und Verfahren im Compliance-Programm, im Risiko­ma­na­gement und beim Daten­schutz stellen wir sicher, dass Mitar­beiter, Liefe­ranten und sonstige Partner sich an die Vorgaben halten und wir bei Abwei­chungen frühzeitig gegen­steuern können.

Steuerung im engen Austausch: konti­nu­ier­licher Dialog auf Führungs­ebene

Geschäfts­führung, Aufsichtsrat und Betriebsrat der Tchibo GmbH stehen unter­ein­ander sowie mit Vorstand und Aufsichtsrat der maxingvest ag in engem Austausch. Die Zusam­men­arbeit dieser Gremien, ihr perma­nenter und inten­siver Dialog, ist geprägt von Offenheit und Trans­parenz. Dabei spielen die Achtung der Stake­holder-Inter­essen sowie klare Verant­wort­lich­keiten eine große Rolle. Der Aufsichtsrat der Tchibo GmbH wird durch die Gesell­schaf­ter­ver­sammlung bestimmt. Dieser nominiert die Geschäfts­führung der Tchibo GmbH. Der Aufsichtsrat wird von der Geschäfts­führung regel­mäßig und zeitnah über alle relevanten Fragen der Geschäfts- und der Wertent­wicklung sowie über die Risiko­si­tuation des Unter­nehmens unter­richtet. Über eine Richt­linie ist geregelt, wann welche Anliegen an die Geschäfts­führung bezie­hungs­weise den Aufsichtsrat heran­ge­tragen werden. Die strate­gische Unter­neh­mens­aus­richtung wird mit den Aufsichts­räten abgestimmt, wesent­liche Entschei­dungen bedürfen deren Zustimmung. Der Aufsichtsrat der maxingvest ag hat verschiedene, inhaltlich spezia­li­sierte Ausschüsse gebildet, um komplexen Sachver­halten gerecht werden zu können und die eigene Arbeit möglichst effizient zu gestalten.

Tchibo Compliance-Programm: Einhaltung von Verhal­tens­regeln

Die Richt­schnur unseres geschäft­lichen Handelns bildet der Tchibo Code of Conduct (CoC). Er gilt verbindlich für alle Mitar­beiter der Tchibo GmbH und der Länder­ge­sell­schaften und regelt den Umgang mit Geschäfts­partnern und Kunden. Der CoC beruht auf den Konven­tionen der Inter­na­tio­nalen Arbeits­or­ga­ni­sation (ILO) und untersagt unter anderem jegliche Form von Korruption, Vorteils­ge­währung oder Vorteils­nahme. Verstößt ein Mitar­beiter gegen einen der Grund­sätze, drohen ihm arbeits­recht­liche Sanktionen. Neben dem Verhal­tens­kodex umfasst das Compliance-Programm verschiedene Richt­linien. Sie regeln bereichs- und konzern­über­grei­fende Prozesse über Handlungs- und Organi­sa­ti­ons­an­wei­sungen. Auch die Verant­wort­lich­keiten von Konzern­ge­sell­schaften, Bereichen, Abtei­lungen und Mitar­beitern sind darin festgelegt.

Regel­mäßig schulen wir unsere Führungs­kräfte im Umgang mit dem Verhal­tens­kodex. Einmal jährlich bestä­tigen die Führungs­kräfte schriftlich, dass Sie die Regeln des Code of Conduct verstanden, einge­halten und ihnen bekannt gewor­denen Verstöße gemeldet haben. Außerdem versi­chern sie mit ihrer Unter­schrift, dass sie ihren Mitar­beitern den Code of Conduct erläutert haben und dass sie die Einhaltung des Code of Conduct überwachen. Jeder neue Mitar­beiter erhält eine Ausfer­tigung des CoC. Über neue Entwick­lungen infor­mieren wir unsere Mitar­beiter per Intranet sowie direkt durch die Vorge­setzten.

Im Rahmen interner Audits durch die Konzern­re­vision der maxingvest ag wird die Einhaltung von Vorgaben überprüft. Über eine anonyme, von unabhän­giger Stelle betriebene Kontakt­mög­lichkeit bieten wir Mitar­beitern, Liefe­ranten und Kunden die Möglichkeit, telefo­nisch auf mögliches Fehlver­halten hinzu­weisen (Whist­leblowing). Wenn nötig, werden die einge­gan­genen Hinweise anony­mi­siert an einen Ombudsrat zur weiteren Behandlung und Entscheidung weiter­ge­geben. Dieses interne Unter­su­chungs­gremium ist mit verschie­denen Bereichs­leitern der maxingvest ag, der Tchibo GmbH sowie dem Betriebs­rats­vor­sit­zenden besetzt. Über den Betriebsrat, die Perso­nal­ab­teilung, die Rechts­ab­teilung, den Direk­ti­ons­be­reich Unter­neh­mens­ver­ant­wortung und die Konzern­re­vision bestehen weitere Möglich­keiten, auf Missstände hinzu­weisen.

Darüber hinaus ist Tchibo seit 2009 Mitglied des UN Global Compact und verpflichtet sich darin unter anderem zur aktiven Bekämpfung von Korruption. Konti­nu­ierlich quali­fi­zieren wir hierfür die Mitar­beiter der relevanten Bereiche, etwa im Einkauf oder im Vertrieb. Über unsere Antikor­rup­ti­ons­maß­nahmen infor­mieren wir jährlich in einem Fortschritts­be­richt, der in den vorlie­genden Nachhal­tig­keits­be­richt integriert ist (UN Global Compact).

Risiko­ma­na­gement: Identi­fi­zierung und Begrenzung von Risiken

Unser Geschäft ist unter­schied­lichen Risiken ausge­setzt – zum Beispiel durch Währungs­schwan­kungen oder Umwelter­eig­nisse, die sich auf die Rohstoff­preise auswirken können. Im Rahmen unseres ganzheit­lichen Risiko­ma­na­ge­ment­systems identi­fi­zieren wir diese Gefahren und begrenzen mögliche negative Auswir­kungen auf unsere Unter­neh­mens­ziele durch Präven­ti­ons­maß­nahmen. Wir unter­scheiden hierbei grund­sätzlich zwischen Unter­neh­mens­ri­siken und Liefer­ket­ten­ri­siken.

Unter­neh­mens­ri­siken
Im Rahmen von Risiko­in­ven­turen nehmen wir eine Bestands­auf­nahme aller wesent­lichen Risiken vor. Diese sortieren wir in ein Risikocluster mit drei Kategorien: kurzfristig-operative Risiken, Einmal­ri­siken und strate­gische Risiken. Innerhalb dieser Kategorien erfolgt eine weitere Diffe­ren­zierung. Akut bedroh­liche Risiken werden der Unter­neh­mens­führung umgehend zum Zeitpunkt ihres Auftretens gemeldet. So können wir poten­zielle Gefahren zeitnah unter Kontrolle bringen. Aktuelle Infor­ma­tionen zur Risiko­ent­wicklung fließen mehrfach pro Jahr in die Steue­rungs- und Planungs­systeme von Tchibo ein. Die interne Revision prüft die Wirksamkeit des Risiko­ma­na­ge­ments; Geschäfts­führung und Aufsichtsrat werden von ihr durch regel­mäßige Risiko­be­richte über die Risikolage infor­miert und legen den Prüfungs­umfang für die interne Revision fest. Infor­ma­tionen über bedroh­liche Risiken werden diesen Gremien umgehend mitge­teilt. Beispiels­weise unter­liegt Tchibo als Handels­un­ter­nehmen dem Risiko, dass die Kernmärkte gesättigt sind oder schrumpfen. Die Folge wären stagnie­rende oder rückläufige Umsätze. Dieser Gefahr beugen wir durch eine innovative Produkt­po­litik und inter­na­tio­nales Wachstum vor. Weil die globale Handel­sland­schaft und das Einkaufs­ver­halten der Kunden sich verändern, haben wir den E-Commerce-Bereich weiter gestärkt, Cross Channel Services und ein attrak­tives Dauer­sor­timent einge­führt.

Liefer­ket­ten­ri­siken
Risiken im Bereich der Beschaffung beugen wir vor, indem wir Sozial- und Umweltan­for­de­rungen in die Einkaufs- und Quali­täts­pro­zesse integrieren. Diese haben wir in unserem Tchibo Social and Environ­mental Code of Conduct (SCoC) festge­schrieben, den alle Liefe­ranten und Geschäfts­partner von Tchibo als Vertrags­be­standteil anerkennen und bei Vertrags­ab­schluss unter­zeichnen müssen. In unserem Issue Management analy­sieren wir regel­mäßig alle relevanten Waren­gruppen auf soziale und ökolo­gische Impli­ka­tionen und priori­sieren diese in Bezug auf ihre sozialen und ökolo­gi­schen Chancen und Risiken. Auf dieser Grundlage entwi­ckelten wir Maßnahmen, um die Risiken zu begrenzen und die Chancen zu heben. So reduzieren wir Schritt für Schritt die Anzahl unserer Liefe­ranten für Gebrauchs­ar­tikel, entwi­ckeln die verblei­benden Liefe­ranten zu strate­gi­schen Partnern und unter­stützen sie mit dem Quali­fi­zie­rungs­pro­gramm Worldwide Enhan­cement of Social Quality (WE) bei der Umsetzung des SCoC. Im Rahmen des Issue Manage­ments analy­sieren wir konti­nu­ierlich auch relevante Anliegen unserer Stake­holder. In diesem Rahmen haben wir uns 2014 entschlossen, den DETOX-Standard von Green­peace in unsere Einkaufs- und Quali­täts­pro­zesse zu integrieren. Darüber hinaus betreiben wir als Teil des Risiko­ma­na­ge­ments ein konse­quentes Liefe­ranten-Monitoring. In drei Risiko­gruppen verwenden wir hierfür jeweils angepasste Prüfver­fahren (Audits) (Nachhaltige Liefer­ketten).

Daten­schutz: Verant­wor­tungs­voller Umgang mit perso­nen­be­zo­genen Daten

Viele Kunden vertrauen Tchibo im Rahmen ihres Einkaufs tagtäglich persön­liche Daten an. Den Schutz der uns anver­trauten Infor­ma­tionen betrachten wir als Teil unserer unter­neh­me­ri­schen Verant­wortung. Grund­sätze wie Daten­spar­samkeit, Trans­parenz und Sicherheit haben für uns daher höchste Priorität.

Daten­spar­samkeit und Trans­parenz: Unser Ziel ist es, unseren Kunden ein bestmög­liches Produk­t­an­gebot sowie einen umfas­senden Service zu bieten und gleich­zeitig nur ein Minimum an persön­lichen Daten zu verwenden. Daher verar­beiten wir perso­nen­be­zogene Kunden­daten sehr maßvoll und gehen dabei über die gesetz­lichen Anfor­de­rungen hinaus. Zudem verzichten wir ausdrücklich auf den Handel mit Adress­daten. Perso­nen­be­zogene Daten geben wir nur dann an andere Unter­nehmen oder Stellen weiter, wenn es zur Erbringung der vom Kunden gewünschten Dienst­leis­tungen absolut notwendig ist oder der Kunde der Weitergabe zugestimmt hat.

Sicherheit: Bei Tchibo betrachten wir es als unsere Pflicht, uns anver­traute Daten bestmöglich gegen unberech­tigten Zugriff zu schützen. Nicht zuletzt wegen der steigenden Vielfalt, Qualität und Quantität von Cyber­an­griffen auf Firmen- und Behör­den­netze gilt es, in die eigene Sicher­heits­in­fra­struktur zu inves­tieren, diese regel­mäßig zu prüfen und zu optimieren. Unsere eigenen Anfor­de­rungen zur Absicherung der Daten sind auch Maßstab für die Sicher­heits­in­fra­struktur bei unseren Dienst­leistern.

Auch im Berichtsjahr 2014 haben wir unser Daten­schutz­ma­na­gement weiter­ent­wi­ckelt und dabei an den Grund­sätzen Sensi­bi­li­sierung, Prüfung und Beratung festge­halten. Gerade im Handel, wo sich Kunden­an­sprüche sowie technische und gesetz­liche Rahmen­be­din­gungen konti­nu­ierlich und in hoher Geschwin­digkeit verändern, ist die Sensi­bi­li­sierung und Schulung aller betei­ligten Mitar­beiter Voraus­setzung für einen verant­wor­tungs­vollen und geset­zes­kon­formen Umgang mit Kunden­daten. Zudem haben wir sowohl die interne als auch die externe Prüfungs­tä­tigkeit quanti­tativ und quali­tativ ausgebaut.

Das gibt es nur bei Tchibo