Wissen macht stark
Wie Tchibo Schul- und Berufsbildung fördert.
Ob Rohkaffee oder Baumwolle: Tchibo engagiert sich in den Ursprungsregionen seiner Produkte und unterstützt Beschäftigte sowie ihre Familien. Wir fördern bildungs- und berufsorientierte Angebote nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“, etwa durch Trainings, den Bau von Schulen oder die Einrichtung von Betreuungsangeboten. Mit den Projekten trägt Tchibo dazu bei, die Lebensbedingungen zu verbessern.
Als global einkaufendes Unternehmen profitieren wir von den Möglichkeiten, die uns die internationale Arbeitsteilung eröffnet. Im Gegenzug übernehmen wir Verantwortung – sowohl in den Ursprungsländern unserer Rohkaffees als auch in den Produktionsländern unserer Baumwolle. Für alle Maßnahmen, die wir eigenständig oder mit Partnern ergreifen, gilt dabei das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“: Wir wollen die Menschen befähigen, die Gestaltung ihrer Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.
Guatemala: mehr Bildungschancen für Kinder von Kaffeefarmern
Mangels Alternativen sind insbesondere Wanderarbeiter zur Erntezeit häufig gezwungen, ihre Kinder, die sie während der Ernte auf Wanderschaft begleiten, mit auf die Kaffeefelder zu nehmen. Die Folge: Die Jungen und Mädchen können in diesen Monaten nicht zur Schule gehen und haben daher schlechtere Bildungschancen. Außerdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie unzulässige Kinderarbeit verrichten. In Kooperation mit lokalen Bildungsträgern engagieren wir uns dafür, Kindern von Kaffeefarmern eine altersgerechte Betreuung mit Bildungsangeboten bereitzustellen. Mit diesem Projekt wird den Kindern der Zugang zu Bildung erleichtert und sie finden nach der Rückkehr in ihre Heimatdörfer leichter den schulischen Anschluss.
Die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zeigen: Standort und Betreuungszeiten spielen sowohl für die Beschäftigten auf den Kaffeefarmen als auch für die Wanderarbeiter eine wichtige Rolle. Alle Befragten würden ein Betreuungsangebot für ihre Kinder in der Erntezeit in Anspruch nehmen – eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung unseres Projekts. Für die Erntesaison 2011/2012 werden wir in einem definierten Anbaugebiet ein Angebot an Betreuungsmaßnahmen schaffen. Für Kleinkinder ist ein Kindergarten geplant, der von vor Ort arbeitenden Frauen lokaler ethnischer Gruppen betreut werden soll. Zudem ist ein altersgerechtes Angebot für Schulkinder vorgesehen, um Schulwissen zu vertiefen und Wissenslücken zu schließen.
Schüler in Quinchía, Kolumbien: ganztägig versorgt dank „Fairer Genuss“
Wie im Report 2009 berichtet, hat Eduscho Österreich gemeinsam mit der „Federación Nacional de Cafeteros de Colombia“ (FNC) in der Kleinstadt Quinchía in Zentralkolumbien das Schulprojekt „San Juan“ ins Leben gerufen. Nachdem wir einen neuen Klassenraum samt Mobiliar und Lehrmaterialien bereits vollständig einrichten konnten, ging es im November 2009 an den Bau der Kantine im zweiten Stock des Gebäudes. Im Mai 2010 waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Damit wird die ganztägige Versorgung der Kinder sichergestellt – vom Schulunterricht am Vormittag über die Mittagspause bis zur Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag.
Der Neubau, der nun rund 70 Kindern unserer Partnerkooperative einen regelmäßigen Schulbesuch ermöglicht, ist auch einer Spendenaktion zu verdanken: Seit Februar 2009 bis zum Abschluss des Projektes gingen zehn Cent von jeder verkauften Packung Eduscho „Fairer Genuss“ an das südamerikanische Schulprojekt. So kam ein erheblicher Beitrag für die Abdeckung der Kosten zusammen.
Frauen in Kenia: mehr Wissen für mehr Eigenständigkeit
In Ostafrika ist das Kaffeegeschäft fest in Männerhand. Frauen sind von den Entscheidungsprozessen weitgehend ausgeschlossen – erledigen gleichzeitig jedoch einen Großteil der Feldarbeit. Seit 2010 suchen wir deshalb gezielt nach Ansätzen, um Frauen stärker in unsere Projekte zu integrieren. Ein Beispiel für diesen neuen Ansatz ist unser Trainingsprojekt in der Kooperative Baragwi (GLOSSAR) in Kenia: Eine Studie vor Ort hatte ergeben, dass die Frauen mehr über gute Anbaupraktiken für Kaffee, aber auch für Mais, Bohnen und Mangos wissen möchten. Gleichzeitig wünschen sie sich Unterstützung beim Aufbau von weiteren Einkommensquellen – wie etwa Milchwirtschaft oder Hühnerzucht – sowie bei der Finanzierungsplanung für die notwendigen Investitionen. 2010 wurden 13 bereits bestehende Frauengruppen identifiziert, die in das Projekt aufgenommen wurden.
Engagement in den Kaffeeländern – auch über die ICP
Über unser eigenes Engagement hinaus sind wir auch gemeinsam mit starken Partnern in den Ursprungsländern unseres Rohkaffees präsent. Über die „International Coffee Partners“ (ICP) sind wir seit 2001 in zahlreiche Unterstützungsmaßnahmen eingebunden, die dem Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ folgen. Insgesamt haben von der Arbeit dieses Zusammenschlusses von Akteuren der Kaffeekette bereits 12.000 Kaffeefarmer direkt und etwa 56.400 weitere Farmer indirekt profitiert.
„Cotton made in Africa“: bessere Lebensbedingungen für Baumwollbauern
Viele unserer Textilien sind aus Baumwolle gefertigt. Seit 2008 unterstützen wir deshalb maßgeblich „Cotton made in Africa“. Die Initiative der „Aid by Trade Foundation“ will die Lebensbedingungen afrikanischer Baumwollbauern und ihrer Familien in den Staaten Benin, Burkina Faso, Malawi, Elfenbeinküste und Sambia verbessern. Schulungen in umwelt- und sozialverträglichen sowie effizienten Anbaumethoden versetzen die Bauern in die Lage, größere Mengen von Qualitätsbaumwolle zu erzeugen und somit ihr Einkommen zu erhöhen. Ebenso wichtig ist es, für die Kinder der Farmer den Zugang zu Bildung zu erleichtern. Tchibo zählt zu den Abnehmern von „Cotton made in Africa“-Baumwolle. In unseren wöchentlich wechselnden Phasen bieten wir immer wieder Produkte an, die aus der Baumwolle der Initiative gefertigt wurden.
Beispiel Benin: mit starken Partnern den Weg zu mehr Bildung ebnen
In der westafrikanischen Republik Benin, einer der ärmsten Regionen der Welt, gehört Baumwolle zu den traditionellen Anbauerzeugnissen. Etwa ein Drittel der Bevölkerung lebt in extremer Armut. Viele Kinder können nicht regelmäßig zur Schule gehen, denn den Eltern fehlt das Geld für das nötige Schulmaterial und die Schulkleidung. Zudem sind die Schulen meist zu weit entfernt und die Gebäude sind oft schlecht ausgestattet: Es fehlt an Bänken, Tischen, Unterrichtsmaterial. Doch dieser Zustand soll sich nun in sechs Gemeinden ändern.
Gemeinsam mit der „Aid by Trade Foundation“, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), der Baumwollgesellschaft I.C.A.–GIE und einer örtlichen „Cotton made in Africa“-Bauernstiftung hat Tchibo im Juli 2010 ein Schulprojekt in Benin gestartet. Ziel der bis 2013 laufenden Public Private Partnership (PPP): die Verbesserung der schulischen Infrastruktur und der Unterrichtsqualität in sechs Gemeinden des Landes.
Als erster Schritt wurden im Jahr 2010 bereits Schulbücher und rund 10.000 Schuluniformen aus „Cotton made in Africa“ bereitgestellt. Die Grundsteinlegung für ein Schulgebäude in der Gemeinde Pehonco erfolgte im Dezember 2010. Sechs weitere Schulen im Norden Benins sind geplant, zehn Einrichtungen sollen mit Stromanschlüssen und Photovoltaikanlagen versehen werden. Auch zehn Schulkantinen werden errichtet – jeweils mit eigenen Trinkwasserbrunnen und Gemüsegärten.
Durch das Projekt in Benin wird nicht nur in die Zukunft der Kinder investiert, sondern darüber hinaus werden die langfristige Verbesserung der Lebensverhältnisse der Kleinbauern und die Förderung des nachhaltigen Baumwollanbaus unterstützt.
