Home

NACHHALTIGKEITSBERICHT 2014

Anspruchsvolle Standards für eine umweltschonende Produktion

Neben sozialen Themen sind ökolo­gische Anfor­de­rungen ein weiterer wesent­licher Aspekt unseres ganzheit­lichen Liefe­ran­ten­ma­na­ge­ments. Wir prüfen unsere Liefe­ranten auf die Einhaltung unserer Umwelt­stan­dards, vermitteln ihnen wichtiges Know-how zum Klima- und Umwelt­schutz und unter­stützen sie mit konkreten Handlungs­emp­feh­lungen bei der Umsetzung von Verbes­se­rungen. Im Jahr 2014 haben wir das ambitio­nierte Detox Commitment unter­zeichnet und wollen bis spätestens 2020 gefähr­liche Chemi­kalien aus der textilen Liefer­kette ausschließen.

Die Umwelt­schutz­or­ga­ni­sation Green­peace hat 2011 ihre Detox-Kampagne gestartet, um auf den Einsatz gefähr­licher Chemi­kalien in der Textil­pro­duktion aufmerksam zu machen. Ziel des Commit­ments ist es, den Einsatz solcher Chemi­kalien bis zum Jahr 2020 in sämtlichen Prozessen der Textil­pro­duktion zu verhindern. Dies schließt die Vorstufen, wie zum Beispiel das Färben oder Bedrucken von Bekleidung, mit ein. Obwohl wir bereits seit Jahren daran arbeiten, in unseren Textilien unerwünschte Chemi­kalien auszu­schließen, stellt die Umsetzung der inhaltlich und zeitlich sehr ambitio­nierten Ziele des Green­peace Detox Commit­ments nicht nur für uns eine Heraus­for­derung dar: Auch bei unseren Liefe­ranten und deren Zulie­ferern muss das hierfür nötige Know-how aufgebaut werden. Vor dieser Heraus­for­derung steht die gesamte Textil­branche.

In der Textil­pro­duktion werden heute schät­zungs­weise 8.000 Chemi­kalien einge­setzt. Green­peace hat elf prioritäre Gruppen von gefähr­lichen Stoffen festgelegt, die vorrangig durch unbedenk­li­chere Stoffe ersetzt werden sollen. Aufgrund der vielen Produk­ti­ons­schritte in der Textil­her­stellung (von der Rohstoff­ge­winnung über das Spinnen, Weben, Bleichen, Färben, Bedrucken und Ausrüsten bis zum Konfek­tio­nieren) lassen sich die in der Produktion einge­setzten Stoffe häufig nicht identi­fi­zieren – zumal diese sich nicht zwingend im Endprodukt wieder­finden. Eine tragende Säule des Detox Commit­ments ist es deshalb, die komplexen Liefer­ketten zunächst trans­parent zu machen. Auf Basis der zuneh­menden Fokus­sierung unseres Liefe­r­an­ten­netz­werks und engen Zusam­men­arbeit mit WE Produ­zenten arbeiten wir an dieser trans­pa­renten Gestaltung der vorge­la­gerten Prozesse. Konkrete Schritte hierbei sind

  • das Überwa­chungs- und Kontroll­system für gefähr­liche Chemi­kalien vom Produkt auf die Liefer­kette zu erweitern,
  • unsere Geschäfts­partner vor Ort bei der Substi­tution unerwünschter Stoffe zu unter­stützen und
  • Verfahren zur Überprüfung der Liefe­ranten zu entwi­ckeln.

In einigen Bereichen, die relevant für die Umsetzung der Anfor­de­rungen sind, haben wir schon Erfolge erzielt: Wir verwenden zur Wasser- und Schmutz­ab­weisung anstelle per- und polyfluo­rierter Chemi­kalien (PFC) die umwelt­scho­nende Texti­laus­rüstung ecorepel®. Zusätzlich zu den Stoffen aus den elf definierten Gruppen wollen wir weitere poten­ziell gefähr­liche Chemi­kalien identi­fi­zieren und diese aus unserer Textil­her­stellung ausschließen. Darüber hinaus arbeiten wir daran, für unsere Textilien einen geschlos­senen Lebens­zyklus zum Recycling der Materialien für die Herstellung neuer Textilien zu schaffen (Die Detox Kampagne).

Verbind­liche Vorgaben für unsere Liefe­ranten

Nicht nur bei Textilien, sondern auch bei der Herstellung unserer gesamten Gebrauchs­ar­tikel gelten für unsere Liefe­ranten verbind­liche ökolo­gische Vorgaben. Diese sind im Tchibo Social and Environ­mental Code of Conduct (SCoC) festgelegt. Hierzu gehören beispiels­weise die sachge­rechte Entsorgung von Abfällen und die Einhaltung von natio­nalen Umwelt­ge­setzen. Wir verlangen von unseren Liefe­ranten, keine schäd­lichen Chemi­kalien in Luft und Wasser freizu­setzen, und achten darauf, dass sie die hierfür nötigen Filter- oder Kläran­lagen betreiben.

Seit 2014 prüfen wir alle poten­zi­ellen neuen Liefe­ranten vor Vertrags­vergabe nicht nur auf Einhaltung von Sozial­stan­dards sondern auch auf Einhaltung der ökolo­gi­schen Kriterien. Zuvor hatten wir in einer Pilot­phase in China ermittelt, wie wir diese Kriterien in das Risiko­ma­na­gement für unsere Liefer­ketten integrieren können. Die Pilot­phase hat gezeigt: 70% der Hersteller erfüllen unsere aktuellen Mindest­an­for­de­rungen. Aller­dings erwarten wir eine deutliche Verschlech­terung der Quote, denn im Rahmen von Detox werden wir unsere Anfor­de­rungen hinsichtlich der Einhaltung ökolo­gi­scher Standards in der Produktion erheblich erhöhen.

Maßnahmen zum Umwelt- und Klima­schutz

Im Quali­fi­zie­rungs­pro­gramm WE (Worldwide Enhan­cement of Social Quality) sensi­bi­li­sieren wir unsere Liefe­ranten für das Thema Umwelt­schutz. Beispiels­weise vermitteln wir den teilneh­menden Liefe­ranten wichtiges Know-how zu den Themen Ressour­cen­schonung und Klima­schutz oder helfen ihnen dabei, ein Umwelt­ma­na­ge­ment­system aufzu­bauen.

Ein weiterer Beitrag zum Umwelt- und Klima­schutz leistet die Carbon Perfor­mance Impro­vement Initiative (CPI₂). Das Programm zur Reduktion von Treib­h­aus­ga­se­mis­sionen wurde 2011 von neun deutschen Handels- und Marken­un­ter­nehmen und der Außen­han­dels­ver­ei­nigung des Deutschen Einzel­handels gegründet. Unter­stützt wird die Initiative vom Umwelt­bun­desamt (UBA) und der Deutschen Inves­ti­tions- und Entwick­lungs­ge­sell­schaft (DEG). Über ein Onlinetool gibt sie Produk­ti­ons­stätten konkrete Handlungs­emp­feh­lungen, wie sie ihren Energie­ver­brauch und CO₂-Ausstoß verringern können. Die Maßnahmen umfassen beispiels­weise Wärme­rück­ge­winnung, eine regel­mäßige Dichtungs­prüfung des Druck­luft­systems und den Einbau moderner Elektro­mo­toren. Im Jahr 2014 haben wir ein CPI₂-Pilot­projekt bei ausge­wählten Liefe­ranten in China und Bangla­desch durch­ge­führt. Inzwi­schen nehmen zehn unserer strate­gi­schen Liefe­ranten am CPI₂-Programm teil. Seit Anfang 2015 sind in das Tool auch Module zum Wasser- und Chemi­ka­li­en­ma­na­gement integriert.

Das gibt es nur bei Tchibo