Nachhaltigkeitsbericht 2010

Nachhaltigkeitsmanagement

Soziale Verantwortung, Umweltbewusstsein und wirtschaftlicher Erfolg schließen sich bei Tchibo nicht aus, sondern bilden die Säulen unserer Zukunftssicherung.

Verantwortung macht nicht an Grenzen Halt

Wie Tchibo nachhaltiges Handeln in allen Vertriebsländern verankert.

Tchibo hat Nachhaltigkeit in seine Unternehmensstrategie „Zukunft braucht Herkunft“ integriert und richtet seine Geschäftstätigkeiten nach ökonomischen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten aus. Das gilt selbstverständlich nicht nur für Deutschland, sondern auch für unsere Tochterunternehmen in Österreich, der Schweiz sowie im ost- und südosteuropäischen Raum.Mit wachsendem Geschäft in den ost- und südosteuropäischen Märkten geht auch eine wachsende ökologische und soziale Verantwortung einher. Im Jahr 2009 haben wir deshalb damit begonnen, die ost- und südosteuropäischen Tochterunternehmen Schritt für Schritt in unser bestehendes Nachhaltigkeitsmanagementsystem einzubeziehen.


Im Rahmen der Ausweitung unseres Nachhaltigkeitsmanagements konnten wir 2010 Fortschritte bei unseren Tochtergesellschaften in Polen, Rumänien, Russland, der Slowakei, Tschechien, der Türkei und Ungarn verzeichnen. Für die nächsten Jahre haben wir uns ehrgeizige Ziele gesetzt.

Mission: Nachhaltigkeit

Das „Mission Statement“ unserer osteuropäischen Tochterunternehmen basiert auf der „Tchibo DNA“ und ist aus unserer Unternehmensstrategie „Stärken stärken 2010“ und „Zukunft braucht Herkunft“ abgeleitet.

Für die praktische Umsetzung haben wir ein auf diese Regionen angepasstes Nachhaltigkeitsmanagementsystem entwickelt und im Jahr 2010 mit der Einführung begonnen.

Ein länderübergreifendes Team koordiniert alle Nachhaltigkeitsaktivitäten

Die Koordination der Nachhaltigkeitsaktivitäten in Osteuropa und die fachliche Unterstützung der Beschäftigten in den Tochtergesellschaften erfolgt über unsere Zentrale in Hamburg. Der Bereich Unternehmensverantwortung arbeitet dabei eng mit der für Osteuropa zuständigen Vorständin und den Geschäftsführern der Ländergesellschaften zusammen. Gemeinsam bilden sie das Steuerungsteam. Da unsere rumänische Tochtergesellschaft seit Anfang 2010 eigenständig agiert, ist nun auch der rumänische Geschäftsführer Mitglied des Steuerungsteams. Unterstützt wird das länderübergreifende Team durch die Zentralbereiche Unternehmenskommunikation, Recht, Unternehmensentwicklung, Personal, Produktmanagement, Einkauf sowie Vertriebe.

Verantwortlich für Verantwortung: die Nachhaltigkeitsexperten in den Ländern

Für die Umsetzung der im „Mission Statement“ für unsere osteuropäischen Tochterunternehmen festgelegten übergeordneten Ziele und daraus abgeleiteten Maßnahmen bedarf es auch auf operativer Ebene der Unterstützung durch motivierte und fachkundige Mitarbeiter. In Polen, der Slowakei, Tschechien und Ungarn haben wir zentrale Ansprechpartner benannt und intensiv geschult. Wichtiger Bestandteil der Schulungen waren Workshops zum Thema „Unternehmensverantwortung bei Tchibo“. Weitergehende Schulungsveranstaltungen, die die Anforderungen an die verschiedenen Fachbereiche und Verantwortlichen berücksichtigen, sind für 2011 geplant.

Zusätzlich haben die zentralen Ansprechpartner in den Ländern damit begonnen, sich selbständig auf verschiedenen Themengebieten des Nachhaltigkeitsmanagements weiterzubilden.

Für die Tochterunternehmen in Rumänien, Russland und der Türkei ist die Benennung und Ausbildung von zentralen Nachhaltigkeitsverantwortlichen für 2011 geplant. Im Anschluss werden wir parallel zur Einführung der in der Entwicklung befindlichen Nachhaltigkeitsprogramme entsprechende Nachhaltigkeitsteams bilden.

Die Integration der Nachhaltigkeitsziele in die persönlichen Zielvereinbarungen der Mitarbeiter, die an der Umsetzung der Nachhaltigkeitsaktivitäten mitwirken, haben wir uns für 2012 vorgenommen.

Herzstück des Managementsystems: länderspezifische Nachhaltigkeitsprogramme

Die entscheidenden Werkzeuge für die operative Umsetzung der unternehmensweit geltenden Nachhaltigkeitsziele in Ost- und Südosteuropa sind die im Aufbau befindlichen Nachhaltigkeitsprogramme. Die Programme werden von uns so ausgerichtet, dass sie die individuellen Gegebenheiten und Anforderungen in den einzelnen Ländern berücksichtigen.

Bei der 2010 begonnenen Entwicklung der Nachhaltigkeitsprogramme konzentrieren wir uns insbesondere auf Ziele und Maßnahmen, die im Einflussbereich der Länder liegen. Das sind vor allem Aktivitäten im ökologischen und sozialen Bereich, die in Bezug zu den Verwaltungen und Filialen stehen.

Wioletta Rosolowska

Vorständin Tchibo GmbH

„2010 haben wir uns weiter tatkräftig dafür einge­setzt, Nachhal­tigkeit fest in unserer Geschäftstä­tigkeit in Mittel- und Osteuropa zu verankern. Ich bin stolz auf das, was wir erreicht haben, vor allem im Hinblick auf die Materia­li­täts­analyse der Nachhal­tig­keits-Handlungs­felder in den verschie­denen Ländern sowie unsere Aktivi­täten im Bereich Mitar­beiter­schulung. Mir ist aber auch bewusst, welche Aufgaben noch vor uns liegen. Ein wichtiger Schritt wird 2011 beispiels­weise die Entwicklung und Umsetzung natio­naler Nachhal­tig­keits­pro­gramme sein. Das Thema Nachhal­tigkeit soll bei uns auch in Zukunft an erster Stelle stehen.“

Da die Öffentlichkeit in den ost- und südosteuropäischen Märkten Nachhaltigkeit insbesondere auch mit gemeinnützigem Engagement verbindet und dieses von den Unternehmen erwartet wird, spielen Charity-Maßnahmen eine wichtige Rolle. Das zentrale Thema Produkte und die damit zusammenhängenden Prozesse werden auch für die Nachhaltigkeitsaspekte einheitlich und zentral von Hamburg aus gesteuert.

In einem ersten Schritt haben wir mit den Verantwortlichen aus Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei Workshops durchgeführt, um relevante Themenschwerpunkte zu identifizieren. Hierbei haben sich insbesondere die folgenden Handlungsfelder ergeben:

  • Ressourcen- und Energieeinsparungen in den Verwaltungen und Filialen
  • Stärkung von Arbeitnehmerrechten
  • Kundenorientierung im Bereich Beschwerdemanagement, Datenschutz und Förderung des nachhaltigen Konsums
  • Stakeholder-Dialog und branchenübergreifender Austausch im Bereich Nachhaltigkeit
  • strategisches gesellschaftliches Engagement (Charity)

Die Verabschiedung von Nachhaltigkeitsprogrammen für alle osteuropäischen Tochterunternehmen ist für 2011 geplant.

Erste Erfolge in den Ländern

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die Erfolge, die wir in puncto Nachhaltigkeit bereits in unseren ost- und südosteuropäischen Vertriebsländern verzeichnen konnten.

Bestens gerüstet für nachhaltige Sortimente

Für die im Jahr 2011 geplante Einführung von nachhaltigen Kaffeeprodukten und die Umstellung unserer Coffee Bars auf nachhaltige Qualitäten haben wir im Berichtsjahr die Voraussetzungen für die erfolgreiche Zertifizierung der ost- und südosteuropäischen Landesgesellschaften nach den Standards der Organisationen, Siegel und Stiftungen Fairtrade, Bio, Rainforest Alliance und UTZ Certified geschaffen. Wir konnten die bestehenden Auditierungs- und Siegelnutzungsfreigabeprozesse auf unsere osteuropäischen Tochterunternehmen übertragen und entsprechend anpassen. Für die 2011 bevorstehende Gruppenzertifizierung – gemäß den genannten Standards – sind wir deshalb bestens gerüstet.

Seit 2010 sind unsere Sortimente nachhaltiger Gebrauchsartikel (insbesondere Organic Cotton, Cotton made in Africa und gemäß FSC®) in allen osteuropäischen Vertriebsmärkten vertreten. Analog zum Bereich Kaffee werden wir im Lauf des nächsten Jahres die Vorbereitungen für die Gruppenzertifizierung beziehungsweise -verifizierung nach den genannten Standards treffen.

Gleiche Regeln für alle: Unser Verhaltenskodex für Mitarbeiter ist international

2010 haben wir den Tchibo Code of Conduct als festen Bestandteil in die „Human Resources Guideline“ für Ost- und Südosteuropa integriert. Eine Analyse dieser Richtlinie hat ergeben, dass alle relevanten Konventionen der International Labour Organization (ILO) bei der Erstellung zugrunde gelegt und berücksichtigt wurden.

Gleiches Recht für alle: Datenschutz und Service in den Ländern

Im Bereich Datenschutz gilt eine länderübergreifende Datenschutzrichtlinie. Alle Tochterunternehmen der Tchibo GmbH haben Datenschutzkoordinatoren benannt, die geschult wurden. Sie haben die Aufgabe, die Datenschutzaktivitäten in den Ländern zu steuern. Der zentrale Datenschutzbeauftragte in der Unternehmenszentrale in Hamburg überwacht das ordnungsgemäße Funktionieren des Datenschutzmanagements.

Ein 2010 gestartetes Projekt zur internationalen Vereinheitlichung unserer Servicestandards konnte ebenfalls erfolgreich abgeschlossen werden. Es gelten nun für alle Kunden die gleichen Serviceversprechen. Lediglich durch nationale Rechts- und Wettbewerbsvorschriften kann es zu geringfügigen Abweichungen kommen. Den Aufbau eines vereinheitlichten Beschwerdemanagementsystems für Ost- und Südosteuropa haben wir uns für 2012 vorgenommen.

Mit gutem Beispiel voran: Tchibo Polen

Tchibo Polen hat 2010 das „Green Office Certificate“ der „Environmental Partnership Foundation“ erhalten – und damit die Bestätigung, strenge Umweltstandards im Arbeitsumfeld zu erfüllen. Für 2011 streben wir auch für die anderen Tochterunternehmen vergleichbare Zertifikate an.

Zudem hat Tchibo Polen ein Corporate Volunteering Programm ins Leben gerufen: Mitarbeiter können sich mit finanzieller Unterstützung des Unternehmens für soziale Projekte engagieren. Außerdem hat unsere Tochtergesellschaft in Polen zusammen mit unserem Zentralbereich Unternehmensverantwortung eine neue Spendenrichtlinie erarbeitet, die festlegt, unter welchen Bedingungen Institutionen karitativ unterstützt werden können.

Im August 2010 haben wir in Warschau gemeinsam mit der Aeris-Futuro-Stiftung ein Bildungsprojekt durchgeführt. Ziel war es, das ökologische Bewusstsein der Tchibo Mitarbeiter in Polen zu steigern und sie zu motivieren, an Umweltschutzinitiativen teilzunehmen.

Gut informiert: Tschechien und Slowakei

Tchibo Tschechien und Tchibo Slowakei haben 2010 eine interne Schulungskampagne durchgeführt. Ziel der Kampagne war es, die Beschäftigten in der Verwaltung und in den Filialen über unsere Nachhaltigkeitsaktivitäten zu informieren und für die einzelnen Themen zu sensibilisieren. Begleitet wurde die Kampagne von einer Umfrage unter allen Mitarbeitern zum Grad ihrer Sensibilisierung für den Bereich Nachhaltigkeit und zu ihrem Informationsstand über die Nachhaltigkeitsaktivitäten. Bei 98 Prozent der Fragebögen waren über 86 Prozent der Antworten vollständig und richtig. Die erfolgreichsten Kollegen wurden mit Preisen belohnt.

Identifikation mit Nachhaltigkeit stärken – durch offene Kommunikation

Die interne Kommunikation über Ziele und Aktivitäten hat einen entscheidenden Einfluss auf die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Thema Nachhaltigkeit.

Unsere ost- und südosteuropäischen Beschäftigten werden deshalb durch regelmäßige Berichte im Intranet über Nachhaltigkeitsmaßnahmen in allen Vertriebsmärkten informiert. Zusätzlich steht allen Mitarbeitern unser Nachhaltigkeitsbericht in englischer Sprache zur Verfügung. Außerdem sind auf fast allen nationalen Websites Informationen zu den konzernweiten Nachhaltigkeitsaktivitäten in den jeweiligen Landessprachen zusammengestellt. Wir planen, den Nachhaltigkeitsbericht Schritt für Schritt auch in den ost- und südosteuropäischen Landessprachen zu veröffentlichen.

Darüber hinaus werden wir im nächsten Jahr analog zu unserer Kommunikationsstrategie in Deutschland, Österreich und der Schweiz eine externe Kommunikationsstrategie für die ost- und südosteuropäischen Landesgesellschaften entwickeln. Hierbei werden die Bereiche Unternehmensverantwortung und Unternehmenskommunikation in der Zentrale in Hamburg eng mit den Geschäftsführern der Tochterunternehmen und den nationalen Nachhaltigkeitsteams zusammenarbeiten.

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