Rückblick auf den Fortschritt
Welche Entwicklungen im Bereich Unternehmensverantwortung Tchibo bisher angestoßen hat.
Von der Einführung eines verbindlichen sozialen Verhaltenskodex für unsere Lieferanten bis zur Erweiterung unseres Sortiments um „grüne“ Energieprodukte – auf dem Weg zu einem ökologisch wie sozial verträglichen Geschäftsmodell sind wir in den letzten Jahren gut vorangekommen. Die wichtigsten Meilensteine und Entwicklungen haben wir an dieser Stelle für Sie zusammengefasst.
Rückblick auf den Fortschritt
2004
Der im April 2004 eingeführte SCoC bildet die Grundlage der sozialen Anforderungen, die wir an unsere Lieferanten im Bereich der Gebrauchsartikel stellen. Dieser soziale Verhaltenskodex basiert auf den weltweit anerkannten Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und auf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen – als Leitstandard gilt der SA8000. Der Kodex ist Teil jedes Lieferantenvertrags und damit für unsere Gebrauchsartikellieferanten auf der ganzen Welt verbindlich.
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2005
Auch aus Anlass einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne der Clean Clothes Campaign haben wir Ende 2005 unsere Verfahren zur Sicherstellung sozialer Standards in der Zulieferkette für Gebrauchsartikel überprüft und begonnen, diese neu zu gestalten. Hierzu gehörte insbesondere die Anpassung des Social Code of Conduct (SCoC) an den kompletten Katalog relevanter Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO)
2006
Seit April 2006 steht der Direktionsbereich Unternehmensverantwortung mit seinen Beratern den Tchibo Mitarbeitern bei der systematischen Ausrichtung der Geschäftstätigkeit nach ökologischen und sozialen Kriterien zur Seite. Der Bereich berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden und ist zusammen mit dem Bereich Unternehmenskommunikation außerdem Ansprechpartner für die verschiedenen gesellschaftlichen Anspruchssteller (sogenannte Stakeholder) des Unternehmens.
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Im April 2006 wurde der SCoC nochmals überarbeitet. Wesentliche Änderungen bestanden in der vertraglich geforderten Schriftform von Arbeitsverträgen für die Beschäftigten sowie in der Begrenzung der maximalen Wochenarbeitszeit auf 48 Stunden. Des Weiteren wird im neuen SCoC direkt auf die jeweils relevanten ILO-Konventionen verwiesen, um die zugrunde liegende Anforderung für alle Beteiligten transparent zu machen.
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Die Mitgliedschaft bei SAI (GLOSSAR) ermöglicht den kontinuierlichen Austausch von Wissen und Erfahrungen im Themenfeld Sozialverantwortung in der Lieferkette von wesentlichen internationalen gesellschaftlichen Anspruchsstellern. Darüber hinaus lassen wir unsere Managementsysteme seither einmal jährlich von SAI auf Funktionstüchtigkeit und Handlungsfähigkeit überprüfen und stellen uns damit einer unabhängigen Kontrolle.
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Der 1972 gegründete Tchibo Coffee Service versorgt international Geschäftskunden und Großverbraucher in Gastronomie und Hotellerie sowie in der Arbeitsplatz- und Gemeinschaftsverpflegung mit bis zu vier Millionen Tassen Kaffee täglich. Im Juni 2006 wurden unter der Marke Vista erstmals nachhaltige Kaffees in das Produktsortiment für Außer-Haus-Kunden aufgenommen: Die Produkte Vista Brazilian, Vista Dark Roast und Vista Trinkschokolade sind Fairtrade-zertifziert, der Vista Espresso trägt das FAIRTRADE- und das Bio-Siegel. Mittlerweile stammen mindestens 30 Prozent der für die Marke Piacetto verarbeiteten Kaffeebohnen von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen.
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Von November 2006 bis Mai 2009 war Tchibo Praxispartner des Projekts Logistics towards Sustainability (LOTOS, Logistik auf dem Weg zur Nachhaltigkeit), das von der Technischen Universität Hamburg-Harburg initiiert sowie durch das Bundesumweltministerium (BMU) gefördert wurde. Im Rahmen des Projekts wurden die Prozesse in der Beschaffungs- und Transportkette von Tchibo hinsichtlich Ressourceneinsatz, Klimarelevanz und Optimierungsmöglichkeiten untersucht, Handlungsoptionen erarbeitet und anschließend konkrete Maßnahmen zur Reduktion der transportbedingten CO2-Emissionen abgeleitet. Seit Abschluss des gemeinschaftlichen Projektabschnitts führt Tchibo LOTOS mit dem Ziel weiter, bis zum Jahr 2015 die CO2-Emissionen im Vergleich zu 2006 um 30 Prozent zu senken.
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2007
Damit sich Tchibo Mitarbeiter weltweit ethischen Geschäftspraktiken, fairem Verhalten und der ausnahmslosen Einhaltung aller Gesetze verpflichtet fühlen, haben wir im Juli 2007 einen entsprechenden Verhaltenskodex eingeführt. Dieser enthält verschiedene Grundregeln für die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern und dient seither als Leitfaden und Ratgeber für die tägliche Arbeit unserer Beschäftigten. Bei Verstößen können sich unsere Mitarbeiter an eine unabhängige Ombudsstelle wenden.
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Im September 2007 hat Tchibo gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) (heute: GIZ – Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit) das WE Projekt (WE = Worldwide Enhancement of Social Quality) ins Leben gerufen. Im Dialog aller Beteiligten miteinander – wie Fabrikbesitzer und Manager, Beschäftigte und ihre Repräsentanten sowie Einkäufer bei Tchibo – sollen signifikante Fortschritte bei den Arbeitsbedingungen der beteiligten Produktionsstätten in China, Bangladesch und Thailand erzielt werden. Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotphase wurde das Projekt auf weitere Produktionsstätten ausgeweitet. Es wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.
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2008
Seit dem 1. Januar 2008 beziehen wir für unsere deutschen Verwaltungen, Röstereien und Lager ausschließlich Ökostrom. Anfang 2009 haben wir auch fast alle Filialen in Deutschland auf Ökostrom umgestellt. 100 Prozent der für diese Standorte eingekauften Energie stammen seither aus nachhaltigen Quellen.
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In den Jahren 2008 und 2009 engagierte sich Tchibo beim deutschen Pilotprojekt „Product Carbon Footprint“ (PCF), das unter der Trägerschaft des WWF, des Öko-Instituts, des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung sowie der Initiative THEMA1 unter anderem die Berechnung des produktbezogenen CO2-Fußabdrucks verschiedener Konsumgüter zum Ziel hatte. Im Rahmen des Folgeprojekts „Plattform Klimaverträglicher Konsum“ setzte Tchibo dieses Engagement fort.
Seit Herbst 2008 bietet Tchibo in ausgewählten Wochenwelten Baumwollprodukte von „Cotton made in Africa“ und „Textile Exchange“ an. Die Initiative „Cotton made in Africa“ der Stiftung Aid by Trade hat sich zum Ziel gesetzt, Erträge und Absatzchancen für afrikanische Baumwolle aus den Ländern Benin, Burkina Faso, Mosambik, Elfenbeinküste, Malawi und Sambia zu verbessern. Für „Organic Cotton“-Artikel wird Bio-Baumwolle verarbeitet, die nach den international anerkannten Standards der Nichtregierungsorganisation „Textile Exchange“ zertifiziert ist.
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Seit Mai 2008 bietet Tchibo ein umfassendes Sortiment an Kaffees an, die mit den Siegeln von Fairtrade, Rainforest Alliance und Bio erkennbar nachhaltig sind. Diese Kaffees wurden gemäß den Anforderungen des jeweiligen Standards produziert und gehandelt. So tragen seit 2008 alle Privat Kaffee-Sorten und die „Frischen Ernten“ das Siegel der Rainforest Alliance. Ende Juni 2008 folgte mit „BioGenuss“ das erste mit dem Bio-Siegel zertifizierte Kaffeeprodukt und im Oktober 2008 haben wir erstmals Fairtrade-gesiegelten Espresso ins Filialsortiment aufgenommen.
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Im Dezember 2008 hat Tchibo seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht in einer Online-Version veröffentlicht. In dem Bericht legte das Unternehmen erstmals detailliert und transparent seine Aktivitäten zu allen wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen dar. Die Global Reporting Initiative hat den Bericht zur nachhaltigen Entwicklung im Dezember 2008 überprüft und den höchsten Anwendungsgrad A bestätigt. Seitdem erfolgt eine jährliche Berichterstattung.
2009
Tchibo hat sich 2009 als erstes großes deutsches Handelsunternehmen sowohl für Holz- als auch gleichzeitig für Papierprodukte nach den strengen Standards des „Forest Stewardship Council“ (FSC) zertifizieren lassen. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Projekt gestartet, um die Nachhaltigkeitsaktivitäten auf den Einkauf von Produkten und Verpackungen sowie auf intern verwendetes Material aus FSC-zertifiziertem Papier und Holz auszuweiten.
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Tchibo ist am 18. November 2009 dem Global Compact der Vereinten Nationen (UN) beigetreten. Das Unternehmen bekennt sich damit zu den zehn UN Global Compact Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung sowie deren Berücksichtigung in den Geschäftsprozessen. Die Veröffentlichung der Fortschrittsmitteilungen orientiert sich am Zyklus der Nachhaltigkeitsberichterstattung.
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Seit Juni 2009 ist das Thema Datenschutz durch ein umfassendes Managementsystem bei Tchibo verankert. Unter der Leitung des Datenschutzbeauftragten beschäftigen sich seither bereichsübergreifende Arbeitsgruppen mit verschiedenen datenschutzrechtlichen Fragestellungen. Koordinatoren in den Fachbereichen helfen dabei, datenschutzrelevante Themen frühzeitig zu identifizieren und Datenschutz zu einem integralen Bestandteil der Prozesse zu machen.
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2009 haben wir damit begonnen, die osteuropäischen Tochterunternehmen Schritt für Schritt in unsere bestehenden Nachhaltigkeitsmanagementsysteme einzubeziehen. Das im ersten Schritt erstellte „Mission Statement“ unserer osteuropäischen Tochterunternehmen basiert auf der Tchibo DNA und ist aus unserer Unternehmensstrategie „Stärken stärken 2010“ und „Zukunft braucht Herkunft“ abgeleitet. Für die praktische Umsetzung haben wir ein an diese Regionen angepasstes Nachhaltigkeitsmanagementsystem entwickelt und 2010 mit der Einführung begonnen.
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Seit Ende 2009 werden in unseren Tchibo Coffee Bars deutschlandweit und in der Schweiz alle koffeinhaltigen Kaffees und Kaffeespezialitäten ausschließlich aus zertifizierten Kaffeequalitäten zubereitet: Die Bohnen für Spezialitäten auf Espressobasis sind Fairtrade-zertifiziert, während der Filterkaffee aus Bohnen besteht, die von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen stammen.
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2010
Durch die projektorientierte Mitarbeit in der ETI entwickeln wir gemeinsam mit relevanten gesellschaftlichen Anspruchsstellern Lösungsansätze für besondere Herausforderungen im Themenfeld Sozialverantwortung in der Zulieferkette von Gebrauchsartikeln.
Hierzu zählen insbesondere die Unterthemen „Lebensunterhaltdeckende Löhne“ (sogenannte Living Wages) sowie „Gewerkschaftsfreiheit und Recht auf Tarifverhandlungen“.
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Im August 2010 haben wir eine ganze Wochenwelt zum Thema Ressourceneffizienz im Haushalt gestaltet. Unter dem Motto „Wir helfen sparen: Mit ‚grünem‘ Beispiel voran“ boten wir unseren Kunden ein umfassendes Sortiment von Gebrauchsartikeln, mit denen sie in den eigenen vier Wänden Energie, Wasser und CO2 einsparen können – etwa Zeitschaltuhren, digitale Heizkörperregler oder Wassersparaufsätze. Dazu gaben wir den Kunden weitere Hilfen – wie etwa eine unverbindliche Energiesparberatung – an die Hand.
Mehr zum Thema nachhaltiger Konsum
Seit Oktober 2010 bietet Tchibo seinen Kunden Ökostrom aus 100 Prozent Wasserkraft an. Im Januar 2011 hat Tchibo zusätzlich ein klimaschonendes Erdgas ins Sortiment aufgenommen. Damit haben Tchibo Kunden die Möglichkeit, auf eine klimaverträgliche und sichere Energieversorgung umzusteigen.
Mehr zum Thema nachhaltiger Konsum
Tchibo engagiert sich im Rahmen der Initiative „Cotton made in Africa“ für ein im Jahr 2010 gestartetes Schulprojekt in Benin. Gemeinsam mit der Aid by Trade Foundation, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) und lokalen Partnern verfolgen wir das Ziel, die schulische Infrastruktur und die Unterrichtsqualität in den Anbauregionen für „Cotton made in Africa“ zu verbessern. Bereits 2010 konnten 10.000 Schüler mit Schuluniformen ausgestattet werden. Insgesamt ist der Bau von sieben Schulen in sechs Gemeinden geplant. Das Projekt läuft noch bis 2013.
Mehr zum Thema Bildungsprojekte im Ursprung
Wir unterstützen Kaffeefarmer bei der Umstellung von konventionell auf verantwortlich erzeugten Kaffee. 2010 haben wir zwei Projekte initiiert, für die sich zehn Kaffeefarmen in Guatemala sowie 13.000 in einer Kooperative zusammengeschlossene Kleinfarmer in Kenia auf eine Zertifizierung nach den Anforderungen der Rainforest Alliance vorbereiten.
Mehr zum Thema Maßnahmen im Ursprung
