Nachhaltigkeitsbericht 2010

Unternehmensverantwortung bei Tchibo

Lernen Sie in unserem Nachhaltigkeitsbericht den strategischen Ansatz und die vielfältigen Aktivitäten von Tchibo näher kennen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Wie Tchibo Nachhal­tigkeit in allen Handlungs­feldern verankert.

Ökonomie, Ökologie und soziale Verant­wortung – drei Begriffe, die bei Tchibo zusam­men­ge­hören. Gemeinsam bilden sie die Säulen unserer strate­gi­schen Zukunfts­si­cherung. Denn nur wenn wir die Auswir­kungen unserer Geschäftstä­tigkeit auf Mensch und Umwelt überall auf der Welt bedenken, können wir unseren Kunden auch in Zukunft das bieten, was Tchibo ausmacht: höchste Röstkaf­fee­qua­lität und eine wöchentlich wechselnde Gebrauchs­ar­ti­kel­vielfalt.

Im Jahr 2006 haben wir damit begonnen, unsere unternehmerische Verantwortung zu systematisieren und ganzheitlich wahrzunehmen. Heute ist Nachhaltigkeit integraler Bestandteil unserer Geschäftsstrategie. In der Praxis bedeutet dies: Sowohl unsere Produkte und Prozesse als auch unsere eigenen standortbezogenen Aktivitäten überprüfen und optimieren wir laufend unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten. Der Weg, den wir mit unserem Unternehmensprogramm „Zukunft braucht Herkunft“ beschreiten, führt an ein großes Ziel: Die Marke Tchibo soll für ganzheitliche Verantwortung und Vertrauen stehen.

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über unsere wichtigsten Aktivitäten in den Handlungsfeldern Lieferketten, Kunden, Umweltschutz, Mitarbeiter und Gesellschaft.

Handlungsfeld Lieferketten: einzigartiges Angebot, vielfältige Herausforderungen, ganzheitliche Strategie

Der Name Tchibo steht für ein einzigartiges Geschäftsmodell: Wir verbinden höchste Röstkaffeekompetenz mit einer wöchentlich wechselnden Gebrauchsartikelvielfalt. Verantwortung ist in beiden Geschäftsfeldern fester Bestandteil unseres Qualitätsverständnisses. Wir wissen: Nur wenn wir uns für die Bedürfnisse von Mensch und Umwelt einsetzen, können wir unsere Erfolge in die Zukunft tragen.

Vom Anbau bis in die Tasse: Verantwortung in der Kaffeelieferkette

Wir wollen unseren Kunden nur beste Kaffees anbieten. Um dauerhaft einzigartige Qualität zu garantieren, setzen wir uns für einen sozial und ökologisch verantwortlichen Kaffeeanbau ein. So haben wir den Anteil des nach Fairtrade,  Rainforest Alliance und EG-Öko-Verordnung (Bio) zertifizierten sowie nach 4C („Common Code for the Coffee Community“) validierten Kaffees an der gesamten Rohkaffeemenge für das Inlands- und Auslandsgeschäft von 8,0 Prozent im Jahr 2009 auf 9,6 Prozent im Jahr 2010 gesteigert. Gemeinsam mit unseren Partnern engagieren wir uns außerdem bei verschiedensten Projekten in den Ursprungsländern unserer Kaffees. Hier liegt der Fokus auf Bildung, Klima und Qualität. 

Vom Konzept bis zur Entsorgung: Verantwortung in der Gebrauchsartikel-Lieferkette

Auch bei der Herstellung unserer hochwertigen Gebrauchsartikel übernehmen wir Verantwortung. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Sozial- und Umweltverträglichkeit unserer Produkte – und zwar entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Anbau der Rohstoffe bis hin zur Entsorgung der Artikel. Im Jahr 2010 konnten wir auf diesem Gebiet wichtige Fortschritte erzielen. So wurde die Pilotphase des WE Projekts (WE = „Worldwide Enhancement of Social Quality“) zur Sozialqualifizierung von Produktionsstätten in China, Bangladesch und Thailand abgeschlossen. Die Wirkung dieses innovativen Schulungskonzepts wurde über eine externe Analyse bei den 40 bisher beteiligten Betrieben überprüft – und bestätigt. Aufgrund des Erfolgs wurde das Projekt aus der Pilotphase in ein Programm überführt und 75 weitere für Tchibo tätige Produktionsstätten in China und Bangladesch wurden einbezogen. Im Rahmen von Stakeholderveranstaltungen in Asien und Deutschland haben wir WE im Jahr 2010 zur Diskussion gestellt, potenzielle Partner für die zukünftige Multiplikation identifiziert und wertvolles Feedback für die Weiterentwicklung des Programms erhalten.

Handlungsfeld Kunden: Verbraucher begeistern – Service großschreiben

Konsequente Kundenorientierung ist ein zentraler Wert unserer Unter­nehmens­kultur. Unser Fokus liegt dabei auf dem Angebot hochwertiger Produkte, einer verbraucherorientierten Kommunikation und mit unserem Serviceversprechen und den Servicestandards auf einem herausragendem Service in allen Vertriebskanälen. 2010 haben wir uns außerdem noch intensiver für die Förderung nachhaltigen Konsums eingesetzt.

Mit grünem Beispiel voran: nachhaltiger Konsum bei Tchibo

Nachhaltige Produkte müssen gekauft werden, um zu wirken. Tchibo fördert den klimaverträglichen und nachhaltigen Konsum mit zielgerichteter Kundenkommunikation und attraktiven Angeboten. 2010 haben wir die Kooperation mit verschiedenen Organisationen sowie den Einsatz von Siegeln und Labeln intensiviert, um Produkte für Kunden kenntlich zu machen. Im Bereich Kaffee kooperieren wir mit Fairtrade, Rainforest Alliance und Bio. Im Bereich Gebrauchsartikel arbeiten wir mit Cotton made in Africa, Textile Exchange sowie dem Forest Stewardship Council (FSC®) zusammen. Darüber hinaus haben wir das mit dem ok-power-Siegel zertifizierte Stromprodukt „Grüner Strom“ aus norwegischer Wasserkraft in das Dauersortiment aufgenommen und im Rahmen der Wochenwelt „Wir helfen sparen“ im August 2010 eine umfassende Auswahl ressourcensparender Produkte und Dienstleistungen angeboten. Mit der Broschüre „Unternehmensverantwortung bei Tchibo“ haben wir unsere Kunden über Nachhaltigkeit und nachhaltige Produkte bei Tchibo informiert.

Datenschutz bei Tchibo: eine Managementaufgabe

Unser Anspruch ist es, die Bedürfnisse unserer Kunden so genau wie möglich zu kennen und gleichzeitig so wenig persönliche Daten von ihnen zu erheben wie möglich. Dabei ist das oberste Gebot unseres Handelns, die Interessen unserer Verbraucher zu schützen und verantwortungsvoll mit persönlichen Informationen umzugehen. Um dies zu gewährleisten, haben wir ein ganzheitliches Datenschutzmanagement entwickelt und implementiert. Auf diese Weise konnten wir 2010 die Transparenz unserer Prozesse im Sinne der Kunden erhöhen und die Sensibilität der Mitarbeiter im Umgang mit personenbezogenen Daten steigern. Darüber hinaus haben wir unsere gesamten Werbeaktivitäten unter Datenschutzgesichtspunkten überprüft und optimiert.

Handlungsfeld Umweltschutz: das große Ganze im Blick

Umweltschutz hat für Tchibo höchste Priorität. Wir verfolgen vielfältige Aktivitäten, um insbesondere Boden und Wasser, das Klima und die Artenvielfalt zu schonen. Dabei behalten wir stets das große Ganze im Blick. Das heißt, Umweltschutz beginnt bei uns schon beim Produktdesign und zieht sich durch alle Phasen des Produktlebenszyklus hindurch. Im Jahr 2010 haben wir das Projekt „Product Carbon Footprint“ im Rahmen der „Plattform Klimaverträglicher Konsum Deutschland“ weitergeführt. Außerdem haben wir kontinuierlich daran weitergearbeitet, ökologische Leitlinien in die Tchibo Qualitätsanforderungen zu integrieren.

Schwerpunktthema: Klimaschutz

Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits heute spürbar – auch in unserem Kerngeschäft. Denn die Erderwärmung führt zu Veränderungen der Ernteerträge und der Qualitäten wichtiger Rohstoffe wie beispielsweise Kaffee und Baumwolle. Um die Grundlage unserer Geschäftstätigkeit zu sichern, setzen wir uns für den Klimaschutz ein. Dabei fangen wir bei uns selbst an. Beispielsweise beziehen wir seit 1. Januar 2008 unseren gesamten Strom aus erneuerbaren Energien. Mit Hilfe des LOTOS-Projekts reduzieren wir außerdem unsere transportbedingten CO2-Emissionen. Unser Ziel: Bis zum Jahr 2015 wollen wir den CO2-Ausstoß beim Warentransport um 30 Prozent im Vergleich zu 2006 senken. Darüber hinaus haben wir 2010 die 2008 begonnene Umstellung des Außendienst-Fuhrparks auf verbrauchsarme Fahrzeuge der Modellreihe BlueMotion der Hersteller VW und Audi fortgesetzt und erste Hybridfahrzeuge eingeführt. Schließlich sind wir dem Projekt „Modellregionen Elektromobilität“ beigetreten – und werden ab 2011 zwei Elektro-smarts testen.

Handlungsfeld Mitarbeiter: die Basis unseres Erfolgs

Max Herz wusste bereits 1949: Das wichtigste Kapital eines Unternehmens sind seine Mitarbeiter. Ihre Erfahrung und ihre Expertise sind die Basis unseres Erfolgs. In der Tradition unseres Unternehmensgründers wollen wir auch künftig ein attraktiver und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein. Deshalb setzen wir auf langfristig orientiertes Handeln mit flachen Hierarchien und schnellen Entscheidungen. Entsprechend agieren die Mitarbeiter wie „Unternehmer im Unternehmen“ – mit hoher Selb­ständigkeit und viel Eigenverantwortung. Gleichzeitig weiß Tchibo um den Wert einer fundierten Aus- und Weiterbildung und bietet ein breit gefächertes Angebot an Seminaren, Workshops und anderen Fortbildungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter. Auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hat bei uns einen hohen Stellenwert. Als Familienunternehmen sind wir besonders stolz darauf, im Jahr 2010 als erstes Handelsunternehmen bundesweit von der berufundfamilie gGmbH das Zertifikat „familien­bewusster Arbeitgeber“ erhalten zu haben.

Zentrale Grundlage unseres Handelns: der Verhaltenskodex

Faires Verhalten, ethische Geschäftspraktiken und die Einhaltung ausnahmslos aller Gesetze haben bei Tchibo höchste Priorität. Damit sich all unsere Mitarbeiter diesen Grundsätzen jederzeit verpflichtet fühlen, haben wir diese in unserem Verhaltenskodex festgeschrieben. Die 13 Grundregeln der Zusammenarbeit gelten für alle Mitarbeiter der Tchibo GmbH und deren Tochtergesellschaften – und bilden damit auch die Basis unseres geschäftlichen Handelns. Im Jahr 2010 haben wir unseren Code of Conduct um weitere Verhaltensregeln erweitert. So haben wir etwa unsere Datenschutzrichtlinie als eigenen Punkt in den Kodex aufgenommen, ebenso Aspekte des Umweltschutzes.

Handlungsfeld Gesellschaft: am Ursprung helfen, Zukunft sichern

Ob Kaffee oder Baumwolle: Tchibo engagiert sich in den Ursprungsregionen seiner Produkte und unterstützt Arbeiter sowie ihre Familien. Wir fördern bildungs- und berufsorientierte Angebote nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“, etwa durch den Bau von Schulen oder die Einrichtung von Betreuungsangeboten. Mit den Projekten tragen wir dazu bei, die Lebensbedingungen zu verbessern.

Beispiel Benin: mit starken Partnern den Weg zu mehr Bildung ebnen

Im Jahr 2010 haben wir ein Schulprojekt in Benin initiiert. Die zentralafrikanische Republik, wo Baumwolle zu den traditionellen Anbauerzeugnissen gehört, ist eine der ärmsten Regionen der Welt. Gemeinsam mit der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG), der Aid by Trade Foundation, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und Partnern vor Ort wollen wir die schulische Infrastruktur und die Unterrichtsqualität in sechs Gemeinden des Landes, in denen „Cotton made in Africa“-Baumwolle produziert wird, verbessern. In einem ersten Schritt wurden im Jahr 2010 Schulbücher und rund 10.000 Schuluniformen bereitgestellt sowie der Grundstein für eines von sieben zukünftigen Schulgebäuden gelegt.

Zum Download hinzufügen Print
Das gibt es nur bei Tchibo