Nachhaltigkeitsbericht 2010

Nachhaltigkeitsmanagement

Soziale Verantwortung, Umweltbewusstsein und wirtschaftlicher Erfolg schließen sich bei Tchibo nicht aus, sondern bilden die Säulen unserer Zukunftssicherung.

Rückblick auf den Fortschritt

Welche Entwicklungen im Bereich Unternehmensverantwortung Tchibo bisher angestoßen hat.

Von der Einführung eines verbindlichen sozialen Verhaltenskodex für unsere Lieferanten bis zur Erweiterung unseres Sortiments um „grüne“ Energieprodukte – auf dem Weg zu einem ökologisch wie sozial verträglichen Geschäftsmodell sind wir in den letzten Jahren gut vorangekommen. Die wichtigsten Meilensteine und Entwicklungen haben wir an dieser Stelle für Sie zusammengefasst.


Rückblick auf den Fortschritt

2004

Der im April 2004 einge­führte SCoC bildet die Grundlage der sozialen Anfor­de­rungen, die wir an unsere Liefe­ranten im Bereich der Gebrauchs­ar­tikel stellen. Dieser soziale Verhal­tens­kodex basiert auf den weltweit anerkannten Kernar­beits­normen der Inter­na­tio­nalen Arbeits­or­ga­ni­sation (ILO) und auf der Allge­meinen Erklärung der Menschen­rechte der Vereinten Nationen – als Leitstandard gilt der SA8000. Der Kodex ist Teil jedes Liefe­ran­ten­ver­trags und damit für unsere Gebrauchs­ar­ti­kel­lie­fe­ranten auf der ganzen Welt verbindlich.
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2005

Auch aus Anlass einer öffent­lich­keits­wirk­samen Kampagne der Clean Clothes Campaign haben wir Ende 2005 unsere Verfahren zur Sicher­stellung sozialer Standards in der Zulie­fer­kette für Gebrauchs­ar­tikel überprüft und begonnen, diese neu zu gestalten. Hierzu gehörte insbe­sondere die Anpassung des Social Code of Conduct (SCoC) an den kompletten Katalog relevanter Konven­tionen der Inter­na­tio­nalen Arbeits­or­ga­ni­sation (ILO)

2006

Seit April 2006 steht der Direk­ti­ons­be­reich Unter­neh­mens­ver­ant­wortung mit seinen Beratern den Tchibo Mitar­beitern bei der syste­ma­ti­schen Ausrichtung der Geschäftstä­tigkeit nach ökolo­gi­schen und sozialen Kriterien zur Seite. Der Bereich berichtet direkt an den Vorstands­vor­sit­zenden und ist zusammen mit dem Bereich Unter­neh­mens­kom­mu­ni­kation außerdem Ansprech­partner für die verschie­denen gesell­schaft­lichen Anspruchs­steller (sogenannte Stake­holder) des Unter­nehmens.
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Im April 2006 wurde der SCoC nochmals überar­beitet. Wesent­liche Änderungen bestanden in der vertraglich gefor­derten Schriftform von Arbeits­ver­trägen für die Beschäf­tigten sowie in der Begrenzung der maximalen Wochen­ar­beitszeit auf 48 Stunden. Des Weiteren wird im neuen SCoC direkt auf die jeweils relevanten ILO-Konven­tionen verwiesen, um die zugrunde liegende Anfor­derung für alle Betei­ligten trans­parent zu machen.
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Die Mitglied­schaft bei SAI (GLOSSAR) ermög­licht den konti­nu­ier­lichen Austausch von Wissen und Erfah­rungen im Themenfeld Sozial­ver­ant­wortung in der Liefer­kette von wesent­lichen inter­na­tio­nalen gesell­schaft­lichen Anspruchs­stellern. Darüber hinaus lassen wir unsere Manage­ment­systeme seither einmal jährlich von SAI auf Funkti­ons­tüch­tigkeit und Handlungs­fä­higkeit überprüfen und stellen uns damit einer unabhän­gigen Kontrolle.
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Der 1972 gegründete Tchibo Coffee Service versorgt inter­na­tional Geschäfts­kunden und Großver­braucher in Gastro­nomie und Hotel­lerie sowie in der Arbeits­platz- und Gemein­schafts­ver­pflegung mit bis zu vier Millionen Tassen Kaffee täglich. Im Juni 2006 wurden unter der Marke Vista erstmals nachhaltige Kaffees in das Produkt­sor­timent für Außer-Haus-Kunden aufge­nommen: Die Produkte Vista Brazilian, Vista Dark Roast und Vista Trink­scho­kolade sind Fairtrade-zertif­ziert, der Vista Espresso trägt das FAIRTRADE- und das Bio-Siegel. Mittler­weile stammen mindestens 30 Prozent der für die Marke Piacetto verar­bei­teten Kaffee­bohnen von Rainforest Alliance zerti­fi­zierten Farmen.
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Von November 2006 bis Mai 2009 war Tchibo Praxis­partner des Projekts Logistics towards Sustaina­bility (LOTOS, Logistik auf dem Weg zur Nachhal­tigkeit), das von der Techni­schen Univer­sität Hamburg-Harburg initiiert sowie durch das Bundesum­welt­mi­nis­terium (BMU) gefördert wurde. Im Rahmen des Projekts wurden die Prozesse in der Beschaf­fungs- und Trans­port­kette von Tchibo hinsichtlich Ressour­cen­einsatz, Klima­re­levanz und Optimie­rungs­mög­lich­keiten unter­sucht, Handlungs­op­tionen erarbeitet und anschließend konkrete Maßnahmen zur Reduktion der trans­port­be­dingten CO2-Emissionen abgeleitet. Seit Abschluss des gemein­schaft­lichen Projekt­ab­schnitts führt Tchibo LOTOS mit dem Ziel weiter, bis zum Jahr 2015 die CO2-Emissionen im Vergleich zu 2006 um 30 Prozent zu senken.
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2007

Damit sich Tchibo Mitar­beiter weltweit ethischen Geschäftsprak­tiken, fairem Verhalten und der ausnahms­losen Einhaltung aller Gesetze verpflichtet fühlen, haben wir im Juli 2007 einen entspre­chenden Verhal­tens­kodex einge­führt. Dieser enthält verschiedene Grund­regeln für die Zusam­men­arbeit mit Geschäfts­partnern und dient seither als Leitfaden und Ratgeber für die tägliche Arbeit unserer Beschäf­tigten. Bei Verstößen können sich unsere Mitar­beiter an eine unabhängige Ombuds­stelle wenden.
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Im September 2007 hat Tchibo gemeinsam mit der Deutschen Gesell­schaft für Technische Zusam­men­arbeit (GTZ) (heute: GIZ – Deutsche Gesell­schaft für Inter­na­tionale Zusam­men­arbeit) das WE Projekt (WE = Worldwide Enhan­cement of Social Quality) ins Leben gerufen. Im Dialog aller Betei­ligten mitein­ander – wie Fabrik­be­sitzer und Manager, Beschäf­tigte und ihre Reprä­sen­tanten sowie Einkäufer bei Tchibo – sollen signi­fi­kante Fortschritte bei den Arbeits­be­din­gungen der betei­ligten Produk­ti­ons­stätten in China, Bangla­desch und Thailand erzielt werden. Nach erfolg­reichem Abschluss der Pilot­phase wurde das Projekt auf weitere Produk­ti­ons­stätten ausge­weitet. Es wird vom Bundes­mi­nis­terium für wirtschaft­liche Zusam­men­arbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.
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2008

Seit dem 1. Januar 2008 beziehen wir für unsere deutschen Verwal­tungen, Röste­reien und Lager ausschließlich Ökostrom. Anfang 2009 haben wir auch fast alle Filialen in Deutschland auf Ökostrom umgestellt. 100 Prozent der für diese Standorte einge­kauften Energie stammen seither aus nachhal­tigen Quellen.
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In den Jahren 2008 und 2009 engagierte sich Tchibo beim deutschen Pilot­projekt „Product Carbon Footprint“ (PCF), das unter der Träger­schaft des WWF, des Öko-Instituts, des Potsdam-Instituts für Klima­fol­gen­for­schung sowie der Initiative THEMA1 unter anderem die Berechnung des produkt­be­zo­genen CO2-Fußab­drucks verschie­dener Konsum­güter zum Ziel hatte. Im Rahmen des Folge­pro­jekts „Plattform Klima­ver­träg­licher Konsum“ setzte Tchibo dieses Engagement fort.

Seit Herbst 2008 bietet Tchibo in ausge­wählten Wochen­welten Baumwoll­pro­dukte von „Cotton made in Africa“ und „Textile Exchange“ an. Die Initiative „Cotton made in Africa“ der Stiftung Aid by Trade hat sich zum Ziel gesetzt, Erträge und Absatz­chancen für afrika­nische Baumwolle aus den Ländern Benin, Burkina Faso, Mosambik, Elfen­bein­küste, Malawi und Sambia zu verbessern. Für „Organic Cotton“-Artikel wird Bio-Baumwolle verar­beitet, die nach den inter­na­tional anerkannten Standards der Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sation „Textile Exchange“ zerti­fi­ziert ist.
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Seit Mai 2008 bietet Tchibo ein umfas­sendes Sortiment an Kaffees an, die mit den Siegeln von Fairtrade, Rainforest Alliance und Bio erkennbar nachhaltig sind. Diese Kaffees wurden gemäß den Anfor­de­rungen des jewei­ligen Standards produ­ziert und gehandelt. So tragen seit 2008 alle Privat Kaffee-Sorten und die „Frischen Ernten“ das Siegel der Rainforest Alliance. Ende Juni 2008 folgte mit „BioGenuss“ das erste mit dem Bio-Siegel zerti­fi­zierte Kaffee­produkt und im Oktober 2008 haben wir erstmals Fairtrade-gesie­gelten Espresso ins Filial­sor­timent aufge­nommen.
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Im Dezember 2008 hat Tchibo seinen ersten Nachhal­tig­keits­be­richt in einer Online-Version veröf­fent­licht. In dem Bericht legte das Unter­nehmen erstmals detail­liert und trans­parent seine Aktivi­täten zu allen wesent­lichen Nachhal­tig­keits­themen dar. Die Global Reporting Initiative hat den Bericht zur nachhal­tigen Entwicklung im Dezember 2008 überprüft und den höchsten Anwen­dungsgrad A bestätigt. Seitdem erfolgt eine jährliche Bericht­er­stattung.

2009

Tchibo hat sich 2009 als erstes großes deutsches Handels­un­ter­nehmen sowohl für Holz- als auch gleich­zeitig für Papier­pro­dukte nach den strengen Standards des „Forest Stewardship Council“ (FSC) zerti­fi­zieren lassen. In diesem Zusam­menhang wurde auch ein Projekt gestartet, um die Nachhal­tig­keits­ak­ti­vi­täten auf den Einkauf von Produkten und Verpa­ckungen sowie auf intern verwen­detes Material aus FSC-zerti­fi­ziertem Papier und Holz auszu­weiten.
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Tchibo ist am 18. November 2009 dem Global Compact der Vereinten Nationen (UN) beige­treten. Das Unter­nehmen bekennt sich damit zu den zehn UN Global Compact Prinzipien in den Bereichen Menschen­rechte, Arbeits­normen, Umwelt­schutz und Korrup­ti­ons­be­kämpfung sowie deren Berück­sich­tigung in den Geschäftspro­zessen. Die Veröf­fent­li­chung der Fortschritts­mit­tei­lungen orien­tiert sich am Zyklus der Nachhal­tig­keits­be­richt­er­stattung.
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Seit Juni 2009 ist das Thema Daten­schutz durch ein umfas­sendes Manage­ment­system bei Tchibo verankert. Unter der Leitung des Daten­schutz­be­auf­tragten beschäf­tigen sich seither bereichs­über­grei­fende Arbeits­gruppen mit verschie­denen daten­schutz­recht­lichen Frage­stel­lungen. Koordi­na­toren in den Fachbe­reichen helfen dabei, daten­schutz­re­le­vante Themen frühzeitig zu identi­fi­zieren und Daten­schutz zu einem integralen Bestandteil der Prozesse zu machen.
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2009 haben wir damit begonnen, die osteu­ro­päi­schen Tochter­un­ter­nehmen Schritt für Schritt in unsere beste­henden Nachhal­tig­keits­ma­na­ge­ment­systeme einzu­be­ziehen. Das im ersten Schritt erstellte „Mission Statement“ unserer osteu­ro­päi­schen Tochter­un­ter­nehmen basiert auf der Tchibo DNA und ist aus unserer Unter­neh­mens­stra­tegie „Stärken stärken 2010“ und „Zukunft braucht Herkunft“ abgeleitet. Für die praktische Umsetzung haben wir ein an diese Regionen angepasstes Nachhal­tig­keits­ma­na­ge­ment­system entwi­ckelt und 2010 mit der Einführung begonnen.
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Seit Ende 2009 werden in unseren Tchibo Coffee Bars deutsch­landweit und in der Schweiz alle koffe­in­hal­tigen Kaffees und Kaffee­s­pe­zia­li­täten ausschließlich aus zerti­fi­zierten Kaffee­qua­li­täten zubereitet: Die Bohnen für Spezia­li­täten auf Espres­so­basis sind Fairtrade-zerti­fi­ziert, während der Filter­kaffee aus Bohnen besteht, die von Rainforest Alliance zerti­fi­zierten Farmen stammen.
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2010

Durch die projek­t­ori­en­tierte Mitarbeit in der ETI entwi­ckeln wir gemeinsam mit relevanten gesell­schaft­lichen Anspruchs­stellern Lösungs­an­sätze für besondere Heraus­for­de­rungen im Themenfeld Sozial­ver­ant­wortung in der Zulie­fer­kette von Gebrauchs­ar­tikeln.

Hierzu zählen insbe­sondere die Untert­hemen „Lebens­un­ter­halt­de­ckende Löhne“ (sogenannte Living Wages) sowie „Gewerk­schafts­freiheit und Recht auf Tarif­ver­hand­lungen“.
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Im August 2010 haben wir eine ganze Wochenwelt zum Thema Ressour­cenef­fi­zienz im Haushalt gestaltet. Unter dem Motto „Wir helfen sparen: Mit ‚grünem‘ Beispiel voran“ boten wir unseren Kunden ein umfas­sendes Sortiment von Gebrauchs­ar­tikeln, mit denen sie in den eigenen vier Wänden Energie, Wasser und CO2 einsparen können – etwa Zeitschalt­uhren, digitale Heizkörper­regler oder Wasser­spa­rauf­sätze. Dazu gaben wir den Kunden weitere Hilfen – wie etwa eine unver­bind­liche Energie­spar­be­ratung – an die Hand.
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Seit Oktober 2010 bietet Tchibo seinen Kunden Ökostrom aus 100 Prozent Wasser­kraft an. Im Januar 2011 hat Tchibo zusätzlich ein klima­scho­nendes Erdgas ins Sortiment aufge­nommen. Damit haben Tchibo Kunden die Möglichkeit, auf eine klima­ver­träg­liche und sichere Energie­ver­sorgung umzusteigen.
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Tchibo engagiert sich im Rahmen der Initiative „Cotton made in Africa“ für ein im Jahr 2010 gestar­tetes Schul­projekt in Benin. Gemeinsam mit der Aid by Trade Foundation, der Deutschen Gesell­schaft für Inter­na­tionale Zusam­men­arbeit (GIZ), der Deutschen Inves­ti­tions- und Entwick­lungs­ge­sell­schaft (DEG) und lokalen Partnern verfolgen wir das Ziel, die schulische Infra­struktur und die Unter­richts­qua­lität in den Anbau­re­gionen für „Cotton made in Africa“ zu verbessern. Bereits 2010 konnten 10.000 Schüler mit Schul­uni­formen ausge­stattet werden. Insgesamt ist der Bau von sieben Schulen in sechs Gemeinden geplant. Das Projekt läuft noch bis 2013.
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Wir unter­stützen Kaffee­farmer bei der Umstellung von konven­tionell auf verant­wortlich erzeugten Kaffee. 2010 haben wir zwei Projekte initiiert, für die sich zehn Kaffee­farmen in Guatemala sowie 13.000 in einer Koope­rative zusam­men­ge­schlossene Klein­farmer in Kenia auf eine Zerti­fi­zierung nach den Anfor­de­rungen der Rainforest Alliance vorbe­reiten.
Mehr zum Thema Maßnahmen im Ursprung

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