Wasser ist eine lebensnotwendige Ressource für Mensch und Umwelt

Mit dem Anbau von Kaffee und Baumwolle sowie der Herstellung unserer Produkte sind wir für Wasserverschmutzung und Wasserknappheit mit verantwortlich. Der Anbau von Kaffee und Baumwolle benötigt viel Wasser und erfordert in Teilen Düngemittel und Pestizide. Die Textilproduktion, vor allem das Färben, Waschen, Bedrucken und die Veredlung von Stoffen, belastet das Wasser durch Chemikalien und oft nicht ausreichend gefiltertes Abwasser.

Drei Programme bilden die Grundlage unserer Aktivitäten im Bereich Wasserschutz: das DETOX-Programm für ein besseres Chemikalienmanagement, Water-Stewardship-Aktivitäten für die Säuberung kritischer Flussgebiete im Umfeld unserer Produktionsstätten und das Programm WASH für den Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Drei Programme bilden die Grundlage unserer Aktivitäten im Bereich Wasserschutz:

  • DETOX

  • WATER STEWARDSHIP

  • WASH

DETOX – für ein besseres Chemikalienmanagement

2014 haben wir uns öffentlich verpflichtet, gefährliche Chemikalien aus den textilen Lieferketten zu verbannen.
Um das zu erreichen, setzten dabei auf vier Ebenen an:

Produktentwicklung - Den Einsatz von gefährlichen Chemikalien schließen wir schon bei der Entwicklung unserer Produkte aus. Beispielsweise sind unsere Lederprodukte zu 100% chromfrei gegerbt. Das schützt die Umwelt, die Gesundheit der Menschen, die unsere Lederprodukte herstellen, und die Gesundheit unserer Kunden.

Monitoring - Neben der Analyse des Abwassers ermutigen wir unsere Nassverarbeitungsfabriken, ihren Chemikalienbestand zu überprüfen und gefährliche durch umweltfreundlichere Substanzen zu ersetzen. So können die Fabriken bereits zu Beginn der Produktion dem Einsatz von bedenklichen Chemikalien entgegenwirken.

Training - Im Rahmen einer strategischen Allianz mit der REWE Group und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) haben wir ein umfassendes Trainingentwickelt, bei dem Fabriken über 8 Monate begleitet werden. Seit 2016 haben sich 47 Nassverarbeitungsfabriken über dieses Trainingsprogramm qualifiziert, davon 24 Nassverarbeitungsfabriken, die für Tchibo produzieren.
In 2020 wird das Programm als Advanced Chemical Management Training (ACMT) im Rahmen des Bündnisses für nachhaltige Textilien weiter ausgebaut.

Sektorübergreifendes Engagement - Wir arbeitet als Mitglied der Zero Discharge of Hazardous Chemicals Initiative (ZDHC) an branchenübergreifenden Lösungen, gefährliche Chemikalien im Herstellungsprozess zu beseitigen und dadurch die Umwelt und die Gesundheit der Menschen zu schützen.

Erfahre in unserem Wiki mehr darüber!

Was wir mit dem DETOX Programm bisher erreicht haben:

Für 96%

unserer Textilprodukte haben wir die Nassverarbeitungsfabriken identifiziert.

63%

dieser Fabriken haben einen Abwassertest vorgelegt.

21%

weniger gefährliche Chemikalien zwischen 2016 und 2019

61%

unserer Textilprodukte stammen aus Detox- qualifizierten Nassverarbeitungsfabriken.

WATER STEWARDSHIP – für mehr Verantwortung in kritischen Flussgebieten

Gemeinsam mit dem WWF, unterstützen wir den Water-Stewardship-Ansatz, der einen sozial gerechten, umweltschonenden und gleichzeitig wirtschaftsfördernden Umgang mit Wasser verfolgt. Die Idee ist, dass alle Stakeholder eines durch Umweltverschmutzung bedrohten Flussgebietes an der Lösung von Wasserproblemen arbeiten.

Wir haben 2019 ermittelt, welche Flusseinzugsgebiete durch die Produktion unserer Produkte besonders betroffen sind. Im Flussgebiet des Taihu River in China und des Büyük Menderes in der Türkei haben wir uns daraufhin konkreten Projekten angeschlossen.

Taihu River in China

China ist laut Water Risk Filter des WWF das Land mit den höchsten Wasserrisiken in unserer textilen Lieferkette. Das Flussgebiet des Taihu River hat eine besonders große Relevanz für Tchibo, da die dort ansässigen Nassbetriebe zwei Drittel unserer Produkte in China herstellen. Ziel des Projekts ist es, den Zustand dieses Flussgebiets zu verbessern. 2019 wurden Fabriktrainings konzipiert, die wir in 2020 schrittweise umsetzen.

Büyük Menderes in der Türkei

Der Büyük Menderes ist einer der am meisten verschmutzten Flüsse der Türkei. Entlang des Flusses findet 40 % der türkischen Lederproduktion, 60 % der Textilproduktion für den Export und 14 % der Baumwollproduktion statt. Die Artenvielfalt in diesem Flussgebiet nimmt stark ab, das Wasser wird knapp und die Qualität des Wassers verschlechtert sich. Wir beteiligen uns an diesem Projekt seit 2019 und setzt den Fokus auf einen nachhaltigeren Baumwollanbau in der Region.

» Tchibo ist das erste deutsche Textilunternehmen, das sich ernsthaft im Bereich Water Stewardship engagiert. Das Engagement in bedrohten Flussgebieten ist ein bedeutender Beitrag auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Wassermanagement. «

JOHANNES SCHMIESTER, WWF

WASH - Für den Zugang zu sauberem Trinkwasser

Der Mensch braucht Wasser zum Trinken, zur Sanitärversorgung und zur Hygiene (WASH). Aktuell haben 2,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und 4,3 Milliarden Menschen können keine sicheren Sanitäranlagen nutzen - Äthiopien ist von Wasserproblemen besonders betroffen.
Hier setzt das Tchibo WASH Projekt an, das in der Gegend angesiedelt ist, wo unser Bio-Kaffee herkommt. Gemeinsam mit der örtlichen Nonprofit-Organisation Buna Qela Charity werden wir — voraussichtlich bis Anfang 2021 — zwei ca. 50 bis 60 Meter tiefe Brunnen in einer Kaffeeanbauregion bauen. Die Brunnen sollen mit einer Solarpumpe betrieben werden und versorgen dann über 2.000 Haushalte.