Nachhaltigkeitsglossar

Hier haben wir die wichtigsten Infor­ma­tionen zusammengestellt, die im Zusam­menhang mit unserem Nachhal­tig­keitsen­ga­gement stehen.

Wandel gestalten

Lieferkettentransparenz

Transparenz ist kein Selbstzweck

Wir glauben, dass der Aufbau transparenter Lieferketten eine Chance für die Menschen in der Lieferkette, für den Planeten und für uns als Unternehmen bietet:

  • Mehr Impact für die Menschen vor Ort: Je besser wir die Herkunft und Bedingungen in unseren Lieferketten kennen, umso besser ist es uns möglich, mit ausgewählten Partner*innen Wirkung für die Menschen vor Ort zu erzeugen. Es ermöglicht uns eine bessere Steuerung und wirkungsorientiertere Gestaltung unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten, sodass wir langfristig umweltschonende Anbaupraktiken und faire Bedingungen vor Ort unterstützen können.
  • Mehr Transparenz auch für die Farmer*innen: Insbesondere die zahlreichen kleinen Baumwoll- und Kaffeefarmer*innen erhalten oft nur wenige Informationen über die Verwendung ihrer Rohmaterialien, darüber, welche Preise aktuell am Markt gehandelt werden oder wie sie ihre Anbaubedingungen verbessern können. Dadurch entsteht ein unfaires Informationsgefüge. Der direkte Kontakt zu diesen Menschen ermöglicht es uns zukünftig besser, Informationen an sie zurückzuspielen und dadurch deren Lebensbedingungen und Position in der Lieferkette zu verbessern.
  • Nachhaltige Lieferant*innen fördern: Mittelfristig ermöglichen uns transparente Lieferketten eine proaktive Steuerung und Bewertung von Lieferant*innen anhand ausgewählter Nachhaltigkeitsfaktoren. Gleichzeitig lassen sich dadurch langfristige Partnerschaften für eine nachhaltige Entwicklung vor Ort aufbauen.
  • Den Kund*innen ermöglichen, Entscheidungen zu treffen: Mit Hilfe von Informationen zur Herkunft und zu den Bedingungen in der Lieferkette unserer Produkte sind wir in der Lage, unseren Kund*innen eine bessere Entscheidungsgrundlage beim Kauf anzubieten. So lassen sich die Informationen online oder auch direkt beim Produkt lesen; sie bieten damit den Kund*innen eine weitere Möglichkeit, Entscheidungen zu nachhaltigeren Produkten zu treffen.

Um diese Chancen zu erschließen und transparente Lieferketten aufzubauen, haben wir bereits vor einigen Jahren begonnen, unsere Lieferketten zu erfassen, und auch jetzt schon veröffentlichen wir Informationen darüber für Kund*innen und Stakeholder*innen, zum Beispiel bei:

  • Textilien: Unsere textilen Lieferketten kennen wir bereits sehr gut. Die Namen sowie die Adressen unserer Produzent*innen und deren Nassbetriebe sind öffentlich und können jederzeit eingesehen werden. Hierbei ermöglichen uns die langjährigen Geschäftsbeziehungen mit den Produzent*innen und Lieferant*innen diese Transparenz zu gewährleisten. HIER kannst du die Liste der Tchibo Textilproduzenten und Nassbetriebe herunterladen.
  • Holz: Alle Holzmöbel werden aus FSC- (Forest Stewardship Council®) zertifiziertem Holz gefertigt. Beim Verkauf und Kauf dieser Artikel leisten wir und unsere Kund*innen einen aktiven Beitrag zur nachhaltigen Bewirtschaftung der weltweiten Wälder. Dadurch können wir die Herkunft aller unserer FSC-zertifizierten Möbel zurückverfolgen.
  • Kaffee: In einigen Bereichen haben wir schon sehr gute Fortschritte gemacht. Zum Beispiel arbeiten wir bei den Qbo Premium Coffee Beans mit ausgewählten Kooperativen zusammen, die sich per GPS-Daten zurückverfolgen lassen. Die GPS-Koordinaten haben wir auch auf unserer Verpackung abgedruckt, damit unsere Kund*innen einen Einblick in den Ursprung ihres Kaffees bekommen können. Die Kaffeebohnen unseres BARISTA Sortiments beispielsweise sind zu 100 % Fairtrade-zertifiziert. Eine Rückverfolgung bis zur Kooperative und somit zu den Farmer*innen ist hiermit gewährleistet.

Kaffee

Fairer und nachhaltiger Kaffee

Was ist fairer und nachhaltiger Kaffee?

Fairer und nachhaltiger Kaffee wächst auf gesunden Böden und wird im Einklang mit der Natur und unter guten Bedingungen für die Farmer*innen, für die Pflücker*innen und für ihre Familien angebaut. Viele Menschen, die auf den Kaffeefarmen leben und arbeiten, haben mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen, etwa mit den Folgen des Klimawandels oder mit schwankenden Rohstoffpreisen. Dazu kommen Unsicherheiten durch instabile politische Systeme, schlechte Infrastrukturen und der fehlende Zugang zu Bildung und medizinischer Grundversorgung. Wir wollen dazu beitragen, dies zu ändern.

Wichtig für uns ist, dass Nachhaltigkeit ganzheitlich betrachtet wird: als ein Zusammenspiel aus ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten. Die Verschiedenheit der Länder, in welchen wir aktiv sind, benötigt interkulturelles Einfühlungsvermögen und Sensibilität für lokale Gegebenheiten und erfordert somit vielfältige Ansätze. Unterschiedliche klimatische Bedingungen sowie Anbau- und Erntemethoden verlangen ebenfalls speziell zugeschnittene Ansätze, die diesen gerecht werden.

Verschiedene Siegel loben zertifizierte Produkte als nachhaltig aus und leisten so einen wichtigen Beitrag in der Sensibilisierung von Konsument*innen. Für viele Kaffeeröstereien sind zertifizierte Kaffees daher ein fester Grundbestandteil ihres Engagements für nachhaltigen Kaffee. Auch für uns. Aber unser Engagement wollen wir nicht darauf beschränken.

Wir haben verschiedene Ebenen identifiziert, in denen wir aktiv sind. Wir möchten direkt vor Ort tätig sein – in Form von Farmer*innen-Projekten (Tchibo Joint Forces!®) und regionalen Ansätzen (Aufbau nachhaltiger Kaffeeanbauregionen). Aber wir sehen auch politischen Diskurs und sektorübergreifende Zusammenarbeit (internationales Engagement) als wichtig an, da wir allein der Komplexität des Themas nicht gerecht werden können.

Zertifizierungsstandards

Viele von uns orientieren sich bei ihrem Einkauf von nachhaltigen Produkten und Lebensmitteln an den externen Siegeln, die auf den Verpackungen abgebildet sind. Beispiele im Kaffeebereich sind das Fairtrade-Logo oder der Rainforest-Alliance-Frosch. Hinter diesen Siegeln stehen zertifizierte Rohkaffees, die unter Einhaltung von sozialen und ökologischen Kriterien angebaut werden. Prämien sollen den Farmern zusätzliche wirtschaftliche Absicherung bieten.

Auch im Tchibo Sortiment gibt es eine Auswahl an zertifizierten Kaffees, die durch die Zertifizierung der Kaffeefarmer einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit im Kaffeeanbau leisten.

100 % unserer Premium-Kaffees und Kaffees des gehobenen Qualitätssegments sind heute zertifiziert. Im Jahr 2019 lag der Anteil von zertifizierten Kaffees (Fairtrade, Rainforest Alliance, UTZ, die Organisationen hinter dem europäischen Bio-Siegel) am gesamten Sortiment bei 21,8 %. Das ist ein Rückgang um 7,9 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr; dies ist vor allem durch den Wegfall von 4C-zertifiziertem Kaffee zu erklären. Das freigewordene Budget haben wir 2019 in die Weiterentwicklung unserer eigenen Kaffee-Programme investiert.

Rainforest Alliance:

Die Rainforest Alliance ist eine international anerkannte, unabhängige Umweltschutzorganisation, die sich für den Schutz sensibler Ökosysteme einsetzt und dafür eine nachhaltige Bewirtschaftung von Landflächen fördert. Das Rainforest-Alliance-Certified-Siegel steht für ökologisch verträgliche Landwirtschaft und sozial verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln – beispielsweise werden durch den Standard natürliche Ressourcen geschont oder auch Bildungsangebote für Kaffeefarmer*innen gemacht.

Fairtrade:

Der Fairtrade-Standard steht für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für Kleinbauern. Durch den Standard profitieren Kleinbauern und deren Angestellte aufgrund der Zahlung von festen Mindestpreisen sowie der Fairtrade-Prämie für Gemeinschaftsprojekte. Beispielsweise werden Schulen oder Krankenstationen gebaut oder es wird in die lokale Infrastruktur investiert. Darüber hinaus verbietet der Standard Kinder- und Zwangsarbeit und bietet unter anderem Schulungen und Beratungen für unsere Produzenten in den Anbauländern an.

UTZ:

Das UTZ-Programm wurde geboren als „UTZ kapeh“ (ausgesprochen: o͞otz kahpāy), was in der guatemaltekischen Mayasprache von Quiché „guter Kaffee“ bedeutet (Quelle: https://utz.org/de/better-business-hub/nachhaltigkeitsmarketing/utz-was-steckt-hinter-name/). Durch den UTZ-Standard werden Kaffeebauern in den Bereichen Betriebswirtschaft, soziale Arbeitsbedingungen und Umweltmanagement geschult. Wenn sie nachhaltigere Anbaumethoden erlernen, können Kaffeefarmer*innen langfristig wirtschaftlich erfolgreicher sein und gleichzeitig die Umwelt schonen.

Bio-Siegel:

Unser Bio Kaffee steht für nachhaltigen Anbau im Einklang mit der Natur. Im Anbauverfahren werden natürliche Düngemittel und Nützlinge eingesetzt, wodurch der Boden auf den Kaffeefarmen dauerhaft fruchtbar ist. Ferner trägt unser Bio Kaffee dazu bei, die Artenvielfalt und die Rohstoffreserven in unseren Kaffeeregionen zu schonen. Durch die Nutzung des Bio-Siegels wird der kontrolliert biologische Anbau von Bioprodukten gewährleistet. Ausschließlich Produkte, die nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Anbau produziert und kontrolliert werden, dürfen das Bio-Siegel tragen.

Mensch

Der Mensch im Mittelpunkt

Monitoring

Mit unserem Monitoringprogramm wählen wir diejenigen Fabriken aus, die einen Mindeststandard in Bezug auf Menschen- und Arbeitsrechte einhalten. Mit Fabriken, bei denen wir regelmäßig einkaufen, arbeiten wir mit den Arbeiter*innen und Arbeitnehmervertreter*innen sowie Manager*innen gemeinsam daran, Verbesserungen umzusetzen.

In unserem Risikomanagement bewerten wir die menschenrechtliche Situation in unseren Herstellerländern und Produktionsstätten. Für die Analyse der Herstellerländer greifen wir auf Veröffentlichungen von anerkannten Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften und Forschungsinstituten sowie unsere eigene Erfahrung zurück. Daraus ergeben sich thematische und länderspezifische Richtlinien, in denen wir die allgemein gültigen Anforderungen des Tchibo Social and Environmental Code of Conducts konkretisieren.

Alle zwei Jahre führen wir eine Bewertung aller Herstellungsländer durch und gruppieren diese in fünf Kategorien:

  1. Keine menschenrechtliche Überprüfung der einzelnen Produktionsstätte nötig
  2. Überprüfung von Arbeitsrechten und Umweltstandards im Rahmen anderer Fabrikbesuche und Qualitätsaudits
  3. Eintägige externe Sozial- und Umweltaudits
  4. Zweitägige externe Sozial- und Umweltaudits
  5. Generell kein Einkauf erlaubt

Sozial- und Umweltaudits

In den Sozial- und Umweltaudits überprüfen wir die im Tchibo Social and Environmental Code of Conduct festgelegten Standards. Die Auditierung von neuen Fabriken erfolgt vor der Vertragsunterzeichnung mit den Lieferant*innen. Das Auditergebnis bestimmt die Einkaufsentscheidung: Nur wer die Mindestanforderungen erfüllt, wird in unser Portfolio aufgenommen – unabhängig von Produkt und Bestellvolumen. Vor der Behebung von Null-Toleranz-Verstößen dürfen keine Aufträge bei dem Produzenten platziert werden; zu diesen zählen beispielsweise zugestellte Notausgänge, fehlende Arbeitsverträge, Bezahlung unter dem gesetzlichen Mindestlohn oder in das Grundwasser austretende Chemikalien. Bei anderen Verstößen – beispielsweise dem Nichttragen vorhandener Schutzkleidung, fehlenden Angaben in Arbeitsverträgen, verspäteten Zahlungen oder fehlenden Sicherheitsbeschriftungen auf Chemikalien – geben wir den Produzent*innen mehr Zeit, diese zu beheben. Aufträge können platziert werden, wenn Lieferant*innen Verbesserungen zugesichert haben.

Um die Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in Fabriken, mit denen wir regelmäßig zusammenarbeiten, zu unterstützen, setzen wir auf das Dialogprogramm WE. Produzent*innen, die nicht in unser WE Programm integriert sind, auditieren wir alle drei Jahre. Diesen Fabriken räumen wir eine Frist von vier Wochen ein, um Null-Toleranz-Mängel zu korrigieren. Wird diese Frist nicht eingehalten, wird der*die Lieferant*in gesperrt. Er erhält keine neuen Aufträge, bis die Mängel abgestellt sind. Damit signalisieren wir, dass die vorgefundenen Verstöße inakzeptabel sind, aber geben den bestehenden Geschäftspartner*innen gleichzeitig Zeit, diese zu beheben.

Sozialaudits stoßen an Grenzen

Die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten durch Sozialaudits in Fabriken zu überprüfen, sehen wir durchaus kritisch: Sozialaudits stoßen an Grenzen, wenn es darum geht, langfristig Fortschritte zu erzielen. Sie zeigen in der Regel nur die zum Zeitpunkt der Prüfung offenkundigen Mängel. Wir konzentrieren uns deshalb auf Kriterien, bei denen wir auch durch punktuelle Fabrikbesuche einen Einblick in die Fabriksituation erhalten: Arbeits- und Gesundheitsschutz, Personalmanagementsysteme und sichtbare Umweltverschmutzung. Im Gegensatz dazu bleiben Diskriminierung und Verstöße gegen das Recht auf Vereinigungsfreiheit in ihrem Ausmaß in Audits unsichtbar. Weil diese Themen nicht zuverlässig überprüft werden können, fragen wir sie in unseren Auditformaten nicht ab. Die Auditberichte würden sonst ein verzerrtes Bild auf die Realität werfen: Sie zeigen keinen Handlungsbedarf an, auch wenn wir wissen, dass Diskriminierung und die Einschränkung der Arbeit von Gewerkschaften häufige Verstöße in Fabriken sind. Verbesserungen in diesen Bereichen erzielen wir mit unserem Dialogprogamm WE und unserer Arbeit mit Gewerkschaften. Mit diesen Ansätzen, die über die Sozialauditierung weit hinaus gehen und einen wichtigen Teil unserer Menschenrechtsarbeit darstellen, begegnen wir auch anderen Schwachstellen des Auditansatzes wie fehlender Mitarbeiterbeteiligung und der Existenz von doppelter Buchhaltung.

Die Durchführung von Audits bindet bei allen Beteiligten erhebliche Ressourcen. Mitarbeiter*innen in Personalabteilungen in Fabriken berichten immer wieder, dass wöchentlich, manchmal sogar täglich Audits von einkaufenden Unternehmen in der Fabrik stattfinden. Es bleibt da kaum Zeit, sich um die Belange der eigenen Mitarbeiter*innen zu kümmern. Um die Arbeit für alle etwas leichter zu gestalten, akzeptieren wir auch Prüfergebnisse unabhängiger Standardorganisationen, die die Produzent*innen einreichen können. Sie müssen allerdings alle Themen abdecken, die wir als Null-Toleranz-Mängel gegenüber unserem SCoC eingestuft haben. Gegebenenfalls prüfen wir bestimmte Punkte unserer Null-Toleranz-Anforderungen trotzdem ab. Auch Folgeaudits, die die Verbesserung von Mängeln kontrollieren, versuchen wir zu vermeiden. Wenn wir anhand von Foto- und Videomaterial feststellen können, dass ein Mangel behoben wurde, akzeptieren wir dies als Beleg.

Bei Handelspartnerschaften mit anderen namhaften Marken verzichten wir auf die eigene Auditierung, wenn die Hersteller ein eigenes Programm zu Einhaltung von Menschen- und Umweltstandards nachweisen können.

Diese externen Auditstandards lassen wir in unseren Überprüfungen auch zu: 
– BSCI
– WRAP
– Smeta 4-Säulen-Audit
– SA 8000 mit ISO

Es ist uns wichtig, langfristige Geschäftsbeziehungen zu unseren Produzent*innen aufzubauen So können wir die Umsetzung von Maßnahmen, die aus unserer Auditbewertung hervorgehen, regelmäßig prüfen und vor allem begleiten. Die Partnerschaft bei Verstößen zu beenden, ist nicht hilfreich. Denn das führt dazu, dass Fabriken viel daransetzen, Missstände zu verheimlichen. Die Beendigung der Geschäftsbeziehung ist stets das letzte Mittel, wenn Produzent*innen nicht gewillt sind, Verbesserungen umzusetzen.

Zukünftig möchten wir die Kooperation mit anderen Unternehmen und Organisationen im Bereich Monitoring ausweiten. Viele internationale Unternehmen lassen Sozial- und Umweltaudits durchführen, sodass es nicht selten vorkommt, dass der/die gleiche Produzent*in oft nach sehr ähnlichen Vorgaben auditiert wird. Das ist nicht sinnvoll, da es die Kapazitäten der Personalabteilungen in Fabriken bindet und sie davon abhält, sich um die Belange ihrer eigenen Mitarbeiter*innen zu kümmern. Im Jahr 2020 haben wir uns vorgenommen, einen Beitrag dazu zu leisten, diese Mehrfach-Auditierungen zu verringern.

Partizipatives Audit

Nur ein Sozial- und Umweltaudit durchzuführen, erscheint uns zu wenig, um notwendige Verbesserungen anzustoßen. Aktuell konzipieren wir deshalb ein Instrument, mit dem wir unsere guten Erfahrungen des Dialogansatzes in einem kürzeren und abgeschlossenen Prozess anwenden möchten; für das Jahr 2020 sind erste Testläufe unter dem Namen "Partizipatives Audit" geplant.

Branchenweiter Wandel

In unseren Branchen haben wir oft mit Herausforderungen zu kämpfen, die systemisch sind. Sie sind tief in die globale Arbeitsteilung und die globalisierte Wirtschaft eingeschrieben, zum Beispiel niedrige Löhne oder gefährliche Arbeitsplätze. An diesen Stellen kommen wir allein nicht weiter. Dafür braucht es gemeinsame Anstrengungen von Politik, Unternehmen, Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen. Deshalb engagieren wir uns in verschiedenen Initiativen – sowohl auf Branchenebene als auch darüber hinaus. Zusammen verändern wir uns und die Welt zum Besseren.

Uns ist wichtig, dass in den menschenrechtlichen Initiativen, denen wir beitreten oder uns für deren Gründung engagieren, die Interessen von Arbeiter*innen und Betroffenen vertreten werden. Deswegen achten wir darauf, dass Gewerkschaften oder Nichtregierungsorganisationen mit am Tisch sitzen. Seit vielen Jahren arbeiten wir mit IndustriALL Global Union und deren Mitgliedern zusammen. Sie sind wichtige Partner*innen bei der Entwicklung von Programmen und in der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen, beispielsweise zum Thema Gebäude- und Brandschutz im Bangladesh Accord oder existenzsichernden Löhnen im Rahmen von ACT on Living Wages.

Bangladesh Accord

Das Gebäudesicherheits- und Brandschutzabkommen „Accord on Fire and Building Safety in Bangladesh“ hat Tchibo im Jahr 2012 mitentwickelt und als eines der beiden ersten Unternehmen weltweit unterzeichnet. Drei Wochen nach dem verheerenden Einsturz des Rana-Plaza-Gebäudes im April 2013 schlossen sich viele weitere Unternehmen dem Abkommen an. Gerade in der Anfangszeit haben wir bei dem Aufbau der Umsetzungsstrukturen mitgeholfen. In der Arbeitsgruppe zur Arbeitnehmerbeteiligung haben wir Prinzipien und Konzepte miterarbeitet, die in die weitere Arbeit eingeflossen sind. Als Mitglied des Advisory Boards haben wir zeitweise beratend die Arbeiten vor Ort in Bangladesch begleitet, bevor wir von November 2014 bis September 2015 als Mitglied des Steuerungsgremiums die Umsetzung der Maßnahmen zusammen mit Vertreter*innen anderer Unternehmen und Gewerkschaften vorangetrieben haben.

190 Markenunternehmen, die in Bangladesch produzieren lassen, haben sich dem Accord angeschlossen. Das betrifft mehr als 1.600 Fabriken und über 2 Millionen Menschen im Land.

Der Accord ist die weltweit erfolgreichste Initiative zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie. Ein Großteil der exportierenden Industrie in Bangladesch wurde dadurch umfassend modernisiert: Mehr als 90 % der Beanstandungen, die zu Beginn des Accord in allen teilnehmenden Fabriken aufgenommen wurden, konnten behoben oder deutlich minimiert werden. Vor dem Accord waren die Fabriken in einem schlechten Zustand, der Gang zur Arbeit konnte sehr gefährlich sein. Heute sind die Beschäftigten in den Fabriken davor sicher. Seit Gründung des Accord hat es in den von ihm abgedeckten Fabriken keine tödlichen Brände oder Einstürze mehr gegeben. Das gelang nur durch die Zusammenarbeit von Unternehmen, Produzenten, Gewerkschaften und den beteiligten Nichtregierungsorganisationen.

ACT on Living Wages

Unser Ziel ist, dass Tchibo Produkte unter fairen Bedingungen produziert werden. Dazu zählt natürlich auch, dass die Beschäftigten in unseren Lieferketten existenzsichernde Löhne erhalten. Diesen Anspruch konnten wir bei allen Anstrengungen bis heute nicht erfüllen. Zwar können wir mit Einzellösungen, zum Beispiel dem WE Programm, Lohnerhöhungen in einzelnen Fabriken ermöglichen. Aber um langfristige Verbesserungen zu erreichen, müssen wir etwas am System ändern.

In der globalen Bekleidungsbranche sind faire Löhne eine der größten Herausforderungen und gleichzeitig Schlüssel zu Fairness. Deswegen arbeiten wir seit 2016 zusammen mit anderen großen Markenunternehmen und IndustriALL in der Initiative ACT (Action, Collaboration, Transformation) an existenzsichernden Löhnen in der globalen Bekleidungsbranche. Unsere Vision ist, dass regelmäßige Lohnverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern der gesamten Textilindustrie eines Landes kombiniert werden mit besseren Einkaufspraktiken und langfristigen Geschäftsbeziehungen der Unternehmen, die in diesem Land Produkte herstellen lassen. So können Löhne Schritt für Schritt ansteigen, bis sie ein existenzsicherndes Niveau erreichen.

Tchibo ist im Jahr 2019 Mitglied folgender Arbeitsgruppen in ACT:

  • Kambodscha, Bangladesch, Myanmar, Türkei
  • Einkaufspraktiken, Vereinigungsfreiheit  
  • Mitarbeit in strategischen Fragen

Bündnis für nachhaltige Textilien

Seit 2015 ist Tchibo Mitglied im Bündnis für nachhaltige Textilien des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Hier arbeiten Unternehmen, Verbände, Politik, Nicht­re­gie­rungs- und Standard­or­ga­ni­sa­tionen, Gewerk­schaften und Wissen­schaft zusammen, um soziale und ökolo­gische Standards in den Lieferketten zu verbessern. Das Textilbündnis hält für uns die Chance bereit, als eine Branche gemeinsame Standards aufzubauen und sie gemeinschaftlich umzusetzen. Der Vorteil dabei ist, dass keine andere Brancheninitiative in Deutschland so groß ist wie das Textilbündnis. So verringern wir Wettbewerbsverzerrungen für die Unternehmen, die fair wirtschaften wollen.

Das Textilbündnis ist eine Multi-Akteurs-Partnerschaft. Möglichst alle deutschen Stakeholder*innen der Textil- und Bekleidungsbranche sollten Mitglied sein. Es reicht von großen Händler*innen wie Tchibo über traditionelle deutsche Textil- und Schuhhersteller*innen bis hin zu kleineren Fair-Fashion-Marken einschließlich der Gewerkschaften, die die deutsche Bekleidungsindustrie vertreten, NGOs wie die Kampagne für Saubere Kleidung oder Transparency International sowie der politischen Akteur*innen, die die Rahmenbedingungen unseres Handelns schaffen.

 Das Bündnis arbeitet auf drei Wegen:

  1. Individuelle Verantwortung: Der Rahmen sind die-OECD Empfehlungen zu unternehmerischer Sorgfaltspflicht im Bekleidungs- und Schuhsektor. Jedes Mitglied legt jährlich einen Fahrplan für das kommende Jahr vor, indem Verbesserungsziele zu bestimmten Schwerpunkten, beispielsweise effektivere Beschwerdemechanismen, festgelegt werden. Über dessen Einhaltung und Fortschritt muss jährlich berichtet werden. Alle Fahrpläne und Fortschrittsberichte dieses sogenannten Review-Prozesses sind öffentlich verfügbar.
  2. Gemeinsames Engagement: Um systemische Probleme unserer Branche zu lösen, arbeiten individuelle Mitglieder – Unternehmen und Zivilgesellschaft – in Bündnisinitiativen zu spezifischen Problemfeldern zusammen. Diese Initiativen haben die Form von konkreten Projekten in Produktionsländern.
  3. Gegenseitige Unterstützung: Für uns ganz besonders wertvoll – das Bündnis als Lernforum. Wir tauschen uns nicht nur kontinuierlich über Probleme aus, sondern entwickeln gemeinsam passende Lösungen, lernen gute Praktiken und Beispiele von anderen Unternehmen und Organisationen und unterstützen uns gegenseitig, wenn wir allein nicht weiterkommen.

Das Bündnis kooperiert mit internationalen Initiativen, die sich für eine nachhaltige und zukunftsfähige Textilindustrie einsetzen, zum Beispiel Fair Wear Foundation, ACT oder Sustainable Apparel Coalition. Das verstärkt die positiven Lern- und Umsetzungseffekte für die Mitglieder und macht das Bündnis noch wertvoller für uns.

Sozialer Dialog

Auf lange Sicht können Arbeitsrechte nur dauerhaft etabliert werden, wenn Beschäftigte die Möglichkeit haben, ihre Interessen selbst zu vertreten. Arbeitnehmervertretungen und Gewerkschaften sind die Instrumente, die sie nachhaltig dazu befähigen, die Einhaltung ihrer Rechte am Arbeitsplatz einzufordern und zu überwachen. Deswegen arbeiten wir mit der internationalen Dachgewerkschaft IndustriALL Global Union zusammen.

Als erstes Handelsunternehmen Deutschlands hat Tchibo im September 2016 eine Rahmenvereinbarung mit der internationalen Dachgewerkschaft IndustriALL Global Union für unsere Gebrauchsgüter-Lieferketten geschlossen. Sie sichert Arbeiter*innen die Möglichkeit, sich gewerkschaftlich zu organisieren und Tarifverhandlungen zu führen über unseren SCoC hinaus. Die Vereinbarung soll es ihnen leichter machen, gemeinsam mit örtlichen Gewerkschaften Löhne, Sozialleistungen und Arbeitszeiten innerbetrieblich und industrieweit auszuhandeln. Sie stärkt unser Engagement für Gewerkschaftsrechte und sozialen Dialog.

Die Rahmenvereinbarung ist auch unsere Grundlage, in branchenweiten Initiativen mit IndustriALL zusammenzuarbeiten. Das gilt zum Beispiel für unsere Arbeit zu existenzsichernden Löhnen in ACT und zu Gebäudesicherheit und Feuerschutz im Bangladesh Accord. Wir sind der Ansicht, dass der notwendige tiefgreifende Wandel unserer Welt und in den Branchen, in denen wir tätig sind, nur möglich ist, wenn die Stimme der Arbeiter Teil der Lösung ist.

Rahmenvereinbarung mit der internationalen Dachgewerkschaft IndustriALL Global Union

Wir arbeiten auf zwei Wegen mit der Rahmenvereinbarung.

  1. Einerseits wollen wir den Beschäftigten unserer Produzenten ermöglichen, ihre Interessen in organisierter Form, das heißt in Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen, wahrzunehmen, sofern sie das anstreben. Wir schulen die Facilitator*innen unseres WE Programms darin, diesbezügliche Probleme in Fabriken zu erkennen und sie mit den Betroffenen zu lösen. Damit stärken wir das Feld „Vereinigungsfreiheit und Arbeitnehmervertretung“ in WE. Die Facilitator*innen sollen vor allem in der Lage sein, den sozialen Dialog am Arbeitsplatz voranbringen, um die Lösung von Problemen in die Hand der Sozialpartner*innen zu geben. Arbeiter*innen, die Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsvertreter*innen in der Fabrik sind, bekommen Vorrang bei der Teilnahme am WE Programm, Manager*innen werden in WE für diesbezügliche Themen sensibilisiert.
  2. Auf dem zweiten Wege hilft uns die Rahmenvereinbarung, auf gewerkschaftsbezogene Beschwerden aus den Fabriken angemessen zu reagieren, etwa wenn gewerkschaftliche Organisierung im Betrieb unterdrückt wird. In diesen Fällen ist sie Grundlage für unsere enge Zusammenarbeit mit den lokalen Gewerkschaften. Wir informieren uns gegenseitig über etwaige Beschwerdefälle und vermitteln zwischen den Parteien. Die Ursachen für solche Beschwerden können schnell zu größeren Konflikten führen, beispielsweise Streiks oder umfangreiche Entlassungen. Die unverzügliche, vertrauensvolle Zusammenarbeit in solchen Fällen ist deshalb von größtem Wert für uns, um Schaden für alle abzuwenden und einen guten Interessensausgleich zu erreichen.

Die Rahmenvereinbarung gilt für alle Länder, in denen wir produzieren lassen. Gemeinsam mit IndustriALL einigen wir uns auf die Gründung länderbasierter Arbeitsgruppen. In diesen kooperieren WE Facilitator*innen und Tchibo mit den jeweiligen nationalen Mitgliedsgewerkschaften von IndustriALL. Die Arbeitsgruppen entwerfen Umsetzungsstrategien und sind das Forum für die Lösung von Beschwerdefällen sowie Erfahrungsaustausch. Ländergruppen bestehen derzeit in Bangladesch, der Türkei und Myanmar.

Ländergruppen – Myanmar, Bangladesch und Türkei

2019 haben wir die Arbeit in unseren 2018 gestarteten Länderarbeitsgruppen Bangladesch, Türkei und Myanmar intensiviert. Dazu gehörte ein zweitägiger Strategieworkshop aller Beteiligten sowie Vertreter*innen von WE und IndustriALL Indien und Kambodscha. Ergebnis waren Verfeinerungen unserer bestehenden Länderstrategien und Informationsveranstaltungen für Fabrikmanager*innen in Bangladesch und Myanmar sowie ein Strategieworkshop mit türkischen Gewerkschaften. In Myanmar wurde neben zahlreichen Managementworkshops eine zweitägige Trainerausbildung für junge Menschen veranstaltet, die 2020 wiederholt werden soll. Als Ergebnis entsteht ein öffentlich verfügbares Trainingshandbuch mit den gelernten Techniken in englischer und burmesischer Sprache.

Bisher konzentrierte sich unsere gewerkschaftsbezogene Länderarbeit außerhalb Myanmars vor allem auf Konfliktlösung. In Zukunft wollen wir einen Schritt nach vorn machen und die strategische Zusammenarbeit auf Fokusthemen konzentrieren, zum Beispiel die Stärkung von Frauen. Außerdem bauen wir Arbeitsgruppen in Indien und Kambodscha auf und gestalten die Zusammenarbeit in den bestehenden Arbeitsgruppen enger. In der Türkei wird es eine Veranstaltung für die Manager*innen unserer Produzent*innen mit einem Schwerpunkt auf Information und Austausch zu Gewerkschaftsrechten geben.

Während wir derzeit vor allem einen Fokus auf unsere textilen Lieferketten setzen, wollen wir unser gewerkschaftsbezogenes Engagement langfristig auf andere Lieferketten für Gebrauchsgüter ausweiten.

Sozialer Dialog in Myanmar

In Myanmar arbeiten wir mit dem GIZ Projekt „Förderung einer nachhaltigen Textil- und. Bekleidungsindustrie in Asien“ zusammen, das im Auftrag des BMZ umgesetzt wird. Hier kommen WE Programm und Rahmenvereinbarung noch enger zusammen. Wir konzentrieren uns auf die Etablierung eines sozialen Dialogs bei all unseren dortigen Lieferanten als Plattform für bessere Arbeitsstandards. Partner unseres gemeinsamen Trainingsprogramms ist die größte Gewerkschaft der Textil- und Bekleidungsindustrie des Landes, IWFM.

Wegweisende Fortschritte konnten wir 2019 in Myanmar machen. Unter dem Schirm von ACT haben Lieferant*innen und der nationale Branchengewerkschaftsverband IWFM nach langen Verhandlungen einen wegweisenden gemeinsamen Standard zu Vereinigungsfreiheit und Tarifverhandlungen erarbeitet, um die Arbeitskonflikte im Land zu reduzieren. Die Myanmar Freedom of Association Guideline umfasst alle Fabriken, die für ACT Marken produzieren. Tchibo hat die Verhandlungen maßgeblich unterstützt, unter anderem mit Trainings unseres lokalen Programms in Kooperation mit der GIZ. Die Verhandlungspartner*innen konnten in diesen Trainings den sozialen Dialog erproben und verstetigen. Im Jahr 2020 werden wir hier weiter unterstützen, unser Trainingsprogramm fortführen und an einem Trainingsprogramm für alle ACT-Lieferant*innen mitarbeiten.

WE – Worldwide Enhancement of Social Quality

In der täglichen Praxis der Produktion treffen Menschenrechtsfragen auf betriebliche Herausforderungen wie Lieferzeiten, Kapitalfluss und Personalfluktuation. Arbeiter*innen, Manager*innen, Eigentümer*innen, Gewerkschaften und Handelsunternehmen haben alle unterschiedliche Ansichten darüber, was wichtig in diesem Spannungsfeld ist. So sind Arbeiter*innen und Produktionsleiter*innen sich vielleicht darin einig, dass viele Überstunden nötig sind, wenn sie knappe Fristen einhalten wollen. Gleichzeitig will niemand leichtfertige Verletzungen riskieren, weil Beschäftigte deswegen müde sind. Beispiele wie dieses zeigen, dass es keine einfachen Lösungen für bessere Arbeitsbedingungen gibt, auch wenn alle Beteiligten daran arbeiten.

Unsere Erfahrung lehrt uns, dass es nicht ausreicht, sich auf die reine Kontrolle durch Audits zu verlassen. Sexuelle Belästigung zu erkennen und zu verhindern braucht andere Herangehensweisen als beispielsweise Feuerschutzmaßnahmen. Menschenrechte sind nicht allein durch die Analyse von Sachverhalten messbar, sondern basieren auf Beziehungen. Der Schlüssel für Verbesserungen liegt im Dialog aller beteiligten Menschen: Es ist unser Weg, Beziehungen und Arbeitsweisen so zu verändern, dass Menschenrechte geschützt werden. 2008, zu Beginn des WE Programms, war dieser Ansatz eine echte Innovation. Doch damals wie heute ist es ein komplexes Unterfangen. Im Laufe der Jahre haben wir gelernt, dass verantwortungsvolles Handeln Geduld erfordert und dass unser Einfluss manchmal begrenzt ist. Dennoch glauben wir, dass der WE Ansatz ein Weg ist, auf faire und integrative Art und Weise in globalen Wertschöpfungsketten zu arbeiten.

Zweck des WE Programms

Der Zweck des WE Programms besteht darin, die Arbeitsbedingungen in unseren Lieferketten dauerhaft und selbsttragend zu verbessern. Es unterstützt unsere Produzent*innen, die Vorgaben unseres SCoC einzuhalten und darüber hinaus zu gehen. Es ist ein dialogbasiertes Programm, das in Fabriken unserer wichtigen Herstellerländer läuft. Unsere Ausgangslage: Alle Beteiligten leisten einen Beitrag und sollen die Möglichkeit haben, ihre Stimme einzubringen.

Im Verlauf des Programms kommen Arbeiter*innen, Arbeitnehmervertreter*innen und – wenn vorhanden – Gewerkschaftsvertreter*innen sowie Manager*innen in regelmäßigen Abständen zusammen. Sie entwickeln ein gegenseitiges Verständnis für ihre Situation und Probleme, setzen sich couragiert mit den Menschenrechten an ihrem Arbeitsplatz auseinander und entwickeln zusammen Lösungen für Verbesserungen. Ein wichtiger Baustein dafür ist, Vertrauen aufzubauen.

Menschen- und Arbeitsrechte in WE

WE basiert auf unserer Abschätzung der menschenrechtlichen Risiken in unseren Lieferketten und orientiert sich an den Standards der Internationalen Arbeitsorganisation ILO und internationalen Menschenrechtskonventionen. Es konzentriert sich auf die Bereiche mit dem größten Verbesserungsbedarf:

  1. Löhne und Arbeitszeit  
  2. Vereinigungsfreiheit und Arbeitnehmervertretung   
  3. Diskriminierung und sexuelle Belästigung    
  4. Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz
  5. Moderne Sklaverei und Kinderarbeit

Wie funktioniert WE?

Dialog in WE heißt nicht nur, dass Menschen miteinander reden. Er ist ein strukturierter Prozess, um eine wünschenswerte Zukunft zu schaffen, und fordert die Beteiligten auf, aktiv daran teilzunehmen. Sie setzen sich damit auseinander, wie ihr Arbeitsplatz und ihre Beziehung zueinander in Zukunft aussehen sollte, anstatt ihren Blick nur auf die bestehenden Probleme zu verengen und darauf zu verharren. Dieser Ansatz eröffnet ihnen neue Wege, ihre Realität zu verändern. Dabei stellen wir sicher, dass immer beide Seiten teilnehmen – Arbeiter*innen und Arbeitnehmervertreter*innen sowie Fabrikmanager*innen. Wir halten sie an, alle Lösungen zusammen zu erarbeiten. Der Prozess nimmt Zeit in Anspruch; gleichzeitig zeigt unsere Erfahrung, dass auf diesem Weg die Beteiligten es in die Hand nehmen, nötige Veränderungen an ihrem Arbeitsplatz umzusetzen.

Unser Prinzip in WE: Start where the factory is

Wir setzen an jenen Herausforderungen an, vor denen die Lieferant*innen und die Beschäftigten im jeweiligen Moment stehen. Deswegen ist das WE Programm keine Schablone, sondern immer maßgeschneidert. Zu Beginn des Programms definieren alle Teilnehmer*innen den Weg, den sie einschlagen wollen. Das heißt, dass sie die Abfolge, in der sie die fünf genannten Menschenrechtsbereiche bearbeiten wollen, gemeinsam bestimmen – je nachdem, welches Problem am drängendsten ist.

WE ist kein Training, sondern ein moderierter Prozess. Dafür arbeiten wir mit lokalen Teams spezialisierter Expert*innen zusammen, unseren WE Facilitator*innen. Das Programm läuft je Fabrik immer mindestens zwei Jahre lang; in vielen Ländern führen wir das Programm kontinuierlich fort. Zwischen jeder Intervention, wie wir die einzelnen Einheiten nennen, liegt nur ein kurzer Zeitraum von zwei bis drei Monaten. Wenn wir mit dem Programm beginnen, stellen wir klar, dass sich alle zu zwei Bedingungen verpflichten: Wir erwarten echte Fortschritte in einem angemessenen Zeitraum, und die gegenwärtigen Herausforderungen in der Fabrik müssen transparent für alle sein. Denn nur wenn Probleme anerkannt werden, können wir sie lösen.

Wo ist WE?

Das WE Programm ist in Fabriken in Bangladesch, China, Indien, Kambodscha, Myanmar, Pakistan, der Türkei und Vietnam aktiv. Die Fabriken stellen Bekleidung und Textilien, Lederwaren, Schmuck, Elektronikartikel, Möbel. Metallwaren und Küchenutensilien für Tchibo und andere Kunden her.

Über die Jahre haben wir unseren WE Ansatz kontinuierlich angepasst

2008–2011: Pilotphase mit der GIZ                

  • Moderierter Dialog zwischen allen Beteiligten – Arbeiter*innen, Arbeitnehmer*innen, Manager*innen, Fabrikleitung und Tchibo Einkäufer*innen – ist möglich und bewirkt Verbesserungen.                     
  • Ein Austausch und Maßnahmen des wechselseitigen Lernens zwischen Fabriken (peer learning) fördert Veränderungsprozesse – auch dadurch, dass positive Konkurrenz entsteht.                
  • Der Dialogansatz erzielt in vielen Arbeitsbereichen bessere Ergebnisse als wiederholte Fabrikauditierung.
  • Die Themen Gewerkschaftsfreiheit und Existenzlohn lassen sich auch mit dem Dialogansatz auf Fabrikebene nicht lösen, weil sie systemische Ursachen haben. Tchibo ruft deshalb weitere Arbeitsstränge zu diesen Themen ins Leben.

20122015:Ausbau in die Tchibo Lieferkette

Seit 2012 rollen wir das WE Programm aus. Neben den Ländern der Pilotphase Bangladesch, China, Laos und Thailand bauen wir das WE Programm auch in Äthiopien, Indien, Kambodscha, in der Türkei und in Vietnam auf. Insgesamt haben wir bis Ende 2015 323 Fabriken integriert. Wir lernen dabei:

  • Der Dialogansatz ist universell und vielseitig einsetzbar.
  • Mit Einsatz und Investition lässt sich eine Alternative zur branchenüblichen Fabrikauditierung etablieren.
  • In vielen Ländern begleiten wir Fabriken kontinuierlich und begleiten unsere Partner*innen auf diese Weise dabei, Arbeitsrechtsverletzungen zu beheben.
  • Das aktive Programm für Thailand und Laos beenden wir, weil beide Länder aufgrund internationaler Einkaufstrends auch für unseren eigenen Einkauf an Bedeutung verloren haben.

2016/2017: Refokussierung

Wie bei Expansionen nicht unüblich, stellen wir zu diesem Zeitpunkt fest, dass wir beim Ausbau zwischenzeitlich zu sehr auf Quantität statt auf Qualität gesetzt haben:              

  • Wir rücken die menschenrechtlichen Themen und die WE Werte (Dialog, Empowerment und Co-Creation) zurück in den Mittelpunkt.             
  • Dem Aspekt der Moderation der Dialogprozesses (Facilitation) messen wir einen höheren Stellenwert bei; unsere lokalen WE Experten und Teams müssen sich neben inhaltlicher Expertise auch durch die Fähigkeit auszeichnen, Transformationsprozesse anleiten zu können.                  
  • Wir entschlacken Prozesse und bauen Strukturen ab, um mit mehr Flexibilität auf die Herausforderungen und Bedürfnisse einzugehen.                 
  • Tchibo Mitarbeiter*innen sind wieder häufiger vor Ort, um die Veränderungsprozesse in den Fabriken zu begleiten.

Seit 2018: Stärkung der Teams vor Ort

Wir führen die 2016 eingeleiteten Änderungen fort und setzen dabei gleichzeitig auf eine Stärkung und Vernetzung der lokalen WE Teams:         

  • Die lokalen WE Teams (Facilitator*innen) erhalten viel Flexibilität, das Programm auf das jeweilige Land und die jeweilige Fabrik anzupassen. Tchibo begleitet sie bei dieser Arbeit eng.              
  • Neue Ideen werden – teilweise auch nur in einzelnen Ländern oder Fabriken – ausprobiert. Die Lernerfahrungen fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung des Programms ein.           
  • Die lokalen WE Teams arbeiten vernetzt: In Online-Formaten sowie bei länderübergreifenden Aktivitäten lernen sie voneinander und ergänzen sich in ihren Fähigkeiten und Erfahrungen.
  • Das WE Programm wird von unseren lokalen Mitarbeiter*innen in den Einkaufsbüros in Hongkong und Dhaka geleitet, um auch an diesen Standorten den Anschluss an die Einkaufstätigkeiten sicherzustellen.

Auch wenn wir über die Jahre das Programm kontinuierlich weiterentwickeln, bleiben einige Herausforderungen bestehen – diese sind auch anderen Fachleuten im Bereich der Menschenrechts-, Transformations- oder Entwicklungsarbeit bekannt:

  • Dauerhafte Verankerung des WE Ansatzes in den Fabriken:
    Wir streben an, dass der WE Ansatz und damit die kontinuierliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Fabriken dauerhaft verankert werden. Gleichzeitig stellen wir fest, dass die Anwendung der Methoden und die Arbeit daran in den Hintergrund oder sogar in Vergessenheit geraten, wenn wir die Arbeit nicht begleiten. Dies kann auch bei Fabriken geschehen, welche im Prozess gute Verbesserungen erzielt haben. Das kann unterschiedliche Gründe haben; meist liegt eine Kombination zugrunde: fehlende Engagement der Firmen- und Fabrikleitung, andere Prioritäten im Alltag der Produktion, Personalfluktuation auch im mittleren Management.
    Unsere Herangehensweise: In allen Ländern außer China begleiten wir die Fabriken aktuell kontinuierlich. Für China erarbeiten wir gerade einen Ablauf, um regelmäßig mit Fabriken in Kontakt zu treten, ohne das Programm in vollem Umfang dauerhaft zu begleiten. Wir setzen darauf, in den Fabriken Prozesse zu etablieren, Arbeitnehmervertreter*innen zu stärken und Gewerkschaften einzubeziehen.
  • Engagement der Firmenleitung:
    Um möglichst viele und dauerhafte Verbesserungen in den Fabriken zu erreichen, braucht es die Zustimmung und die Unterstützung der Firmenleitung. Dies ist nicht immer zu erreichen – auch weil es sich teilweise um große Unternehmen handelt, deren Firmenleitung in anderen Ländern sitzt als an den Fabrikstandorten.
    Unsere Herangehensweise: Wir beziehen die Einkaufskolleg*innen mit ein, um die Bedeutung des Programms herauszustellen. Die erste Aktivität in einer Fabrik richtet sich an die Fabrikleitung; sie wird im Verlauf regelmäßig informiert und einbezogen.                     
  • Outreach zur gesamten Belegschaft:
    Viele Fabriken in Asien haben einige Tausend Mitarbeiter*innen. Deshalb ist es uns nicht möglich, alle Beschäftigten direkt in das Programm einzubeziehen. Gleichzeitig ist es das Ziel, dass möglichst viele Arbeiter*innen über ihre Rechte informiert werden und von den Verbesserungen profitieren.
    Unsere Herangehensweise: Wir setzen darauf, in den Fabriken Prozesse zu etablieren, Arbeitnehmervertreter*innen zu stärken und Gewerkschaften einzubeziehen. Wir führen Aktivitäten durch, die auf die Sichtbarkeit der Arbeit zielen, wie beispielsweise Poster-Paraden in der Kantine.
  • Wirkungsmessung:
    Wir erleben, dass das WE Programm wirkt – oft in Form von verändertem Verhalten. Dies ist mit klassischer quantitativer Wirkungsmessung oft nicht abbildbar, die von einfachen Wirkmechanismen ausgeht (Aktivität A bewirkt B). In unserer Arbeit haben wir festgestellt, dass Wirkzusammenhänge oft komplexer sind. Wir suchen deshalb nach neuen Formen der Wirkungsmessung, in die wir vor allem die Geschichten der Beteiligten und ihre Erfahrungen einbeziehen.

Umwelt

Fair zur Natur

Im Fokus: Klima, Wasser, Biodiversität und Kreislaufwirtschaft

Unsere Erde steht vor gravierenden ökologischen Herausforderungen: dem Klimawandel, der Verknappung von Ressourcen, dem Verlust von Artenvielfalt und der Zerstörung von Ökosystemen. In unseren Rohstoffursprungs- und Produktionsländern wie Brasilien, Vietnam und Indien sind diese Herausforderungen schon heute deutlich spürbar.

Mit unserer Geschäftstätigkeit haben wir einen Einfluss auf diese Entwicklungen. Wir sind überzeugt: Es ist Zeit für eine Wirtschaftsweise, die den Schutz unserer Umwelt und ihrer Ressourcen berücksichtig. Wir betrachten es als unsere unternehmerische Pflicht, Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen, unsere Geschäftstätigkeit so umweltschonend wie möglich zu gestalten und damit unser aller Lebensgrundlagen zu schonen.

Wir engagieren uns für den Schutz von Klima, Wasser und Biodiversität sowie für geschlossene Kreisläufe bei den verwendeten Materialien. Dabei betrifft der Schutz von Wasser und Biodiversität vor allem den Anbau von Kaffee und Baumwolle und die Produktion unserer Non Food-Produkte. Denn hier besteht die Gefahr für Mensch und Natur, dass Böden unfruchtbar werden oder giftige Chemikalien ins Wasser gelangen. Beim Klimaschutz geht es sowohl um Anbau und Produktion als auch um den Transport unserer Produkte und die Belastung des Klimas durch CO2-Emissionen von Verwaltung, Lager, Filialen und Röstereien.

Wir wissen: Wirksamer Umweltschutz entsteht durch Zusammenarbeit. Deswegen arbeiten wir in der Zero Discharge of Hazardous Chemicals-Initiative gemeinsam an Lösungen für die Substitution gefährlicher Chemikalien. Deshalb engagieren wir uns in der UN Fashion Industry Charta for Climate Action für die Reduktion von Emissionen in Textilfabriken. Und darum arbeiten wir mit dem WWF und anderen Unternehmen an Lösungen für besonders bedrohte Flusseinzugsgebiete. Wir glauben daran, dass wir die Herausforderungen meistern können – gemeinsam, fair und nachhaltig.

Klima

Klimaschutz – die Überlebensfrage der Menschheit

So lautet der Titel eines Positionspapiers des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ). Die Erderhitzung ist eine Bedrohung für unseren Planeten und eine Herausforderung für die gesamte Menschheit. Wir alle tragen zu dieser Entwicklung bei, wir alle sind von den Auswirkungen betroffen. Die Erkenntnisse der internationalen Klimaforschung zeigen uns klar: Wir müssen jetzt umsteuern und wirksam Emissionen reduzieren. Das Pariser Klimaabkommen von 2015 gibt das Ziel vor: den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Wir bei Tchibo bekennen uns zu diesem Klimaziel und setzen auf konkrete und ehrgeizige Klimaschutzmaßnahmen. Denn auch unsere wirtschaftliche Zukunft hängt von einem stabilen Klima ab. Für uns wichtige Rohstoffe wie Kaffee, Baumwolle und Holz sind direkt vom Klimawandel betroffen und gefährdet.­­­

Seit 2006 engagieren wir uns für den Klimaschutz

Klimaschutz ist seit 14 Jahren ein fester Bestandteil unserer Tchibo Nachhaltigkeitsstrategie. Unser Ziel ist es, nachhaltige Produkte zu verkaufen, die klimaschonend hergestellt werden – so tragen wir dazu bei, die Erderhitzung abzuschwächen. Unser ganzheitlicher Ansatz beim Klimaschutz umfasst nicht nur unsere eigenen Standorte und den Transport, den Gebrauch und das Lebensende unserer Produkte, sondern auch das Produktdesign und unsere Lieferketten. Denn mehr als 80 % unserer CO2-Emissionen fallen bei der Produktion des Kaffees, der Textilien und anderer Produkte an.

Wir stellen unsere Produkte mit so wenig Energie wie möglich her und unterstützen unsere Lieferanten dabei, energieeffiziente Produktionsmethoden einzusetzen. Wir reduzieren unsere CO2-Emissionen, indem wir auf nachhaltige Rohstoffe wie Bio-Baumwolle und recycelte Materialien für unsere Produkte setzen, Logistikprozesse klimaschonend gestalten und erneuerbare Energien an unseren Standorten und Filialen einsetzen.

Mit diesem ganzheitlichen Ansatz sparen wir bis 2030 mehr als jede zweite Tonne CO2 bei eigenen organisatorischen Prozessen und 15 % bei vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen ein.

Um unsere Fortschritte nachzuvollziehen, erheben wir klimarelevante Daten, wie den Verbrauch von Treibstoffen und Strom. Seit 2007 veröffentlichen wir unsere CO2-Bilanz in unserem Nachhaltigkeitsbericht.

Wirksamer Klimaschutz entsteht durch Zusammenarbeit. Nur wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an einem Strang ziehen, werden wir das 1,5-Grad-Ziel erreichen können. Deshalb arbeiten wir seit vielen Jahren lösungsorientiert und fair mit unseren Lieferanten und anderen Partnern zusammen. Wir beteiligen uns an den Klimainitiativen Science Based Target Initiative (SBTi), Fashion Industry Charter for Climate Action UNFCCC und der Initiative "coffee & climate" und sorgen so in globalen Allianzen für wirksamen Klimaschutz.

Überarbeitung der Klimabilanz

2019 haben wir die Systematik unserer Klimabilanz grundlegend überarbeitet. Bilanziert werden jetzt auch die Emissionen aller Auslandsstandorte und die Emissionen vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen, wie zum Beispiel dem Kaffeeanbau. Grundlage der Bilanz ist das Greenhouse Gas Protocol (GHG), das „Best Practice“-Reporting-Standards definiert.

2019 hat Tchibo an eigenen Standorten, mit eigenen Fahrzeugen und durch den Bezug leitungsgebundener Energie 39 Tausend Tonnen CO2 emittiert (locationbased). Das entspricht in etwa den jährlichen Emissionen von knapp 5.000 Bundesbürger*innen oder knapp 10 Tausend Langstreckenflügen Frankfurt–New York. Mit 60 % haben die Röstereien den größten Anteil an den Emissionen. Insgesamt konnten wir die Emissionen gegenüber 2018 um 3,7 Prozent reduzieren.

Über 22-mal höher sind unsere sogenannten Scope 3-Emissionen. Sie entstehen durch eingekaufte Waren und Dienstleistungen. Die Steigerung dieser Emissionen um 0,6 % gegenüber dem Vorjahr ist eine Folge von gestiegenen Einkaufsmengen.

Basierend auf der überarbeiteten CO2-Bilanz hat die Geschäftsführung in 2020 wissenschaftsbasierte Klimaziele für Tchibo bis 2030 verabschiedet, die dazu beitragen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Effizientes Zusammenspiel von Transportmitteln

Gute Logistik muss nicht nur vorausschauend, effizient und schnell, sondern auch umweltverträglich sein. Daran arbeiten wir – anfangs unterstützt von der technischen Universität Harburg – erfolgreich seit 14 Jahren. Von 2006 bis 2018 konnten wir 24 % unserer CO₂-Emissionen pro Tonnenkilometer einsparen. GS1 Germany ehrte das Engagement von Tchibo in 2019 mit dem Lean and Green 1st Star.

Unsere Produkte legen weite Wege auf unterschiedlichen Transportmitteln zurück. Um CO2-Emissionen zu reduzieren, setzen wir auf die Seeschifffahrt. Über 90 % der Warenbewegungen werden über den Wasserweg abgewickelt. 2019 konnten wir dabei die Auslastung des Frachtraumes verbessern: Bei gleicher Warenmenge haben wir 346 Container eingespart. Statt des LKW nutzen wir den Schienenverkehr, wann immer es möglich ist. Über das Schienennetz gelangen unsere Non-Food-Artikel vom Hafen in unsere Lagerstandorte und der Rohkaffee zu unserer Rösterei in der Nähe von Warschau.

Von den Röstereien gelangt der Kaffee mit Gigalinern zu unseren Distributionszentren. Diese Lang-LKWs sind besonders effizient, da viele Produkte in einer Tour transportiert werden können. Auch für die sogenannte letzte Meile zu den Filialen und Supermärkten testen wir innovative Konzepte. So wurden drei Filialen und acht Supermärkte im vergangenen Jahr testweise mit einem Elektro-LKW beliefert.

Zu einer nachhaltigen Logistik gehört ein umweltschonender Versand von Paketen. Deswegen werden die Emissionen unseres Paketdienstleisters DHL seit 2012 über das GoGreen-Programm kompensiert. Damit konnten 2018 knapp acht Tausend Tonnen CO2 kompensiert werden.

Eine Bestellung – zwei Pakete?

Bei einigen Bestellungen bekommt der Kunde zwei Pakete, da die Produkte aus unterschiedlichen Lägern kommen. Das möchten wir zum Beispiel durch einen optimierten Transport zwischen den Lägern vermeiden. Im Berichtszeitraum konnten wir den Anteil der Bestellungen, die in zwei Paketen verschickt werden, abermals um 4 Prozentpunkte auf 13 Prozent senken. Das schont die Umwelt, da weniger Verpackung benötigt wird und weniger CO2 beim Transport verursacht wird.

Jahr

Bestellungen mit Sendungssplit

2017

24 %

2018

17 %

2019

13 %

Versandverpackungen – praxPACK

Unsere derzeitigen Versandkartons und -tüten sind überwiegend aus recyceltem Material und tragen das FSC- bzw. das Blauer Engel-Umweltsiegel. Um den Ressourcenverbrauch weiter zu senken, starteten wir letztes Jahr die Pilotierung von Mehrwegverpackungen. Dafür bedarf es über die reine Verpackung hinaus der Entwicklung einer Gesamtlösung, die auch Rücknahmestellen, Rücktransport und Reinigung beinhaltet. Um diese komplexe Herausforderung meistern zu können, haben wir uns dem Verbundprojekt praxPACK angeschlossen. Gemeinsam mit Avocado Store, OTTO und Ökopol sowie weiteren Umsetzungspartnern entwickeln und testen wir ein solches Mehrwegversandverpackungsystem. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt startete im Juni 2019. Ein erster Praxistest fand 2020 statt.

Verwaltungsstandorte und Filialen

Unsere deutschen Standorte und Filialen beziehen Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Und wir können und wollen noch mehr: Im kommenden Jahr stellen wir auch den Strom in unserer polnischen Rösterei und sukzessive an weiteren internationalen Standorten auf erneuerbare Energiequellen um. Auch durch weitere Maßnahmen sparen wir Energie: zum Beispiel durch die Ausstattung unserer Filialen mit LED-Leuchtmitteln.

Auch unsere Mitarbeiter*innen inspirieren wir zu mehr Nachhaltigkeit. Beispielsweise durch die im September 2019 durchgeführte Tchibo Klimawoche mit Veranstaltungen und Vorträgen rund um den Klimaschutz. Darüber hinaus bieten wir in unserem Mitarbeiterrestaurant einen Klimateller an, auf dem tierische Produkte mit hohen Treibhausgasemissionen durch klimaneutrale Nahrungsmittel ersetzet werden. Damit sparen wir jährlich 19 Tonnen CO2-Äquivalente. Mehr Inspiration für den Kleiderschrank gab es mit Bridge & Tunnel. Zusammen mit der Hamburger Marke konnten unsere Mitarbeiter*innen aus gebrauchter Kleidung neue Produkte, wie zum Beispiel Bauchbeutel und Haarbänder, nähen (lassen) und lernen, wie das Upcycling von Alttextilien Ressourcen und Klima schont.

Wasser

Allgemeines

Wasser ist eine lebensnotwendige Ressource für Mensch und Umwelt. Keine andere Ressource ist für den Menschen so wichtig und gleichzeitig so bedroht. Laut World Health Organisation (WHO) wird bis zum Jahr 2025 die Hälfte der Weltbevölkerung in Gebieten leben, die an Wasserknappheit leiden.

Mit dem Anbau von Kaffee und Baumwolle sowie der Herstellung unserer Produkte sind wir für Wasserverschmutzung und Wasserknappheit mitverantwortlich. Denn der Anbau von Kaffee und Baumwolle verbraucht Wasser und verschmutzt Gewässer mit Düngemitteln und Pestiziden. Die Textilproduktion, vor allem das Färben, Waschen, Drucken und die Veredlung von Stoffen, belastet das Wasser durch Chemikalien und oft nicht ausreichend gefiltertes Abwasser.

Deswegen ist nachhaltiges Wassermanagement ein wichtiger Bestandteil unserer Nachhaltigkeits- und Geschäftsstrategie.

DETOX – für eine bessere Wasserqualität

Tchibo hat sich 2014 öffentlich verpflichtet, gefährliche Chemikalien aus den textilen Lieferketten zu verbannen.  Wir sind auf dem Weg zu diesem Ziel bereits ein großes Stück vorangekommen.

Um unser Ziel vollständig zu erreichen, setzen wir auf vier Ebenen an: der Produktentwicklung, dem Monitoring des Abwassers und der Chemikalienbestände unserer Fabriken, dem Training von Fabriken und dem Engagement für sektorübergreifende Lösungen.

Produktentwicklung

Den Einsatz von gefährlichen Chemikalien schließen wir schon bei der Entwicklung unserer Produkte aus. Die besten Technologien orientieren sich oft am Vorbild der Natur. So ahmt zum Beispiel die ecorepel®-Beschichtung, die wir für Regenkleidung verwenden, den wasserabweisenden Effekt nach, mit dem Wasservögel ihr Gefieder trocken halten. Im Gegensatz zu anderen Imprägnierungen ist ecorepel® umweltschonend und frei von Fluorcarbonen (PFC), die die Gesundheit und die Umwelt belasten.

Ein anderes Beispiel für den Ausschluss von gefährlichen Chemikalien sind unsere Lederprodukte, die zu 100 % chromfrei gegerbt sind. Das vermeidet die Belastung der Umwelt durch Chrom und schließt Gesundheitsrisiken für die Menschen, die die Produkte herstellen, aus.

Auch unsere Jeans kommen ohne chemisches Bleichen für den sogenannten Used Look aus. So können wir unseren chemischen Fußabdruck nachhaltig reduzieren.

Monitoring

Wer sind die Betriebe, die das Waschen und Färben unserer Textilien übernehmen? Auf diese Frage hatten wir noch vor sechs Jahren keine Antwort. Inzwischen kennen wir die Nassfabriken von 96 % unserer Textilprodukte. Diese 308 Nassverarbeitungsfabriken befinden sich in 24 Ländern – die meisten davon in China. Und sie sind auch für unsere Kund*innen online sichtbar.

Da wir unsere Nassverarbeitungsfabriken kennen, können wir Abwasseranalysen einfordern, die einen Hinweis geben, ob unerwünschte Chemikalien verwendet werden. 63 % der Fabriken haben einen Abwassertest vorgelegt. Seit 2016 können wir einen Rückgang von gefährlichen Chemikalien um 21 % erkennen.

Wir ermutigen unsere Nassverarbeitungsfabriken, neben der Analyse des Abwassers auch ihren Chemikalienbestand (Inventar) zu überprüfen und bedenkliche durch umweltfreundlichere Substanzen zu ersetzen. Wir treiben diesen Ansatz voran, da die Fabriken so bereits zu Beginn der Produktion gezielt dem Einsatz von bedenklichen Chemikalien entgegenwirken können. Bereits 38 % unserer Nassverarbeitungsfabriken überprüfen regelmäßig ihre Chemikalienbestände mit professionellen digitalen Lösungen, wie der Zero Discharge of Hazardous Chemicals (ZDHC) Online Plattform.

Training

Die enge Zusammenarbeit mit Lieferanten und Nassverarbeitungsfabriken ist für uns besonders wichtig. Wir sind stolz darauf, dass bereits 61 % unserer Textilprodukte in Nassverarbeitungsfabriken hergestellt werden, die ein Detox-Trainingsprogramm durchgeführt haben.

Das Trainingsprogramm ist vielfältig: Wir bieten Online-Trainings an, mit denen sich unsere Fabriken Wissen zu Chemie, Wasser und Klima aneignen können. Wir unterstützen auch mit Hilfe maßgeschneiderter Trainings in den Fabriken. Ein umfassendes Training, bei dem Fabriken über zehn Monate begleitet werden, haben wir im Rahmen einer strategischen Allianz mit der REWE Group und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) entwickelt. Seit 2016 haben sich 47 Nassverarbeitungsfabriken (24 davon produzieren für Tchibo) durch dieses Trainingsprogramm qualifiziert.

Neben den Trainings stellen wir unseren Fabriken ein Handbuch zur Verfügung, das aufzeigt, welche Chemikalien in der Herstellung von Tchibo Produkten verwendet werden dürfen und wie Fabriken ihre Chemikalienbestände effizient dokumentieren und verwalten können.

Sektorübergreifendes Engagement

Die Umsetzung der Detox-Programms kann nur gemeinsam erreicht werden. Gemeinsam mit der Chemieindustrie, gemeinsam mit Produzenten, mit Unternehmen und mit unseren Kunden. Tchibo arbeitet daher als Mitglied der Zero Discharge of Hazardous Chemicals Initiative (ZDHC) an branchenübergreifenden Lösungen, um gefährliche Chemikalien im Herstellungsprozess zu beseitigen und dadurch die Umwelt und die Gesundheit der Menschen zu schützen.

Mehr Informationen zu unseren Maßnahmen zur Vermeidung von gefährlichen Chemikalien in der Textilproduktion sind in unserem Detox-Fortschrittsbericht zusammengefasst.

WATER STEWARDSHIP – für mehr Verantwortung in kritischen Flussgebieten

Das Wasser, das wir nutzen, gehört uns nicht – es ist ein Gemeingut. Gemeinsam mit dem WWF, unterstützt Tchibo den Water Stewardship-Ansatz, der sich für einen sozial gerechten, umweltschonenden und gleichzeitig wirtschaftsfördernden Umgang mit Wasser einsetzt. Die Idee ist, dass alle Stakeholder*innen eines bedrohten Flussgebietes an der Lösung von Wasserproblemen arbeiten. Von der Arbeit mit Fabriken, die Abwässer in diese Gebiete einleiten, bis hin zum Engagement für eine nachhaltigere Wasserpolitik bietet das Programm einen ganzheitlichen Ansatz zur dauerhaften Lösung von Wasserproblemen.

Unsere Projekte in China und der Türkei

Wir haben 2019 ermittelt, welche Flusseinzugsgebiete in unserer Lieferkette besonders bedroht sind. Im Flussgebiet des Taihu River in China und im Büyük-Menderes-Flussgebiet in der Türkei haben wir uns daraufhin konkreten Projekten angeschlossen.

China ist laut Water Risk Filter des WWF das Land mit den höchsten Wasserrisiken in unserer textilen Lieferkette. Das Flussgebiet des Taihu River hat eine besonders große Relevanz für Tchibo, da die dort ansässigen Nassbetriebe zwei Drittel unserer Produkte in China herstellen. Ziel des Projekts ist es, den Zustand dieses Flussgebiets zu verbessen für eine bessere Umwelt und für eine bessere Gesundheit der umliegenden Gemeinden. 2019 wurden Fabriktrainings konzipiert, die wir in 2020 schrittweise umsetzen.

Der Büyük Menderes ist einer der am meisten verschmutzen Flüsse der Türkei. Entlang des Flusses finden 40 % der türkischen Lederproduktion, 6 0% der Textilproduktion für den Export und 14 % der Baumwollproduktion statt. Die Artenvielfalt in diesem Flussgebiet nimmt stark ab, das Wasser wird knapp und seine Qualität verschlechtert sich. Das vom WWF initiierte Water Stewardship-Projekt wird auch von H&M und IKEA unterstützt. Tchibo beteiligt sich seit 2019 und setzt den Fokus auf einen nachhaltigeren Baumwollanbau in der Region.

WASH – für den Zugang zu sauberem Trinkwasser

Der Mensch braucht Wasser zum Trinken, zur Sanitärversorgung und zur Hygiene. Ein nachhaltiges Wassermanagement umfasst gemäß der globalen Nachhaltigkeitsziele der UN auch eine Förderung des Zugangs zu sauberem Trinkwasser (WASH). Bis 2030 soll jedem Menschen der Zugang zu sicherem Trinkwasser möglich sein.

Tchibo unterstützt dieses Ziel und plant ein eigenes Projekt in Äthiopien, von wo wir unseren Bio-Kaffee beziehen.

Äthiopien ist von Wasserproblemen besonders betroffen – 63 % der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Wasser; der eingeschränkte Zugang zu sicherem Trinkwasser und die unzulängliche Sanitärversorgung sind für 60–80 % der übertragbaren Krankheiten verantwortlich. Unser WASH Projekt setzt an diesen Problemen an. Gemeinsam mit der örtlichen Nonprofit-Organisation Buna Qela Charity Association werden wir zwei ca. 50-60 Meter tiefe Brunnen in einer Kaffeeanbauregion bauen. Die Brunnen sollen mit einer Solarpumpe betrieben werden und versorgen dann über 2.000 Haushalte.

Unser WASH Projekt in Äthiopien werden wir voraussichtlich Anfang 2021 abschließen. Daraus möchten wir lernen, wie wir unsere Aktivitäten im Bereich WASH auf weitere Wasserrisikogebiete ausweiten können.

Biodiversität

Allgemeines

Artenvielfalt erhalten

Die Zahl der Arten, die für immer von dieser Erde verschwinden, steigt mit erschreckender Geschwindigkeit. Die intensive Landnutzung ist ein großer Treiber für den sich verschlechternden Zustand der Erde. Wir bei Tchibo erleben den Verlust von Biodiversität vor allem am Anfang unserer Lieferketten, in den Ländern, in denen die Rohstoffe für unsere Produkte angebaut und produziert werden. Hier setzen wir uns für den Erhalt von Biodiversität und den Schutz von Ökosystemen ein.

Schwerpunkt: Schutz der Biodiversität in den Ursprungsländern

Am drängendsten sind die Probleme für uns in den Bereichen Kaffee- und Baumwollanbau, in der Textilverarbeitung und der Waldwirtschaft.

Kaffee- und Baumwollanbau

Wir fördern einen umweltschonenden Anbau von Kaffee und Baumwolle. Wichtig ist uns, dass Farmer*innen weniger Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetzen. Gentechnisch veränderten Pflanzen stehen wir kritisch gegenüber und setzen deshalb auf gentechnikfreies Saatgut. Der Erhalt von schützenswerten Flächen, wie Wäldern und Auenlandschaften, und der Erhalt von Bodenfruchtbarkeit spielen für uns eine wichtige Rolle. Denn der Boden ist wichtig für die Reduktion von Treibhausgasen und für den Erhalt von Arten. Nur wenn die Böden fruchtbar bleiben, können wir noch in vielen Jahren Baumwolle und Kaffee anbauen.

Um dies sicherzustellen, kaufen wir 22 % unseres Rohkaffees von Farmen, die nach den Standards von Rainforest Alliance, Fairtrade, UTZ und Bio zertifiziert sind. 84 % unserer Baumwolle ist nach dem Organic Content Standard (OCS) oder dem Global Organic Textile Standard (GOTS) zertifiziert. Diese Standards enthalten Anforderungen, die zum Schutz von Biodiversität, Wasser und Böden beitragen. Zum Beispiel kommt biologisch angebaute Baumwolle („organic cotton“) ganz ohne synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel aus.

Um die Verwendung von gentechnikfreiem Saatgut zu unterstützen, setzen wir uns als Mitglied des Organic Cotton Accelerators (OCA) für das Programm "Seeding the Green Future" in sechs indischen Bundesstaaten ein.

In besonders intensiv bewirtschafteten Regionen oder kritischen Flusseinzugsgebieten haben wir uns 2019 mit anderen Partner*innen zusammengeschlossen. Mit der Global Coffee Platform (GCP) in Brasilien und dem WWF in der Türkei und weiteren Unternehmen arbeiten wir gemeinschaftlich an der Reduktion von Pflanzenschutzmitteln und nachhaltigen Anbaupraktiken, um Menschen, Böden und Gewässer zu schützen.

Textilverarbeitung

Wir setzen auf eine Textilverarbeitung ohne umwelt- und gesundheitsgefährdende Chemikalien. Denn wir möchten die Gewässer rund um die Fabriken und die dort lebenden Menschen, Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen schützen. Mit Maßnahmen, wie zum Beispiel Trainings für Fabrikarbeiter in Bangladesch und China, möchten wir verhindern, dass schädliche Substanzen in die Gewässer gelangen. Wir sind stolz darauf, dass bereits 61 % unserer Textilprodukte in Nassbetrieben hergestellt werden, die ein Trainingsprogramm durchlaufen haben; und jedes Jahr werden es mehr. Bereits 38 % unserer Nassbetriebe überprüfen mit professionellen digitalen Lösungen regelmäßig ihre Chemikalienbestände. Damit stellen sie sicher, dass erst gar keine gefährlichen Chemikalien während der Produktion zum Einsatz kommen.

Der Taihu River in China und das Büyük Menderes-Flussgebiet in der Türkei sind zwei Flusseinzugsgebiete in unserer Lieferkette, die durch den Eintrag von Chemikalien besonders bedroht sind. 2019 haben wir uns Projekten angeschlossen, bei denen der WWF mit anderen Unternehmen und lokalen Partner*innen Lösungen für diese kritischen Regionen erarbeitet.

Waldwirtschaft

Wir setzen auf den Schutz der biologischen Vielfalt der Wälder und schließen illegale Rodungen aus. Wir stellen diesen Anspruch sicher, indem wir unsere Holzprodukte mit dem Forest Stewardship Council (FSC®) zertifizieren und Holz aus regionaler Waldwirtschaft mit strengen Umweltstandards nutzen.

Kreislaufwirtschaft

Allgemeines

Ressourcensparend in eine nachhaltige Zukunft

Wir verbrauchen pro Jahr weltweit 1,7 Erden. Das heißt, wir nutzen jedes Jahr 1,7-mal mehr Ressourcen als jährlich nachwachsen können. Gleichzeitig erhöht eine wachsende Wegwerfmentalität unser weltweites Müllaufkommen. Diesen Herausforderungen stellen wir uns, indem wir wertvolle Ressourcen einsparen und wiederverwenden.

Für uns heißt das, nachhaltige und recycelte Rohstoffe einzusetzen, schon bei der Entwicklung unserer Produkte ihre Langlebigkeit und Recyclingfähigkeit zu prüfen und den ökologischen Fußabdruck zu verringern.

Aus Altem Neues machen

Plastikabfalle können die Natur verschmutzen. Sie können aber auch, wie bei uns, als wertvolle Ressourcen für neue Produkte genutzt werden. So kann aus PET-Flaschen Sportmode werden: Für ein in 2019 verkauftes Herren-Lauf-Shirt wurden 18 PET-Flaschen (Quelle: Textile Exchange) recycelt. 2019 haben wir nicht nur Textilprodukte, sondern auch Hartwarenprodukte, wie zum Beispiel Spülbürsten, aus recycelten Materialien hergestellt. Recycelte Fasern gewinnen wir nicht nur aus PET-Flaschen, sondern auch aus Fischernetzen und Textilabfällen. Das spart Rohstoffe und schont die Umwelt.

Eine für das bloße Auge nicht erkennbare Umweltbedrohung ist Mikroplastik. Bei der Produktion von synthetischen Fasern und auch beim Waschen der Produkte kann Mikroplastik in das Wasser und die Luft gelangen. Deswegen arbeiten wir als Mitglied des Microfibre Consortiums mit Partnern aus der Forschung und anderen Unternehmen an Möglichkeiten, Mikroplastik zum Bespiel schon bei der Produktion zu verringern.

Eine lange Freundschaft

Es gibt viele gute Gründe sich immer wieder etwas Neues zu kaufen, aber es gibt noch viel bessere Gründe ein Produkt so lange wie möglich zu benutzen: das erhält Ressourcen, verringert die Belastung unserer Ökosysteme und schützt damit unsere Lebensgrundlage. Qualität und eine lange Lebensdauer unserer Produkte stehen deswegen seit mehr als 70 Jahren bei uns im Fokus. Unsere hohen Ansprüche stellen wir durch Qualitätskontrollen auch in Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern sicher.

Auch bei retournierten Produkten möchten wir die lange Lebensdauer sicherstellen. Produkte, die noch originalverpackt sind oder mit wenigen Handgriffen aufbereitet werden können, bringen wir wieder in den Verkauf – über unsere eigenen Kanäle oder über Handelspartner im Ausland. Textilien mit Beschädigungen werden in Werkstätten der Lebenshilfe Osterburg und des Deutschen Roten Kreuz bearbeitet und durch Textilverwerter im Ausland verkauft. Defekte Hartwaren Produkte werden recycelt.

Aber nicht nur Firmen können etwas gegen die wachsenden Müllberge unternehmen. Jeder kann die Lebensdauer eines Produktes verlängern oder gar neu erfinden. Damit unsere Kunden lange oder neue Freude an unseren Produkten haben, geben wir auf unser Webseite www.tchibo.de/nachhaltigkeit Tipps für die richtige Pflege von Produkten. Zum Beispiel wie Rostbestände auf Küchenmessern mit einem Korken beseitigt werden können. Hier finden sich auch Upcycling-Ideen und Hinweise zum Recycling.

Auch andere Ideen im Bereich Mehrfachnutzung treiben wir voran: gemeinsam mit RECUP haben wir 2019 einen Test des Pfandsystems für Coffee-to-go-Mehrwegbecher gestartet. In dem Pilotprojekt praxPACK arbeiten wir seit 2019 mit anderen Unternehmen an alltagstauglichen Lösungen für Mehrwegverpackungen im Onlinehandel.

Trennung, aber richtig

Können Produkte nicht mehr genutzt werden, ist uns eine „faire Verwertung“ wichtig. Wir ermutigen unsere Kund*innen auf unserer Webseite, ihre Altkleider und -textilien einfach und fachgerecht über das verbraucherfreundliche Rücknahmesystem unseres Partners FairWertung e. V. zurückzugeben.

Es gibt in der Textilindustrie noch keine perfekt Antwort auf die Frage, wie Produkte entworfen sein müssen, damit sie am Ende des Lebenszyklus besonders gut verwertet werden können (Design for Recycling). Welche Beschaffenheit müssen Fasern haben und welche Anforderungen gibt es an Mischfasern? Hier sind wir auf neue Ergebnisse der Forschung angewiesen und wollen mit Piloten dem Ziel von recyclingfähigen Produkten näher kommen. Größere Fortschritte in Bezug auf Recyclingfähigkeit können wir in anderen Bereichen, wie zum Beispiel unseren Verpackungen, aufzeigen.

Non Food

Nachhaltige Textilien und Hartwaren

Baumwolle

Baumwolle ist für uns die wichtigste Naturfaser

Baumwolle macht fast ein Viertel der globalen Faserproduktion aus. Für uns ist Baumwolle sogar noch wichtiger und war in 2019 mit 45 % Anteil die wichtigste Naturfaser in unserem Textilsortiment. In vielen Produktgruppen kommt Baumwolle als Hauptmaterial vor, beispielsweise bei Tag- und Nachtwäsche und Oberbekleidung, wie Hemden und Jeans, oder Heimtextilien, wie Handtücher und Bettwäsche. In 2019 haben wir schon fast 90 % unserer Baumwolle aus nachhaltigeren Quellen bezogen, hauptsächlich aus Bio-Anbau. 2021 sollen es 100 % sein.

So schön dieses Naturprodukt im Endprodukt doch ist, stellt es uns vor große Herausforderungen. Baumwolle ist im konventionellen Anbau sehr ressourcenintensiv, benötigt zum Beispiel sehr viel Wasser (10.000 Liter für 1 kg Rohbaumwolle). Da die Pflanze, besonders die konventionell in Monokultur angebaute, für Schädlinge sehr anfällig ist, ist der Einsatz von chemischen Insektenschutzmitteln und anderen Chemikalien vergleichsweise sehr hoch. Das belastet nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit der Farmer*innen und Arbeiter*innen stark.

Aufgrund des intensiven Chemikalieneinsatzes und der daraus resultierenden Belastung für das Ökosystem und den Menschen haben wir uns vor mehr als 14 Jahren dazu entschieden, auf nachhaltigere Baumwolle umzustellen.

Zertifizierungsstandards

Den Fokus in der Umstellung legen wir auf Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau, da hier keine chemischen Mittel eingesetzt werden dürfen – sozusagen der Gold-Standard der Landwirtschaft. Hierfür arbeiten wir mit den Zertifizierungsstandards Organic Content Standard (OCS) und dem Global Organic Textile Standard (GOTS), der auf den kontrolliert biologischen Anbau aufsetzt, darüber hinaus aber in der gesamten Lieferkette strenge Umwelt- und Sozialanforderungen hat und diese kontrolliert.  Auch gelten beim GOTS strenge Anforderungen für die Zusammensetzung eines Textils. So müssen mindestens 70 % des Materials natürlicher Herkunft aus Bio-Anbau sein.

Ergänzend arbeiten wir seit 2007 auch mit der Initiative Cotton made in Africa (CmiA) der Aid by Trade Stiftung zusammen. Aktuell beziehen wir für circa 5 % unseres Sortiments Baumwolle aus der Initiative. Perspektivisch wollen wir gemeinsam daran arbeiten, auch hier biologischen Anbau zu fördern.

Zertifizierungssplit Baumwolle (in Prozent)

Zertifizierungen allein reichen nicht

Wir tragen Verantwortung für die Menschen in unseren Lieferketten – sie geht über den Einsatz von zertifizierten Materialien hinaus.

Wir wissen: Zertifizierungen allein reichen nicht. Es gibt Themen und Herausforderungen im Anbau, wie zum Beispiel die Verbesserung der Einkommen der Farmer*innen, die wir mit dem Einsatz von zertifizierten Materialien nicht sofort lösen können. Um zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Farmer*innen sowie einer positiven Wirkung der Umwelt beizutragen, arbeiten wir konkret an folgenden Themen:

  1. Transparenz schaffen
  2. Verfügbarkeit von genfreiem Saatgut

Transparenz ist ein wichtiges Tool, um mehr Wirkung erzielen zu können. Wir wollen wissen, wer an unserem Produkt mitgearbeitet hat

Wir sind uns als Handelsunternehmen unserer Verantwortung in Bezug auf die Menschen und die Auswirkungen unseres Handelns sehr bewusst. Transparenz ist dabei die Basis für unser Handeln. Deswegen sehen wir die Notwendigkeit, genauer auf unsere Lieferketten zu blicken.

2019 haben wir ein Supply Chain Mapping für den Bezug unserer Bio-Baumwolle gemacht. Wir haben unsere Lieferanten analysiert und über Fragebögen die Transparenz entlang der Wertschöpfungskette herstellen können. Allein zwölf Lieferanten liefern die Hälfte unserer Bio-Baumwolle. Dabei kommt unsere Baumwolle vorrangig aus Indien, China und der Türkei. Auch konnten wir zurückverfolgen, woher die Baumwolle stammt, welche Regionen und zum Teil auch welche Baumwollprojekte unsere Baumwolle liefern. Das gibt uns die Möglichkeit, mit wenigen Partnern gezielt an der Erreichung unseres Zieles zu arbeiten und so die Rückverfolgbarkeit bis zum Ursprung sicherzustellen als auch perspektivisch direkt Farmkooperativen unterstützen zu können.

Saatgut: Warum Bio nicht automatisch bedeutet, dass ein Produkt absolut frei von Kontamination ist

Indien ist seit Jahren der weltweit führende Hersteller von Bio-Baumwolle. Laut dem jüngsten Organic Cotton Market Report von Textile Exchange (2019) ist es für 47 % der weltweiten Produktion von Bio-Baumwolle verantwortlich. Doch über 95 % der gesamten Baumwollanbaufläche in Indien, ähnlich wie in den USA und China, wird mit gentechnisch verändertem (GV) Saatgut produziert.

Oft ist es schwer, besonders für Kleinfarmer mit wenig Marktmacht, nicht gentechnisch verändertes und sortenreines Saatgut einzukaufen. Hinzu kommt, dass Bio-Baumwollfarmer und solche, die ihre Baumwolle auf herkömmliche Weise anbauen, oft dicht beisammen sind. Dadurch kommt es zu Kreuzbestäubungen, was zur Kontamination führen kann.

Die Auswirkungen des Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auf die biologische Vielfalt stehen seit langem in der Diskussion. Der Einsatz von Monokulturen und synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln kann diesen Verlust der biologischen Vielfalt auf und abseits unserer Äcker noch weiter verschärfen. Da bei einem Großteil der vermeintlichen Errungenschaften durch Gentechnik in der Agrarindustrie die Auswirkungen auf unsere Umwelt nicht geklärt sind, stehen wir dieser kritisch gegenüber und unterstützen gezielt gentechnikfreies Saatgut.

Als Mitglied der Multi-Stakeholder Organisation Organic Cotton Accelerator (OCA) unterstützen wir das Programm "Seed, Integrity and Community Investment" (SICI) zur Förderung der Integrität und Rückverfolgbarkeit von Bio-Baumwolle. Die wichtigsten Aktivitäten im letzten Jahr waren:

  • ISO Testprotokoll (Standard): In der Vergangenheit gab es kein einheitliches Testverfahren, nach dem Organismen auf Gen-Modifizierung getestet wurden. So kam es zu stark variierenden Ergebnissen bei der Testung. Über OCA haben wir die Entwicklung eines weltweit gültigen ISO/IWA-Standards zur GVO-Testung in Baumwolle und Textilen unterstützt. Im letzten Jahr ist der Standard veröffentlicht worden und seit Ende letzten Jahres entsprechend den neuen Fassungen der Bio-Baumwollstandards OCS und GOTS verpflichtend.
  • Förderung von Saatgutentwicklung: Durch die schnelle Ausbreitung von GV-Saatgut, besonders in Indien, ist es heute für viele Farmer*innen schwierig, an nicht gentechnisch verändertes Saatgut zu kommen. Um dem entgegenzuwirken ist es notwendig, robustes Saatgut zu entwickeln. Dafür unterstützt OCA innerhalb ihres SICI-Programs die Saatgut Research & Breeding-Initiative "Seeding the Green Future" in sechs indischen Bundesstaaten.

 

Synthetische Fasern

Synthetikfasern müssen nicht zwangsläufig weniger nachhaltig sein als natürliche Fasern

 „Synthetikfasern sind Erdöl-basiert, tragen Mikrofasern in die Umwelt und sind absolut nicht nachhaltig“, so lauten die meisten Aussagen zu synthetischen Fasern. Synthetische Materialien, wie Polyamid oder Polyester, stehen immer wieder in der Kritik und selten wird ein gutes Haar bzw. eine gute Faser an ihnen gelassen - zu Unrecht, finden wir. Synthetikfasern müssen nämlich nicht zwangsläufig weniger nachhaltig sein als natürliche Fasern. So ist der Wasserverbrauch bei der Herstellung von konventionell angebauter Baumwolle um ein Vielfaches höher als bei Synthetikfasern.

Funktionalität aus fossilem Ursprung – kann das nachhaltig sein?

Synthetische Fasern sind atmungsaktiv, temperaturausgleichend, elastisch, reiß- und scheuerfest und somit sehr robust und pflegeleicht. Darum setzten wir sie gerne für Funktionskleidung, aber auch in Bettwaren oder Haushaltsartikeln wie Putztüchern ein. Gleichzeitig basieren Synthetikfasern auf der endlichen Ressource Mineralöl – und genau hier setzen wir an!

Um endliche Ressourcen zu schonen und der zunehmenden Umweltverschmutzung durch Plastikmüll entgegenzuwirken, setzen wir seit 2018 recycelte Fasern ein, beispielsweise aus alten Fischernetzen, PET-Flaschen oder Textilabfällen. 2019 wurden durch unsere Textilien mit recyceltem Material 12 Millionen PET-Flaschen und eine Gesamtmenge von 19 t an recycelten Nylon-Abfällen verarbeitet – so viel wie vier ausgewachsene Elefanten. Hierunter waren 4,9 t Fischernetze . Aus diesen recycelten Materialien entstanden im letzten Jahr großartige Produkte, auf die wir besonders stolz sind, wie beispielsweise die Damen Bade- und Laufshorts. Allein mit diesem Produkt wurden 263.000 PET-Flaschen und 11 Tonnen CO2-Äquivalent eingespart. Wie auch 2018 setzten wir erneut ECONYL® für unsere Textilien ein – eine recycelte Faser aus Nylon-Abfällen.

 

Sportbekleidung mit recycelten Materialien

Obwohl wir den Anteil an Textilien aus recyceltem Material 2019 mehr als verdoppelt haben, reicht uns das noch lange nicht aus. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt die Polyester- und Polyamidfasern in unseren Sporttextilien bis 2025 zu 100% mit recyceltem Material* zu ersetzen. Aktuell stehen wir schon bei 12%. Doch auch darüber hinaus werden wir 2020 und 2021 den Einsatz von Recycling-Fasern in weiteren Produktkategorien vorantreiben, wie Kindertextilien, Damen- und Herrenbekleidung sowie Heimtextilien.

Dadurch, dass die verwendeten Garne aus recyceltem Material mit dem Global Recycling Standard (GRS) oder Recycled Claim Standard (RCS) zertifiziert sind, können wir genau nachweisen wie hoch der Anteil an recyceltem Material in jedem unserer Produkte ist.


*wenn Synthetikfasern das Hauptmaterial ist (>50%)

Mikrofasern – die große Herausforderung in der Nutzungsphase

Im kommenden Jahr werden wir uns darüber hinaus dem Thema Mikrofaserabrieb verstärkt widmen. Synthetik- aber auch Baumwoll- und Zellulosefasern gelangen bei der Produktion, dem Tragen und vor allem beim Waschen unbeabsichtigt in die Umwelt. Im Fall von Synthetikfasern verschlimmert sich die Problematik dadurch, dass Kunststoff in der Umwelt länger verbleibt als natürliche Materialien. Als Mitglied des Microfibre Consortiums werden wir gemeinsam mit anderen Textilunternehmen und Forschungseinrichtungen daran arbeiten den Eintrag von Mikrofasern in die Umwelt zu verringen. In Form von Waschanleitungen wollen wir auch unseren Kunden etwas an die Hand geben, um uns gemeinsam und ganzheitlich dieser Herausforderung zu stellen.

Zellulosebasierte Chemiefasern

Vom Baum zum Kleid – worauf es ankommt

Der fein fließende Stoff, der seidige Glanz, der leichter Fall – das sind nur ein paar der positiven Eigenschaften von zellulosebasierten Materialien. Wir setzen sie bei vielen unserer Produkte wie beispielsweise Tag- und Nachtwäsche, Damenbekleidung und Sporttextilien ein. Nach wie vor gehören Viskose, Modal und Lyocell zu den wichtigsten Textilmaterialien in unserem Sortiment. Doch auch hier gilt: Der nachwachsende Ursprung macht sie nicht automatisch nachhaltig. Wir übernehmen Verantwortung für die Herkunft der Hölzer und eine umweltverträgliche Herstellung der zellulosebasierten Fasern.

Bei der Produktion von zellulosebasierten Fasern – auch Man-made Cellulosic Fibres (kurz MMC) genannt – sind für uns zwei Faktoren essenziell:

Die Herkunft des Rohstoffes

  • Zellulosebasierte Chemiefasern werden aus Holz, beispielsweise aus Buchen, Fichten, Bambus oder Eukalyptus, hergestellt. Aufgrund des weltweiten Problems des unkontrollierten Abholzens achten wir darauf, dass dieser wertvolle nachwachsende Rohstoff aus zertifizierter Forstwirtschaft stammt. Hierbei wird auch sichergestellt, dass Bäume entsprechend nachgepflanzt werden.

Der Produktionsprozess vom Rohstoff zur Faser

  • Trotz des natürlichen Ursprungs steht hinter der Herstellung der Fasern ein aufwendiger Prozess – er benötigt viel Energie und Wasser. Zudem werden große Mengen an Chemikalien benötigt, die negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt mit sich bringen.

76 % unseres Sortiments stammen bereits aus zertifizierter Forstwirtschaft. Das garantieren wir durch den Einsatz der Garne der Firma Lenzing.  Unser Ziel ist klar: kurzfristig soll der Anteil auf 100 % erhöht werden.

Der Herstellungsprozess ist ressourcenintensiv, mit negativen Auswirkungen auf die umliegende Natur – dafür braucht es neue Technologien

Aufgrund der negativen Auswirkungen bei der Herstellung dieser Fasern arbeiten wir intensiv daran, innovative und umweltschonendere Alternativen in unsere Sortimente zu bringen. 2019 starteten wir daher mit der indischen Firma Birla erste Gespräche. Birla gehört neben Lenzing zu den weltweit nachhaltigsten Herstellern für zellulosebasierte Fasern. Durch den Einsatz von ECOVERO der Firma LENZING und LIVAECO von BIRLA planen wir ab 2020 Stoffe einzusetzen, bei denen im Vergleich zum herkömmlichen Produktionsprozess um bis zu 50 % weniger CO2-Emissionen verursacht werden und Wasser verbraucht wird. Die Kooperation mit diesen beiden Partnern ist uns wichtig, da beide stark auf Umweltstandards achten – ein Fakt, der auch bei uns höchste Priorität hat.

Tierische Fasern und Materialien

Tierschutz als fester Bestandteil unserer Unternehmens- und Einkaufspolitik

Materialien tierischen Ursprungs haben einzigartige Eigenschaften, die unsere Produkte besonders hochwertig und langlebig machen. Auch wenn nur etwa 1 % unserer Textilfasern aus tierischem Ursprung stammen, sind wir uns über die Auswirkungen auf die Umwelt sowie insbesondere auf die Haltung der Tiere bewusst. Wir arbeiten intensiv daran, dass die Materialien, die wir einsetzen, aus verantwortungsvollen Quellen stammen.

Tierschutz und Tierwohl liegen uns sehr am Herzen und sind fester Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Unser Ziel ist es, nur dann Materialien tierischen Ursprungs für unsere Tchibo Produkte einzusetzen, wenn die Tiere während Haltung, Schur, Transport oder Schlachtung artgemäß gehalten werden. Gleichzeitig arbeiten wir daran, alternative Materialien ohne tierischen Ursprung zu nutzen und deren Einsatz zu fördern.

Seit über zehn Jahren arbeiten wir daran, unser Tierfaser-Sortiment nachhaltiger zu gestalten. Materialien und Produktionsprozesse, die Tier und Umwelt schaden und für die es keine Möglichkeit gibt, auf verantwortungsvolle Praktiken oder Bezugsquellen umzustellen, schließen wir für unser Sortiment aus:

  • Echtpelz und Angorawolle haben wir seit vielen Jahren für Tchibo Produkte ausgeschlossen. Weil wir keine verantwortungsvolle Alternative sehen, planen wir auch nicht, dies in Zukunft zu verändern.
  • Bei Mohair haben wir uns 2018, nachdem die Tierrechtsorganisation PETA auf die Missstände während der Schur hingewiesen hat, dazu entschieden, es nicht mehr in unseren Produkten einzusetzen, bis die artgemäße Haltung und Schur über einen Zertifizierungsstandard sichergestellt werden kann. Seit diesem Jahr setzen wir daher kein Mohair für neue Produkte ein. Ähnlich verhält es sich mit Alpaka, das wir ebenfalls auf Grund von Tierschutzbedenken seit 2020 aus unserem Sortiment ausgeschlossen haben, bis eine artgemäße Haltung und Schur gewährleistet werden kann.
  • Tierunwürdige Praktiken, wie Mulesing bei Merino-Schafen oder Lebendrupf und Stopfmast bei Enten und Gänsen, lehnen wir ab und schließen, wenn nötig, bestimmte Regionen, wie beispielsweise Australien für nicht zertifizierte Merino-Wolle, als Bezugsland aus.

Zertifizierungsstandards

Um das Tierwohl und die Umwelt für unsere Materialien tierischen Ursprungs zu schützen, arbeiten wir mit anerkannten Standards, die von unabhängigen Dritten überprüft werden:

  • Der DOWNPASS Standard für Federn und Daunen beinhaltet neben Rückverfolgbarkeit auch strenge Vorgaben zum Tierschutz. Den Einsatz von Federn und Daunen haben wir aktuell auf Betttextilien reduziert, welche vollständig auf den DOWNPASS Standard umgestellt sind. Bis 2022 streben wir durch den Einsatz von DOWNPASS+ eine Absicherung der Lieferketten bis zum Elternfarmursprung an.
  • Der Responsible Wool Standard (RWS) für Merino- sowie andere Wollprodukte schließt Mulesing aus und schafft Transparenz in der Lieferkette. Im vergangenen Jahr haben wir erstmalig RWS-zertifizierte Merino-Wolle eingesetzt und bauen diesen Anteil nun schnellstmöglich aus.
  • Da uns auch die Missstände in den Kaschmir-Lieferketten beschäftigen, Kaschmir aber eine Faser mit aktuell nicht ersetzbaren Qualitätseigenschaften ist, arbeiten wir mit Hochdruck daran, Kaschmir entweder aus recycelten oder verantwortungsvollen Quellen zu beziehen. 2020 haben wir das erste Mal recyceltes Kaschmir in unseren Produkten eingesetzt. Ab 2021 werden wir kein konventionelles Kaschmir mehr nutzen. Hierfür arbeiten wir ebenfalls daran, den neuen The Good Cashmere Standard von der Stiftung Aid by Trade für unsere Sortimente einzusetzen.

Recycelte Materialien und vegane Alternativen

Wo nicht wegen qualitativer oder funktioneller Eigenschaft notwendig, versuchen wir auf den Einsatz von Materialien mit tierischem Ursprung zu verzichten und den Einsatz von veganen Alternativen zu fördern.

  • In Bekleidungstextilien wie Steppjacken setzen wir aktuell nur synthetische Daunen als Füllmaterial ein. Zum Großteil enthalten diese bereits recycelte Synthetik-Materialien.
  • Zusätzlich testen wir den Einsatz recycelter Materialien als Alternative. 2018 haben wir das erste Mal recycelte Wolle eingesetzt, die aus Wollabfällen neu aufbereitet wurde. 2020 hatten wir recyceltes Kaschmir im Angebot. Für das Jahr 2021 prüfen wir den Einsatz von recycelten Echtdauen aus postconsumer Quellen, wie zum Beispiel aus alten Bettdecken.
  • Alle unsere Anforderungen in Bezug auf das Tierwohl bei unseren Gebrauchsartikelsortimenten, unserem Gastroangebot sowie unserer allgemeinen Geschäftstätigkeit gibt es in unserer Tierwohl-Politik zum Nachlesen.

Innovative Materialien

Innovative Materialien, um unser Sortiment noch nachhaltiger zu gestalten

Mit Blick nach vorn halten wir kontinuierlich Ausschau nach neuen Ideen und innovativen Materialien, die unser Sortiment noch nachhaltiger machen. Umweltschutz, Tierwohl und soziale Fairness stellen uns jedoch vor Herausforderungen, für die es häufig noch keine Lösungen gibt. Wie lassen sich negative Umweltauswirkungen reduzieren und die gewünschte Funktion und Qualität unserer Produkte gleichzeitig bewahren? Was sind nachhaltige Alternativen zu tierischen und synthetischen Fasern und wie lassen sich Stoffkreisläufe sinnvoll schließen, um Tiere zu schützen und Ressourcen zu bewahren? Am Beginn einer neuen Idee scheitert es darüber hinaus häufig an einer zu geringen Verfügbarkeit von Materialien, um sie auch in großen Mengen in unserem Sortiment umzusetzen. Für diesen Weg in die Zukunft braucht es Ausdauer, Mut zu Neuem, innovative Ideen und Technologien und natürlich unsere Kund*innen, die uns auf dieser spannenden Reise begleiten.

Ressourcen schonen durch recycelte Materialien 

Gemeinsam haben wir 2019 und 2020 auf diese Weise einige innovative Materialien in unsere Regale gebracht und arbeiten mit Hochdruck an neuen Ideen für 2021.  

  • 2019 haben wir bereits im zweiten Jahr bei Textilien auf recycelte Synthetikfasern gesetzt, um Ressourcen zu sparen und Stoffkreisläufe zu schließen. Besonders bei Bademode, aber auch bei Sportbekleidung haben wir verstärkt ECONYL® eingesetzt, eine recycelte Faser aus Nylonabfällen, wie Fischernetzen, Stoffresten und Teppichabfällen. Unser ECONYL®-Sortiment haben wir von zwei Artikeln in 2018 auf zehn Artikel in 2019 erhöht – und das ist erst der Anfang.
  • In 2020 gab es erste Gebrauchsartikel aus I’m Green™ PE, einem Bio-Polyethylen aus Zuckerrohr und somit nicht wie üblich aus fossilen Ressourcen.
  • Kaffeesatz zum Anziehen klingt verrückt? Nicht für uns! In 2020 konnten unsere Kunden zum ersten Mal Textilien mit einer Mischung aus recycelten PET-Flaschen und recyceltem Kaffeesatz kaufen. Durch den Kaffee-Anteil ist das Produkt nicht nur nachhaltig, sondern auch geruchshemmend, atmungsaktiv und schnelltrocknend.
  • Das Thema recycelte Fasern haben wir darüber hinaus mit Tierwohl verbunden und in 2020 erstmals Textilien aus recyceltem Cashmere angeboten. 
  • Bettdecken ohne den Einsatz von Echtdaunen? Das geht. In diesem Jahr haben wir die Greenline eingeführt, in der es unter anderem Bettdecken aus recycelten Polyinlay mit einem Bio-Baumwollcover gab.

Blick in die Zukunft: den Kreislauf in der Textilwirtschaft schließen

Textilien aus recycelten PET-Flaschen und Fischernetzen sind ein großartiges Etappenziel, aber die wahre Herausforderung besteht darin, den Stoffkreislauf bei Textilien zu schließen und aus alten Textilien neue zu produzieren. Zur Umsetzung dieser Vision braucht es Innovationen bei der Produktion, der Entsorgung, Sortierung und dem Recycling von Kleidungsstücken und die Unterstützung der gesamten Textilindustrie. Uns wird somit also auch in den kommenden Jahren nicht langweilig werden.

Kunststoff

Geht Kunststoff auch nachhaltig?

Kann Kunststoff auch nachhaltig sein? Oder sollten wir ihn am besten komplett aus unseren Regalen und dem täglichen Leben verbannen? Plastikmüll in der Umwelt und unser exzessiver Verbrauch fossiler Ressourcen wie Erdöl und Erdgas, die das Ausgangsmaterial für viele Kunststoffe sind, sprechen eindeutig dafür. Auf der anderen Seite stehen jedoch die positiven Qualitäts- und Funktionalitätseigenschaften von Kunststoffen, die unseren Produkten zu Stabilität, Bruchsicherheit und einem geringen Gewicht verhelfen. Doch wie lassen sich die Vorteile von Kunststoff und unser Weg zu einer nachhaltigen Geschäftstätigkeit verbinden?

„Zero Waste“ statt „Zero Plastic“

Wir sind der Meinung, dass Kunststoff auch aus Umweltsicht ein sinnvolles Material sein kann, wenn er richtig genutzt, entsorgt und recycelt wird. Daher verfolgen wir das Prinzip „Zero Waste“ vor „Zero Plastic“. Das heißt, wir wollen so wenig Einwegplastik und -produkte sowie Müll produzieren wie möglich. Ressourcenschonung und geschlossene Stoffkreisläufe, also die Recyclingfähigkeit unserer Produkte sicherzustellen, spielen hierbei eine zentrale Rolle. Deshalb fokussieren wir uns bei Kunststoffprodukten darauf, recycelte, biobasierte und recyclingfähige Materialien einzusetzen.

Alles begann mit der Spülbürste

Den Start machte 2017 unser erstes Produkt aus recyceltem Kunststoff: die Spülbürste. Da sie nicht nur bei uns, sondern auch bei unseren Kund*innen so gut ankam, haben wir 2019 direkt zehn weitere Putzprodukte aus recyceltem Material entwickelt – von der Fugen- bis zur Heizkörperbürste. Eine weitere Premiere im Jahr 2019 hatte bei uns der biobasierte Kunststoff. Diese Stoffe werden aus nachwachsenden Rohstoffen wie Mais oder Zuckerrohr hergestellt und schonen somit endliche fossile Ressourcen. 

Mit Innovationen in Richtung Zukunft

Die in den letzten Jahren erfolgreich umgesetzten Projekte haben uns gezeigt, dass wir nicht ohne Weiteres das gesamte Kunststoffsortiment auf recycelte und biobasierte Kunststoffe umstellen können. Es ist ein langer, aber sehr spannender Weg dorthin. Für jedes neue Produkt prüfen wir, welches Material sich eignet, ob und wie wir das Produkt recyclingfähig herstellen und ob dabei unsere hohen Ansprüche an Qualitäts- und Schadstoffanforderungen erfüllt werden können. Denn hier gilt einmal mehr: Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff.

Die Verwendung von biobasiertem Kunststoff stellt uns darüber hinaus vor ganz neue Herausforderungen. Neben dem verwendeten Rohstoff und seiner Herkunft müssen wir sicherstellen können, dass wir Nutzungskonflikte, wie die Verwendung von gentechnisch veränderten Pflanzen oder eine direkte Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion, ausschließen können. Für zukünftige Projekte setzen wir deshalb auf I’m Green™ PE von Braskem – ein recyclingfähiges Bio-Polyethylen aus Zuckerrohr, mit dem wir Ressourcen schonen und Kreisläufe schließen können.

Holz und Papier

Unser Beitrag zum Schutz der Wälder

Holz gehört für uns zu den wichtigsten Rohstoffen. Nicht nur, weil unsere Holz- und Papierprodukte rund 10 % unseres Hartwarensortiments ausmachen. Sondern auch, weil Wälder eine zentrale Grundlage für Mensch und Umwelt bilden. Wir brauchen sie wie die Luft zum Atmen. Deswegen gehören die Förderung von verantwortungsvoller Waldbewirtschaftung und der Ausschluss von illegaler Rodung für uns zum absoluten Fundament unseres Nachhaltigkeitsengagements. Wir setzen auf einen ausgewogenen Mix von Hölzern aus europäischer Herkunft und nachhaltig zertifizierten Hölzern aus tropischen oder borealen Klimazonen.

Wälder sind unersetzbar. Um zu ihrem Schutz beizutragen, ergreifen wir in der Produktgenese verschiedene Maßnahmen: von der Rückverfolgung der Herkunft über Nachweise der Lieferanten bis hin zum hohen Nachhaltigkeitsstandard FSC:

  • Zur Rückverfolgung der Herkunft der Hölzer, die in unseren Produkten verarbeitet werden, sowie zur Absicherung, dass das eingesetzte Material aus legalen Quellen stammt, verwenden wir für alle Produkte unseren hauseigenen Forest Tracing Standard – kurz FTS.
  • Wir verlangen von unseren Lieferanten die Einhaltung lokaler Gesetze und einen Nachweis über die Herkunft des Holzes.
  • Stammt das Holz nicht aus europäischen Quellen oder einem europäischen Land, das von uns als Risikoland eingestuft wurde, wie zum Beispiel Polen, muss das eingesetzte Holz FSC-zertifiziert sein. Die strengen Richtlinien des FSC stellen sicher, dass alle Produktionsschritte vom Baum bis zum fertigen Produkt umwelt- und sozialgerecht sind. Alle Produkte, die aus Hölzern der tropischen oder borealen Klimazonen gefertigt werden – wie zum Beispiel unsere Gartenmöbel – haben wir bereits auf FSC umgestellt.

Im vergangenen Jahr stammten bereits 56 % unserer Holz- und Papierprodukte aus verantwortungsvolleren Quellen. Unser Möbelsortiment ist damit schon zu 71 % abgedeckt. Dass die Zahl im Vergleich niedrig erscheint, liegt an den vielen Produkten aus Mischmaterialien, wie zum Beispiel Aufbewahrungskisten aus Textilfasern und Pappe. Doch unser Anspruch ist es, dass alle Materialien mit Holz unter unseren Managementansatz fallen.

Ein großer Teil unserer Holzprodukte, insbesondere in unserem Möbelsortiment, wird aus europäischem Holz und in Europa gefertigt. So verkürzen wir zudem die Transportwege, die unsere Holzprodukte vom Wald bis zu unseren Kunden zurücklegen. 

Wir arbeiten daran, nur noch nachhaltiges Holz und Papier einzusetzen

Das reicht uns aber noch nicht. Wir sind stetig dabei, unseren Anteil an Holz und Papier aus verantwortungsvolleren Quellen weiter auszubauen. 

Die Nachhaltigkeitsintegration unseres Holz- und Papier-Sortiments ist abhängig von der Verfügbarkeit von zertifiziertem Material und der preislichen Machbarkeit. Unser Anspruch ist es, unseren Kund*innen nachhaltige, hochwertige Produkte zu einem fairen Preis anzubieten. Auch zukünftig setzen wir auf zertifizierte und europäische Quellen. Im kommenden Jahr nutzen wir zudem schnell nachwachsende Materialien und Rohstoffe, wie zum Beispiel Wasserhyazinthen.

Wie bieten neben Vollholzmöbeln auch diverse Papier- und Pappprodukte an. Hierzu gehören zum Beispiel Bücher, Schreibwaren oder Ordnungsartikel. 63 % dieser Produkte sind FSC-zertifiziert.

Wir achten nicht nur auf nachhaltigere Produkte, sondern bemühen uns auch, die gesamte Verkaufskette nachhaltig zu gestalten. Unsere Magazine und Kataloge drucken wir auf FSC-zertifiziertem Papier. Versandkartons, die wir an unsere Kund*innen schicken, bestehen bereits zu 100 % aus FSC-zertifizierter Kartonage. Die Verkaufsverpackungen für unsere Gebrauchsartikel sind zu 99 % FSC-zertifiziert.